Ein Unternehmen der

REWE Group Logo

Montepulciano

Blick von Montepulciano auf die Weinberge

Das große Problem des Montepulciano ist ein Diebstahl. Heute würde man es als Markenpiraterie bezeichnen, denn der Wein, der rund um den Ort wuchs, muss in Mittelalter und Renaissance so geschätzt worden sein, dass ein findiger Händler auf die Idee kam, eine Rebsorte, die in einer ganz anderen Region angebaut wurde, nach dem berühmten Ort zu benennen. Doch hat der Montepulciano d´Abruzzo überhaupt nichts mit dem Ort Montepulciano und seinen Weine zu tun. “Wir sollten ihn vielleicht einfach Vino Nobile nennen”, meinte Michele Manelli vom Weingut Salcheto lapidar zu dem Thema. Zur Geschichte des Begriffs Vino Nobile gibt es übrigens zwei Theorien. Die eine, dass es früher nur den adeligen Familien, also den Nobili, erlaubt war, den gefragten Wein herzustellen, die andere hat mit Alessandro Farnese zu tun, der als Papst Paul III. bekannt wurde. Der Vino Nobile sei einfach sein Lieblingswein und daher immer für ihn reserviert gewesen. Da die Farnese in Latium aber selber Wein anbauten und Paul, ganz Familienmensch, ein Großmeister des Nepotismus war, ist das vielleicht dann doch nicht mehr als eine Legende. Seit 1960 ist der Nobile jedenfalls ein DOC Wein und seit 1980 ein DOCG. Damit gehört er zur höchsten Stufe im italienischen Weinbau, aber so ganz zufrieden ist man in Montepulciano mit dem Erreichten noch nicht. “Wir haben hier allerbestes Terroir”, meint Federico Carletti von Poliziano. “Bei uns kann die Sangiovese eine wunderbare Eleganz erreichen. Vielleicht sind wir von allen Gebieten hier dem Burgund am nächsten. Jetzt müssen wir unsere Identität auch den Weinfreunden in aller Welt vermitteln.” Federico, Michele und Co. werden dafür sicher die richtigen Ideen haben, einige konnten sie uns ja schon präsentieren. Montepulciano ist übrigens einen Besuch wert. Kein Geheimtipp mehr, aber auch nicht ganz so vollgestopft mit Touristenbussen wie Siena oder Montalcino.

 

Steckbrief Vino Nobile de Montepulciano und Rosso di Montepulciano

Gebiet: Südöstlich von Siena, rund um Montepulciano und eine kleine Enklave auf der östlichen Seite der Chiana Ebene um Valiano, direkt an der Umbrischen Grenze, ca. 2.000 ha Anbaufläche von 75 Erzeugern

Klima: Mediterran, aber für die Toskana ein eher kühleres Terroir, relativ hohe Niederschläge

Böden: Kalkstein und Lehm, kann in einzelnen Lagen sehr stark wechseln

Reben: mind. 70 % Sangiovese, aber immer mehr Top-Weingüter gehen zu reinsortigen Sangiovese Weinen über, der Höchstertrag ist auf 56 hl / ha beschränkt

Reife: mindestens 2 Jahre für Nobile, 3 Jahre für Riserva, der Rosso darf im März des Folgejahres erscheinen

Qualität: heterogen, aber auch in der Basis besser werdend, bei Top Erzeugern mittlerweile mit einigen Weinen auf Spitzenniveau

Besonderheit: Das Consorzio hat in den letzten Jahren mit umfangreichen Bodenuntersuchungen eine Lagenkarte der Region erstellt, ein erster Schritt zur Etablierung eines Cru Systems. Damit ist das Gebiet den anderen Regionen deutlich voraus

 

Das große Problem des Montepulciano ist ein Diebstahl. Heute würde man es als Markenpiraterie bezeichnen, denn der Wein, der rund um den Ort wuchs, muss in Mittelalter und Renaissance so... mehr erfahren
close
Montepulciano

Blick von Montepulciano auf die Weinberge

Das große Problem des Montepulciano ist ein Diebstahl. Heute würde man es als Markenpiraterie bezeichnen, denn der Wein, der rund um den Ort wuchs, muss in Mittelalter und Renaissance so geschätzt worden sein, dass ein findiger Händler auf die Idee kam, eine Rebsorte, die in einer ganz anderen Region angebaut wurde, nach dem berühmten Ort zu benennen. Doch hat der Montepulciano d´Abruzzo überhaupt nichts mit dem Ort Montepulciano und seinen Weine zu tun. “Wir sollten ihn vielleicht einfach Vino Nobile nennen”, meinte Michele Manelli vom Weingut Salcheto lapidar zu dem Thema. Zur Geschichte des Begriffs Vino Nobile gibt es übrigens zwei Theorien. Die eine, dass es früher nur den adeligen Familien, also den Nobili, erlaubt war, den gefragten Wein herzustellen, die andere hat mit Alessandro Farnese zu tun, der als Papst Paul III. bekannt wurde. Der Vino Nobile sei einfach sein Lieblingswein und daher immer für ihn reserviert gewesen. Da die Farnese in Latium aber selber Wein anbauten und Paul, ganz Familienmensch, ein Großmeister des Nepotismus war, ist das vielleicht dann doch nicht mehr als eine Legende. Seit 1960 ist der Nobile jedenfalls ein DOC Wein und seit 1980 ein DOCG. Damit gehört er zur höchsten Stufe im italienischen Weinbau, aber so ganz zufrieden ist man in Montepulciano mit dem Erreichten noch nicht. “Wir haben hier allerbestes Terroir”, meint Federico Carletti von Poliziano. “Bei uns kann die Sangiovese eine wunderbare Eleganz erreichen. Vielleicht sind wir von allen Gebieten hier dem Burgund am nächsten. Jetzt müssen wir unsere Identität auch den Weinfreunden in aller Welt vermitteln.” Federico, Michele und Co. werden dafür sicher die richtigen Ideen haben, einige konnten sie uns ja schon präsentieren. Montepulciano ist übrigens einen Besuch wert. Kein Geheimtipp mehr, aber auch nicht ganz so vollgestopft mit Touristenbussen wie Siena oder Montalcino.

 

Steckbrief Vino Nobile de Montepulciano und Rosso di Montepulciano

Gebiet: Südöstlich von Siena, rund um Montepulciano und eine kleine Enklave auf der östlichen Seite der Chiana Ebene um Valiano, direkt an der Umbrischen Grenze, ca. 2.000 ha Anbaufläche von 75 Erzeugern

Klima: Mediterran, aber für die Toskana ein eher kühleres Terroir, relativ hohe Niederschläge

Böden: Kalkstein und Lehm, kann in einzelnen Lagen sehr stark wechseln

Reben: mind. 70 % Sangiovese, aber immer mehr Top-Weingüter gehen zu reinsortigen Sangiovese Weinen über, der Höchstertrag ist auf 56 hl / ha beschränkt

Reife: mindestens 2 Jahre für Nobile, 3 Jahre für Riserva, der Rosso darf im März des Folgejahres erscheinen

Qualität: heterogen, aber auch in der Basis besser werdend, bei Top Erzeugern mittlerweile mit einigen Weinen auf Spitzenniveau

Besonderheit: Das Consorzio hat in den letzten Jahren mit umfangreichen Bodenuntersuchungen eine Lagenkarte der Region erstellt, ein erster Schritt zur Etablierung eines Cru Systems. Damit ist das Gebiet den anderen Regionen deutlich voraus

 

  • close
  • Gewählte Filter:
    •  
    •  
    •  
    •  
    von bis
    •  
    •  
    •  
    •  
    •  
    •  
    •  
    •  
    •  
    •  
    •  
    •  
    •  
    •  
    •  
    •  
    •  
    •  
    •  
    •  
    •  
    •  
    •  
    •  
    •  
    •  
    •  
    •  
    •  
    •  
    •  
    •  
    19 Artikel
    Zuletzt angesehen