Seit 1937
13 Meter unter Köln.
Fast 90 Jahre Weingeschichte.
Manche Orte erzählen ihre Geschichte Stein für Stein, Fass für Fass und Jahrgang für Jahrgang. Der Kölner Weinkeller ist einer dieser Orte.
Wer die 51 Stufen hinabsteigt, lässt den Trubel der Stadt hinter sich. 13 Meter unter Köln beginnt eine Weinwelt, deren Geschichte bis ins Jahr 1937 zurückreicht.
1937: Ein Weinkeller für Köln
1937 ließ der Kölner Kaufmann Cornelius Stüssgen unter seiner Firmenzentrale an der Stolberger Straße einen rund 2.500 m² großen Fass- und Abfüllkeller errichten. Die Lage tief unter der Erde sorgte für nahezu konstante Temperaturen – ideale Bedingungen für die Lagerung und Reifung von Wein.
Unter der Verantwortung von Walter Dißmann entstand ein moderner Weinkeller, von dem aus die Stüssgen-Filialen mit Wein versorgt wurden. Niemand konnte damals ahnen, dass das massive Gewölbe schon wenige Jahre später eine völlig andere Bedeutung bekommen würde.
1939–1945: Als der Wein warten musste
Während des Zweiten Weltkriegs wurde der Kölner Weinkeller als Luftschutzbunker genutzt. Bewohnerinnen und Bewohner von Köln-Braunsfeld suchten in den unterirdischen Gewölben Schutz vor den Luftangriffen auf die Stadt.
Nach Kriegsende kehrte der Wein zurück. Der Keller wurde wieder zur Lagerung und Abfüllung genutzt. Noch heute erinnern historische Tanks, große Holzfässer, Leitungen und Pumpschläuche an diese Zeit.
Vom Fasskeller zum Weinfachhandel
Mitte der 1980er-Jahre wurde der Kölner Weinkeller Teil der REWE Group. Die ursprüngliche Nutzung als Fass- und Abfüllkeller verlor zunehmend an Bedeutung – doch der Wein blieb.
Aus dem historischen Lagerort entwickelte sich ein Weinfachhandel mit eigenständigem Sortiment. Wo früher Fässer und Tanks dominierten, findet sich heute eine außergewöhnliche Vielfalt an Weinen aus den bedeutenden Weinregionen der Welt.