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Weine aus Sizilien

Zwischen Scylla und Charybdis weht ein unbändiger Wind, der uns trotz strahlendem Sonnenschein fast vom Deck der Fähre pustet. Kein Wunder, dass die Seefahrer der Antike diese beiden Meeresungeheuer in der Straße von Messina vermuteten. Jetzt sind wir aber endlich wirklich im Süden, denken wir. Aber es wird sich zeigen, dass der Sizilianer das anders sieht. “Sizilien ist ein eigener Kontinent” werden wir mehrfach hören und als wir die Insel drei Tage später wieder verlassen müssen, denken wir genauso.

Sizilien ist eben nicht nur die größte Insel des Mittelmeers, sie hat auch die vielleicht bewegteste Geschichte von allen. Griechen und Karthager lebten hier lange mit der einheimischen Bevölkerung zusammen, dann gehörte Sizilien zum römischen Reich, ehe Vandalen und Ostgoten sie mit sehr wenig Vandalismus beherrschten. Im 6. Jahrhundert wurden sie von den Byzantinern und 300 Jahre später von Arabern abgelöst, die ihrerseits 300 Jahre drauf von Normannen verdrängt wurden. Apropos verdrängt, es gehörte offenbar zum Selbstverständnis der vielen Herrscher Siziliens, die bisherigen Bewohner eher zu integrieren oder zumindest zu dulden als sie zu vertreiben. Das Paradies durfte für alle da sein. Es folgten die Staufer, das Haus Aragon, Savoyen und schließlich die Bourbonen, die es zum Königreich Neapel schlugen das nach dem Wiener Kongress zum Königreich beider Sizilien wurde. Erst 1861 wurde die Insel dann italienisch.

Sizilien hat nicht nur eine beeindruckende Küstenlänge von mehr als 1.100 Kilometern und mit dem 3.323 Meter hohen Ätna den höchsten aktiven Vulkan Europas, es geizt auch sonst nicht mit Naturschönheiten. Im Norden fällt die Küste steil ab und schwingt sich auch jenseits des Etnas schnell zu Bergen von fast 2.000 Metern Höhe auf. Das Landesinnere ist hügelig, teilweise sogar bergig und eher dünn besiedelt. Viele Orte liegen hier auf 700 bis 800 Metern Höhe und es braucht schon oft bis Juni ehe wirklich der Sommer eingekehrt ist.

Dabei ist Sizilien reich an landwirtschaftlichen Produkten. Zitronen waren Ende des 18. Jahrhunderts so begehrt und teuer, da sie damals das einzige Mittel gegen die Skorbut darstellten, dass die Grundbesitzer sie von privaten Truppen beschützen ließen. Diese verselbstständigten sich aber schnell und machten, als die Grundbesitzer sie nicht mehr brauchten, das Geschäft auf eigene Rechnung. Der Beginn der “ehrenwerten Gesellschaft” wie sie sich selber ziemlich euphemistisch nannte.

Natürlich wird in Sizilien auch seit jeher Wein angebaut. Mit fast 120.000 Hektar Rebfläche ist die schöne Insel eigentlich sogar die größte Weinbauregion Italiens und wahrscheinlich weiß kaum ein Mensch, dass die Insel in 23 DOC und 7 IGT Unterregionen aufgeteilt ist. Man kennt vielleicht noch den Marsala, aber wer erinnert sich, dass er von der Westküste der Insel kommt und wer trinkt sowas überhaupt noch? Die Insel scheint auch in Sachen Wein ein eigener Kontinent zu sein, über den man fast ein eigenes WeinBrevier schreiben könnte. Und während wir an der Nordküste durch einen Tunnel nach dem anderen fahren, denken wir darüber nach, ob es Zufall ist, dass wir zwei Weingüter ausgerechnet aus der gleichen Region haben und dazu noch die beiden einzigen Weingüter, die in der DOC Contea di Sclafani eigenen Wein abfüllen. Aber nordsizilianische Tunnel sind ein guter Ort zum Nachdenken, denn vor jedem steht ein Schild “tunnel non illuminato” und dann kann man die nagelneue Beleuchtung im Tunnel einfach ausgeschaltet lassen, um Strom zu sparen. Im so entstehenden Dunkel, das natürlich niemanden außer uns dazu veranlasst, langsamer zu fahren oder mehr als zwei Stoßstangen breit Abstand zu halten, denkt man nämlich besser an was anderes als an den Verkehr.  

Zwischen Scylla und Charybdis weht ein unbändiger Wind, der uns trotz strahlendem Sonnenschein fast vom Deck der Fähre pustet. Kein Wunder, dass die Seefahrer der Antike diese beiden... mehr erfahren
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Weine aus Sizilien

Zwischen Scylla und Charybdis weht ein unbändiger Wind, der uns trotz strahlendem Sonnenschein fast vom Deck der Fähre pustet. Kein Wunder, dass die Seefahrer der Antike diese beiden Meeresungeheuer in der Straße von Messina vermuteten. Jetzt sind wir aber endlich wirklich im Süden, denken wir. Aber es wird sich zeigen, dass der Sizilianer das anders sieht. “Sizilien ist ein eigener Kontinent” werden wir mehrfach hören und als wir die Insel drei Tage später wieder verlassen müssen, denken wir genauso.

Sizilien ist eben nicht nur die größte Insel des Mittelmeers, sie hat auch die vielleicht bewegteste Geschichte von allen. Griechen und Karthager lebten hier lange mit der einheimischen Bevölkerung zusammen, dann gehörte Sizilien zum römischen Reich, ehe Vandalen und Ostgoten sie mit sehr wenig Vandalismus beherrschten. Im 6. Jahrhundert wurden sie von den Byzantinern und 300 Jahre später von Arabern abgelöst, die ihrerseits 300 Jahre drauf von Normannen verdrängt wurden. Apropos verdrängt, es gehörte offenbar zum Selbstverständnis der vielen Herrscher Siziliens, die bisherigen Bewohner eher zu integrieren oder zumindest zu dulden als sie zu vertreiben. Das Paradies durfte für alle da sein. Es folgten die Staufer, das Haus Aragon, Savoyen und schließlich die Bourbonen, die es zum Königreich Neapel schlugen das nach dem Wiener Kongress zum Königreich beider Sizilien wurde. Erst 1861 wurde die Insel dann italienisch.

Sizilien hat nicht nur eine beeindruckende Küstenlänge von mehr als 1.100 Kilometern und mit dem 3.323 Meter hohen Ätna den höchsten aktiven Vulkan Europas, es geizt auch sonst nicht mit Naturschönheiten. Im Norden fällt die Küste steil ab und schwingt sich auch jenseits des Etnas schnell zu Bergen von fast 2.000 Metern Höhe auf. Das Landesinnere ist hügelig, teilweise sogar bergig und eher dünn besiedelt. Viele Orte liegen hier auf 700 bis 800 Metern Höhe und es braucht schon oft bis Juni ehe wirklich der Sommer eingekehrt ist.

Dabei ist Sizilien reich an landwirtschaftlichen Produkten. Zitronen waren Ende des 18. Jahrhunderts so begehrt und teuer, da sie damals das einzige Mittel gegen die Skorbut darstellten, dass die Grundbesitzer sie von privaten Truppen beschützen ließen. Diese verselbstständigten sich aber schnell und machten, als die Grundbesitzer sie nicht mehr brauchten, das Geschäft auf eigene Rechnung. Der Beginn der “ehrenwerten Gesellschaft” wie sie sich selber ziemlich euphemistisch nannte.

Natürlich wird in Sizilien auch seit jeher Wein angebaut. Mit fast 120.000 Hektar Rebfläche ist die schöne Insel eigentlich sogar die größte Weinbauregion Italiens und wahrscheinlich weiß kaum ein Mensch, dass die Insel in 23 DOC und 7 IGT Unterregionen aufgeteilt ist. Man kennt vielleicht noch den Marsala, aber wer erinnert sich, dass er von der Westküste der Insel kommt und wer trinkt sowas überhaupt noch? Die Insel scheint auch in Sachen Wein ein eigener Kontinent zu sein, über den man fast ein eigenes WeinBrevier schreiben könnte. Und während wir an der Nordküste durch einen Tunnel nach dem anderen fahren, denken wir darüber nach, ob es Zufall ist, dass wir zwei Weingüter ausgerechnet aus der gleichen Region haben und dazu noch die beiden einzigen Weingüter, die in der DOC Contea di Sclafani eigenen Wein abfüllen. Aber nordsizilianische Tunnel sind ein guter Ort zum Nachdenken, denn vor jedem steht ein Schild “tunnel non illuminato” und dann kann man die nagelneue Beleuchtung im Tunnel einfach ausgeschaltet lassen, um Strom zu sparen. Im so entstehenden Dunkel, das natürlich niemanden außer uns dazu veranlasst, langsamer zu fahren oder mehr als zwei Stoßstangen breit Abstand zu halten, denkt man nämlich besser an was anderes als an den Verkehr.  

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