Weingut Dievole: Visionäre Traditionalisten
Senkrechtstarter im Kölner Weinkeller.
Kaum haben wir 2025 das Weingut Dievole bei uns als Neuentdeckung ausgezeichnet, geht es in der Titelsammlung weiter:
„Tocca Stelle“, unser „Wein des Jahres 2026“, stammt aus ebendiesem toskanischen Weingut.
Der Jahrgang 2017 war der erste, in dem zertifizierter Bio-Wein produziert wurde.
Seit vielen Jahren wird Dievole von internationalen Experten für seine herausragenden Weine gelobt und ausgezeichnet.
Natur pur in der Toskana
Dievole ist an einem Logenplatz im Chianti Classico verortet. Es liegt nordöstlich von Siena, nahe Castelnuovo Berardenga. Wer zum ersten Mal in dieses malerische Nirgendwo kommt, spürt sofort, welch besondere Gegend es ist. Teils sandiges, teils schlammiges Terroir mit dichtem Fossilien- und Mergelvorkommen sorgt in Verbindung mit der Höhenlage für ein klar schmeckbares Profil.
Das Herzstück: Sangiovese
1090 gegründet, wird das Weingut seit dem Jahr 2012 vom gebürtigen Italiener Alejandro Bulgheroni geführt. Dies markiert den Beginn einer neuen Ära: Eine neue Geschäftsführung sowie ein innovatives technisches Team nahmen ihre Arbeit auf. Lorenzo Bernini übernahm den agronomischen Bereich, Luigi Temperini kam später hinzu, um die önologische Arbeit zu unterstützen. Ergänzt wurde das Team durch Alberto Antonini als Berater – einen renommierten Önologen mit internationaler Reputation. Gemeinsam kehrte die Mannschaft zu ihren Wurzeln zurück und stellt seither die Sangiovese-Traube in den Mittelpunkt ihrer Arbeit.
Adelige Herkunft
Wie um alle alten italienischen Weingüter ranken sich auch um Dievole (abgeleitet von „Dio vuole“ – „Gott will“) zahlreiche Legenden. Zwei Freunde des Klostervorstehers Abbate Rolando sollen im 11. Jahrhundert das Land für den Traubenanbau gepachtet haben. Sie zahlten dafür jährlich drei Brote, einen Kapaun und sechs Silbermünzen. Später übernahmen nahezu alle Adelsfamilien aus Siena nacheinander die Eigentümerschaft. Ihr Wirken ist beispielsweise auf dem Etikett von „Tocca Stelle“ nachvollziehbar: Als Inspirationsquelle des Designs gilt das Wappen der adeligen Familie Terrosi Vangoli.