Hecht & Bannier - die Schatzsucher


Gregory Hecht & Francois Bannier
Landschaft in Südfrankreich

Das Weingut

Hecht & Bannier wurde erst 2002 gegründet, hat sich aber innerhalb nur weniger Jahre im Süden Frankreichs und darüber hinaus einen Namen gemacht. Gregory Hecht und François Bannier haben sich zur Aufgabe gemacht, den unbekannten und vor allem auch häufig unterschätzten Weine aus dem Languedoc, Roussillion und der Provence die Anerkennung entgegenzzubringen, die sie vedient haben. Die beiden sind große Kenner des Südens und immer wieder überraschen sie uns mit ihren Weinen. Also mehr als nur ein wichtiger Weinlieferant, ein Ratgeber, ein guter Freund.

Auf 70 % der Rebfläche des Südens machen die Besitzer nämlich gar keinen eigenen Wein. „Im Languedoc und Roussillon werden viele Weine deutlich unter Wert verkauft“, meint François, „oder besser, auch unter Wert hergestellt.... 

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Der Steckbrief

  • Inhaber: Gregory Hecht und François Bannier
  • Region: Côte Languedoc, Roussillon, Provence
  • Rebsorten: alle typischen Rebsorten des Südens 
  • Produktion: ca. 400.000 Flaschen/ Jahr
  • Rebfläche: keine eigene Rebfläche
  • Stilistik: sehr typische Weine für die jeweilige Unterregion
  • Terroir: alle Terroir-Arten des Südens
  • Besonderheiten: Négociant, d.h. sie bauen keinen Wein selber an, sondern produzieren mit kleinen Winzern und Traubenproduzenten ihre Weine. Der erste Top-Négoc der Region! 

Hecht & Bannier

Die Schatzsucher

Hecht & Bannier wurde erst 2002 gegründet, hat sich aber innerhalb nur weniger Jahre im Süden Frankreichs und darüber hinaus einen Namen gemacht. Gregory Hecht und François Bannier haben sich zur Aufgabe gemacht, den unbekannten und vor allem auch häufig unterschätzten Weine aus dem Languedoc, Roussillion und der Provence die Anerkennung entgegenzzubringen, die sie vedient haben.

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Alle Weine von Hecht & Bannier

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91 Parker

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Ein Gedicht von einem Rosé vom bekannten Lugana Weingut Ca dei Frati. Die Rebstöcke stehen fast direkt am Ufer des Gardasees, dessen mildernder Einfluss auf das Klima erlaubt, die ...

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Hecht & Bannier Fortsetzung

Minervois
Faugères

Hier stehen alte Rebstöcke auf genialem Terroir und die Leute, denen die Reben gehören, verkaufen das an die Genossenschaft oder den Einkäufer eines großen Füllunternehmens für ein paar Cent. So wird dann auch angebaut und produziert. Menge, spritzen, lieblos. Das Schlimme ist, dass Qualität oft nicht nachgefragt wird, man mit dem Massenwein aber auch kein Geld verdienen kann. EinTeufelskreis. Großes Potenzial, aber noch niemand hatte es wirklich versucht.

Bei unserer Reise durch den Süden fiel uns auf, wie grandios die Idee von François und Gregory ist und wie konsequent sie sie umsetzen. Wenn wir irgendwo bei einem Winzer erzählen, wen wir wo treffen werden, dann heißt es immer: „Ah, Collioure, wie schön“ und „François? Super, schöne Grüße.“ Es scheint, als würden ihn alle Winzer kennen und schätzen. Und natürlich kennt er alle Winzer und auch den hintersten Winkel der Region. „Als wir angefangen haben, war klar, dass wir erst einmal kein Weingut haben wollten“, erzählt er über den Anfang, „wo denn auch? Wir lieben die Weine aus der Provence, wie die aus Saint-Chinian, die edelsüßen aus Maury sind uns genauso wichtig wie die trockenen roten aus dem Roussillon und dann gibt es ja auch noch Weißweine und Rosés ...“ Diese, na ja, Entscheidungsschwäche hat zu dem genialen Konzept geführt. „Wir kaufen hauptsächlich fertige Weine im Fass, manchmal auch Trauben, aber die Cuvéetierung, der Ausbau und vor allem die Reifung sind unsere Sache.“ Schon das „Einkaufen“ ist so eine Sache. „Ja“, hatte ein Winzer uns lachend gesagt, „wenn François und Gregory da waren, weiß ich immer, welche Fässer bei mir im Keller sich am besten entwickeln werden, denn die wollen die beiden dann haben.“

Aber es ist eben nicht nur damit getan, die besten Partien für ihre Cuvées herauszusuchen, in den wenigen Jahren, die sie das schon machen, haben sie die Winzer auch immer beraten und versucht, die Qualität direkt am Stock zu verbessern. „Dadurch, dass wir viel rumkommen und viel hören, was wo wie gemacht wird, können wir auch Tipps geben und den Winzern helfen, selber besser zu werden. Auch die reinen Traubenproduzenten und die Winzer,die das meiste an die Genossenschaft abgeben, schätzen das, denn langfristig heißt mehr Qualität auch mehr Geld.“ Wie oft François dabei unterwegs ist, sieht man schon daran, dass es extrem schwer war, einen Termin mit ihm zu machen. Eigentlich wollten wir uns in Aix-en-Provence treffen, wo er wohnt. Da er aber einigeTage im Roussillon war, ist es Collioure geworden. Wir sitzen also im alten Hafen auf der Kaimauer vor der berühmten Kirche, die Matisse, Derai und Braque schon gemalt haben, holen Bier und Pastis aus der nächsten Kneipe und François erzählt über seine Ideen. „An der Rhône gibt es Guigal oder Châpoutier, im Burgund Faiveley, Jadot, Magnien und viele andere. Da basiert ein Großteil der Produktion auf dem Négoc-Prinzip. Fast die gesamte Champagne kauft ihre Weine oder Trauben von Winzern, die nicht selber vermarkten oder nicht einmal Wein herstellen. Sicher werden wir so keinen Einzellagen-Cru aus der kleinsten und steilsten Lage am  Picwieauchimmer machen. Aber es fragt sich, ob das im Süden überhaupt Sinn macht. Hier ist der Unterschied der einzelnen Lagen nicht ganz so groß, der der einzelnen Regionen kann aber riesig sein.“

Den Vorteil, den er als Négociant hat, erklärt er uns am Beispiel seines (und auch unseres) Lieblings-Rotweins, des Saint-Chinian. „Saint-Chinian ist eine kleine Appellation und trotzdem haben wir hier drei völlig verschiedene Böden. Es gibt Kalkstein, Sandstein und schwarzen Schiefer. All das mit sehr ähnlichen klimatischen Bedingungen. Der Saint-Chinian lebt davon, dass die unterschiedlichen Rebsorten auf unterschiedlichem Terroir stehen und dann zusammenkommen. Wir haben nun den Vorteil, dass wir je nach Witterungsverlauf unser Blend etwas anders gestalten können. In sehr heißen Jahren kann der Syrah vom Schiefer schnell etwas überreif werden, dann können wir mehr Wein von den etwas kälteren Böden nehmen oder wir verändern den Anteil von Mouvèdre und Grenache ein wenig. Was wir damit rausarbeiten können, ist eben immer ein typischer Saint-Chinian. Für uns heißt das, er hat immer diese delikate südliche Art, aber auch eine unheimlich belebende Frische. Auch die Reifung des Weins ist dabei sehr wichtig. Im Laufe der Jahre sind wir dazu gekommen, viele Weine immer später auf den Markt zu bringen. Die Reifung in großen Holzfässern und später auf der Flasche gibt dem Wein noch eine zusätzliche Dimension und erlaubt es uns, auch Weine auf den Markt zu bringen, wenn sie anfangen, sich zu entwickeln. Bei Blindverkostungen sind wir dann oft ziemlich überrascht: „Toller Côte-Rôtie“, hören wir dann häufig, aber das ist wohl, weil die Weine des Südens immer noch unterschätzt werden.“

Ein anderer genialer Wein, der so nur bei einem Négoc entstehen kann, ist z. B.der Languedoc rouge. Im einfachen Languedoc dürfen nämlich Trauben sowohl aus dem Languedoc als auch aus dem Roussillon vertreten sein. Viele Winzer und Abfüller nutzen das sozusagen heimlich, um Mengen- und Nachfrageschwankungen auszugleichen, der Unterschied „Erzeugerabfüllung“ oder einfach „Abfüller“ auf dem Etikett fällt ja nur den wenigsten auf. François und Gregory nutzen diese Freiheit ganz bewusst und sehr intelligent aus. „Im Languedoc gibt es den besten Syrah, im Roussillon den besten Grenache und aus dem Minervois kommt noch etwas an Carignan",  erzählt Francois, „für uns ergibt das eine Art Fingerabdruck des Südens, ein Wein, der typischer kaum sein kann, und auch den lassen wir einige Zeit reifen, aber nicht in Holzfässern, sondern im Stahltank.“ Wenn man François zuhört, merkt man, wie groß die Vielfalt im Süden ist und wie viele Gedanken man sich bei Hecht & Bannier macht, diese adäquat abzubilden.

Faugères" sagt er, „ist einer der verborgenen Schätze des Languedoc. Die Appellation gehört zu den kleinsten der Region und ihr Boden an den Abhängen der Montagnes Noirs, der schwarzen Berge, ist einzigartig. Reiner Schiefer. Hier stehen Carignan, Cinsault, Grenache, Mourvèdre und Syrah. Unser Faugères ist hauptsächlich Syrah und Mourvèdre. Mourvèdre ist eigentlich ungewöhnlich für uns, aber der wächst hier perfekt. Zum Vinifizieren ist er aber ein Albtraum, wegen der, na, sagen wir mal im Idealfall gut strukturierten Tannine. Der Wein ist immer etwas schüchtern, wenn er auf die Flasche kommt, aber er hat mit das beste Entwicklungspotential im Süden. Wir wechseln von der Kaimauer ins Restaurant, wo der Abend noch lang wird. François erzählt von Winzern, von Orten in der Region, von Geheimtipps und wo welche Rebsorte warum und wie am besten wächst. Wenn man ihm zuhört, dann hat man den Eindruck, dass der Süden seine beste Zeit noch vor sich hat und dass man sich hier unten häufiger und genauer umsehen muss. Zu jeder Geschichte hat er direkt auch eine Flasche parat, sodass nachher sechs oder acht Flaschen H&B neben uns auf dem Tisch stehen. Die Sonne ist längst untergegangen und Collioure ist jetzt wie ausgestorben.   

 

 

Hecht & Bannier Fortsetzung

Die beiden sind große Kenner des Südens und immer wieder überraschen sie uns mit ihren Weinen. Also mehr als nur ein wichtiger Weinlieferant, ein Ratgeber, ein guter Freund.

Auf 70 % der Rebfläche des Südens machen die Besitzer nämlich gar keinen eigenen Wein. „Im Languedoc und Roussillon werden viele Weine deutlich unter Wert verkauft“, meint François, „oder besser, auch unter Wert hergestellt....

Hier stehen alte Rebstöcke auf genialem Terroir und die Leute, denen die Reben gehören, verkaufen das an die Genossenschaft oder den Einkäufer eines großen Füllunternehmens für ein paar Cent. So wird dann auch angebaut und produziert. Menge, spritzen, lieblos. Das Schlimme ist, dass Qualität oft nicht nachgefragt wird, man mit dem Massenwein aber auch kein Geld verdienen kann. EinTeufelskreis. Großes Potenzial, aber noch niemand hatte es wirklich versucht.

Bei unserer Reise durch den Süden fiel uns auf, wie grandios die Idee von François und Gregory ist und wie konsequent sie sie umsetzen. Wenn wir irgendwo bei einem Winzer erzählen, wen wir wo treffen werden, dann heißt es immer: „Ah, Collioure, wie schön“ und „François? Super, schöne Grüße.“ Es scheint, als würden ihn alle Winzer kennen und schätzen. Und natürlich kennt er alle Winzer und auch den hintersten Winkel der Region. „Als wir angefangen haben, war klar, dass wir erst einmal kein Weingut haben wollten“, erzählt er über den Anfang, „wo denn auch? Wir lieben die Weine aus der Provence, wie die aus Saint-Chinian, die edelsüßen aus Maury sind uns genauso wichtig wie die trockenen roten aus dem Roussillon und dann gibt es ja auch noch Weißweine und Rosés ...“ Diese, na ja, Entscheidungsschwäche hat zu dem genialen Konzept geführt. „Wir kaufen hauptsächlich fertige Weine im Fass, manchmal auch Trauben, aber die Cuvéetierung, der Ausbau und vor allem die Reifung sind unsere Sache.“ Schon das „Einkaufen“ ist so eine Sache. „Ja“, hatte ein Winzer uns lachend gesagt, „wenn François und Gregory da waren, weiß ich immer, welche Fässer bei mir im Keller sich am besten entwickeln werden, denn die wollen die beiden dann haben.“

Aber es ist eben nicht nur damit getan, die besten Partien für ihre Cuvées herauszusuchen, in den wenigen Jahren, die sie das schon machen, haben sie die Winzer auch immer beraten und versucht, die Qualität direkt am Stock zu verbessern. „Dadurch, dass wir viel rumkommen und viel hören, was wo wie gemacht wird, können wir auch Tipps geben und den Winzern helfen, selber besser zu werden. Auch die reinen Traubenproduzenten und die Winzer,die das meiste an die Genossenschaft abgeben, schätzen das, denn langfristig heißt mehr Qualität auch mehr Geld.“ Wie oft François dabei unterwegs ist, sieht man schon daran, dass es extrem schwer war, einen Termin mit ihm zu machen. Eigentlich wollten wir uns in Aix-en-Provence treffen, wo er wohnt. Da er aber einigeTage im Roussillon war, ist es Collioure geworden. Wir sitzen also im alten Hafen auf der Kaimauer vor der berühmten Kirche, die Matisse, Derai und Braque schon gemalt haben, holen Bier und Pastis aus der nächsten Kneipe und François erzählt über seine Ideen. „An der Rhône gibt es Guigal oder Châpoutier, im Burgund Faiveley, Jadot, Magnien und viele andere. Da basiert ein Großteil der Produktion auf dem Négoc-Prinzip. Fast die gesamte Champagne kauft ihre Weine oder Trauben von Winzern, die nicht selber vermarkten oder nicht einmal Wein herstellen. Sicher werden wir so keinen Einzellagen-Cru aus der kleinsten und steilsten Lage am  Picwieauchimmer machen. Aber es fragt sich, ob das im Süden überhaupt Sinn macht. Hier ist der Unterschied der einzelnen Lagen nicht ganz so groß, der der einzelnen Regionen kann aber riesig sein.“

Den Vorteil, den er als Négociant hat, erklärt er uns am Beispiel seines (und auch unseres) Lieblings-Rotweins, des Saint-Chinian. „Saint-Chinian ist eine kleine Appellation und trotzdem haben wir hier drei völlig verschiedene Böden. Es gibt Kalkstein, Sandstein und schwarzen Schiefer. All das mit sehr ähnlichen klimatischen Bedingungen. Der Saint-Chinian lebt davon, dass die unterschiedlichen Rebsorten auf unterschiedlichem Terroir stehen und dann zusammenkommen. Wir haben nun den Vorteil, dass wir je nach Witterungsverlauf unser Blend etwas anders gestalten können. In sehr heißen Jahren kann der Syrah vom Schiefer schnell etwas überreif werden, dann können wir mehr Wein von den etwas kälteren Böden nehmen oder wir verändern den Anteil von Mouvèdre und Grenache ein wenig. Was wir damit rausarbeiten können, ist eben immer ein typischer Saint-Chinian. Für uns heißt das, er hat immer diese delikate südliche Art, aber auch eine unheimlich belebende Frische. Auch die Reifung des Weins ist dabei sehr wichtig. Im Laufe der Jahre sind wir dazu gekommen, viele Weine immer später auf den Markt zu bringen. Die Reifung in großen Holzfässern und später auf der Flasche gibt dem Wein noch eine zusätzliche Dimension und erlaubt es uns, auch Weine auf den Markt zu bringen, wenn sie anfangen, sich zu entwickeln. Bei Blindverkostungen sind wir dann oft ziemlich überrascht: „Toller Côte-Rôtie“, hören wir dann häufig, aber das ist wohl, weil die Weine des Südens immer noch unterschätzt werden.“

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Faugères" sagt er, „ist einer der verborgenen Schätze des Languedoc. Die Appellation gehört zu den kleinsten der Region und ihr Boden an den Abhängen der Montagnes Noirs, der schwarzen Berge, ist einzigartig. Reiner Schiefer. Hier stehen Carignan, Cinsault, Grenache, Mourvèdre und Syrah. Unser Faugères ist hauptsächlich Syrah und Mourvèdre. Mourvèdre ist eigentlich ungewöhnlich für uns, aber der wächst hier perfekt. Zum Vinifizieren ist er aber ein Albtraum, wegen der, na, sagen wir mal im Idealfall gut strukturierten Tannine. Der Wein ist immer etwas schüchtern, wenn er auf die Flasche kommt, aber er hat mit das beste Entwicklungspotential im Süden. Wir wechseln von der Kaimauer ins Restaurant, wo der Abend noch lang wird. François erzählt von Winzern, von Orten in der Region, von Geheimtipps und wo welche Rebsorte warum und wie am besten wächst. Wenn man ihm zuhört, dann hat man den Eindruck, dass der Süden seine beste Zeit noch vor sich hat und dass man sich hier unten häufiger und genauer umsehen muss. Zu jeder Geschichte hat er direkt auch eine Flasche parat, sodass nachher sechs oder acht Flaschen H&B neben uns auf dem Tisch stehen. Die Sonne ist längst untergegangen und Collioure ist jetzt wie ausgestorben.   

 

 

Der Steckbrief

  • Inhaber: Gregory Hecht und François Bannier
  • Region: Côte Languedoc, Roussillon, Provence
  • Rebsorten: alle typischen Rebsorten des Südens 
  • Produktion: ca. 400.000 Flaschen/ Jahr
  • Rebfläche: keine eigene Rebfläche
  • Stilistik: sehr typische Weine für die jeweilige Unterregion
  • Terroir: alle Terroir-Arten des Südens
  • Besonderheiten: Négociant, d.h. sie bauen keinen Wein selber an, sondern produzieren mit kleinen Winzern und Traubenproduzenten ihre Weine. Der erste Top-Négoc der Region! 
Gregory Hecht & Francois Bannier
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