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Wittmann - Vater und Sohn

Ein wenig werden sich Philipp Wittmann und sein Vater Günter schon verwundert die Augen reiben, wenn sie auf die letzten Jahre zurückblicken. Welche Wein-Region in Deutschland war vor zehn Jahren denn noch so unsexy wie Rheinhessen? Der Dornfelder-Boom hatte dazu geführt, dass viele Weinberge gerodet und neu bestückt wurden, um schließlich immer billiger werdende grausige Weinbrühe zu ergeben.

Bei den Wittmanns hat man zum Glück der vermeintlich schnellen Mark widerstanden und weiterhin auf die klassischen Rebsorten gesetzt. Mit der Renaissance des deutschen Weines kam dann auch ein fast unglaublicher Erfolg. Ein Lagenwein, ein Großes Gewächs für 40,- € die Flasche? Das ist doch nur Riesling, hätte man in den Achtzigern gesagt, heute ist der Morstein nicht nur in Deutschland einer der Kult-Weine und muss zugeteilt werden.
Erfolg heißt auch harte Arbeit und die Umstellung auf biodynamische Arbeitsweise war nicht immer einfach. In Jahren wie 2006 ist die Versuchung groß, gegen Fäulnis und Co. mit der Spritze vorzugehen, aber langfristig zahlt sich die Standhaftigkeit aus. Die Erträge reduzieren sich auf ganz natürliche Art und Weise, die Weine werden konzentrierter, ohne fetter zu werden, und wenn sich Weinberg und natürlich der Winzer erst einmal daran gewöhnt haben, ist es so sogar fast entspannter. Man muss nicht nur auf die Spitzenklasse der Großen Gewächse, mit denen Philipp Wittmann zu den besten Weißwein-Produzenten der Welt gehört, blicken, um zu wissen, wie gut die Weine sind.
Sein Village-Wein ist schon etwas Besonderes. Er hat die Dichte und Mineralität, die ihn zu einem ganz großen Wein macht, man merkt das auch daran, dass die Frucht noch etwas verschlossen daherkommt. Große Weine brauchen immer etwas Zeit, also ggf. auch dekantieren. Weniger bekannt ist z. B. sein Weißburgunder S, leider kein Lagenwein, aber ein großer Burgunder.
Hier zeigt sich, wie nah Riesling und Burgunder zusammenliegen können, auch in dem, was der Winzer macht. Der Weißburgunder gilt ja oft als die etwas einfachere Burgunder Rebsorte und es gibt auch sicherlich nicht so viele Winzer, die sich mit ihr die Mühe geben, sie zu solcher Vielschichtigkeit und Tiefe zu bringen. Wer das einmal erleben will, sollte sich eine der raren Flaschen vom 2010er sichern, die wir noch im Keller haben. 

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