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Wittmann – Geschichte wird gemacht und wir sind mittendrin

Günter Wittmann hat ein Händchen für Pflanzen und Natur. Um das zu erkennen, muss man nicht mal in die Weinberge der Familie, da reicht ein Besuch auf dem Hof, wo die andere Leidenschaft von Wittmann Senior beredtes Zeugnis von seiner Liebe zu Natur und Pflanzen ablegt: die unglaublichen Rosenstöcke. Es sollen schon Besucher vom Weingut zurückgekehrt sein, die mehr von den Rosen als den Weinen erzählt haben. Vielleicht ist es da kein Wunder, dass der penibel arbeitende Rosenzüchter sich zur Umstellung auf Bio-Weinbau entschlossen hat zu einem Zeitpunkt, zu dem daran noch kaum jemand gedacht hatte.

„Wir feiern dieses Jahr 30 Jahre Bio-Zertifizierung,“ erzählt Philipp Wittmann stolz. Der erste Jahrgang ist der 1990er – ein Siegel hatte er noch nicht, denn das gab es noch gar nicht. Die geschützte Kennzeichnung wurde erst wesentlich später eingeführt. „Meine Eltern waren damals richtige Pioniere, hier in Deutschland gehörten sie zu den ersten, die so gearbeitet haben.“ Dabei, so räumt er gleich ein, sei das milde Klima in Rheinhessen ein großer Vorteil gewesen. In den meisten anderen Weinbauregionen in Deutschland habe man größere Probleme mit Krankheiten oder Pilzbefall im Weinberg, daher konnte man in Rheinhessen den Schritt etwas früher wagen. Die Eltern waren davon überzeugt, dass die biologische Landwirtschaft das Richtige ist. Ihnen sei es vor allem darum gegangen, die Böden wieder gesund zu bekommen, auch um etwas nachhaltig Gutes an die nachfolgende Generation, ihn, Philipp, weiterzugeben. „Darüber bin ich extrem glücklich, denn so konnte ich mich auf den nächsten Schritt und das Thema meiner Generation konzentrieren: Erträge zu reduzieren und das Terroir so noch feiner abzubilden.“

Für Philipp Wittmann war das Thema Terroir und Lagen schon immer eine Herzensangelegenheit. Auch daran, dass der VDP durch die Qualitätspyramide vom Gutswein bis zum Großen Gewächs in der heutigen Form vor allem auf Terroir-Weine setzt, hat Philipp seinen Anteil. Er war lange Präsident des VDP Rheinhessen und hat erst Anfang dieses Jahres seinen Vorsitz abgegeben.

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Wenn er von seiner Arbeit redet, wird schnell klar, dass für Philipp die absolut exakte Abbildung seiner Lagen über allem steht. Auf die Umstellung zur Biodynamie angesprochen, die unter seiner Leitung im Jahr 2004 vollzogen wurde, ist der erste Satz, der ihm dazu kommt: „Wir erleben den Weinberg heute viel eigenständiger, verstehen ihn ganzheitlicher.“ Mit den mystischen Aspekten von Biodynamie hat er nicht viel am Hut, Philipp ist Pragmatiker und vor allem geht es ihm um den Wein. Deswegen ist er auch dem Verband ‚Respekt‘ beigetreten, der nur aus Winzern besteht und dessen Fokus ganz klar auf dem Wein liegt. „Biodynamie ist schon eine Art Bio-Plus“, sagt Philipp, auch wenn er sich ein bisschen schwertut, sich auf diese Antwort festzulegen. Aber er holt dann noch ein wenig aus, um sich etwas klarer auszudrücken: „Seit wir auf biodynamische Landwirtschaft umgestellt haben, merkt man, dass die Weinberge auch mal eine Krise besser wegstecken können. Und die Wachstumsbalance ist viel besser, was letzten Endes heißt, dass die Trauben besser ausreifen. Die Qualität ist stabiler als vorher. Es geht darum, die Natur einfach machen zu lassen.“ Kurz zögert er und grinst. „Man ist mehr so eine Art Teammanager und Trainer für den Weinberg.“

Jedoch, und da wird er auch schon wieder ernst, spiele der Klimawandel da auch seine Rolle. „Wir brauchen uns nichts vormachen, seit zehn, vielleicht sogar 15 Jahren arbeiten wir unter veränderten Bedingungen. Und das ist im Moment noch ein Vorteil. Die dünnen, säuerlichen Jahrgänge von früher, die gibt es nicht mehr.“ Doch das Thema Nachhaltigkeit ist eben nicht nur auf den eigenen Weinberg beschränkt, vor allem, wenn das Familienweingut nun bereits seit etwa 15 Generationen besteht und rund 350 Jahrgänge Wein gemacht hat. Philipp Wittmann ist sehr bewusst, dass der Klimawandel ein bestimmendes Thema für die nachfolgende Generation sein wird.

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Philipp sagt, dass er in seinen Wein bergen das Potenzial sieht, auch auf die Klima- Veränderungen zu reagieren. „So wie ich es einschätze, haben wir noch Spielraum, zum Beispiel indem wir in den Top-Lagen höher gehen. Auf 280 Höhenmetern haben wir heute Probleme, die Trauben reif zu bekommen. Das wird sich in Zukunft ändern.“ Er glaubt, dass seine Generation ohne tiefgreifende Veränderungen weiterarbeiten kann, zumal es anderswo auf der Welt zum Teil schon Lösungen gibt für Probleme, die in Deutschland noch kommen werden. „Ich war 2004 das erste Mal in Australien und habe mir angeschaut, was dort mit dem Riesling gemacht wird. Wie wird zum Beispiel dafür gesorgt, dass die Trauben beschattet werden und so weiter. Das wird für uns vielleicht auch bald ein Thema.“ Allerdings schätzt er, dass das Thema auf seine Kinder zukommen wird: „In 20 bis 25 Jahren könnte man mit einigen Traditionen brechen müssen.“ Zum Glück ist bis dahin noch viel Zeit! 

 

2019 GRAUER BURGUNDER TROCKEN

Es ist schon erstaunlich, wie unterschätzt der Grauburgunder zum Teil noch ist. Viele Weinliebhaber nehmen die Sorte nicht ernst, zu stark die Aromatik, zu traumatisch die Erinnerungen an Ruländer. Dabei gibt es vielleicht schon längst tolle Weine, die diese Sorte von ihrer interessanten Seite zeigen, so wie dieser Gutswein. Typisch würziger Duft mit feinen Nussaromen, reifer, gelber Birne, Zitronenmelisse. Kraftvoller Gaumen mit mildem, saftigem Fruchtkern. Beeindruckend anhaltend und würzig. Viel Wein fürs Geld. 

2019 Grauer Burgunder trocken (0,75l) 11,21 €  shopping_basket

 

2018 RIESLING TROCKEN

Es ist eine Spitzenleistung von Philipp Wittmann: Jedes Jahr zählt sein Gutsriesling zu den besten seiner Klasse. Das zeigt die unheimlich hohe Qualität dieses Weingutes. Der 2018 Riesling erfreut mit seiner intensiven Frucht, deutlichen Pfirsich- und Melonen-Noten, ebenso Birne und Limetten. Frische, zitrische Säure, die den griffigen Körper umspielt; im Abgang tritt eine fast salzige Note zutage. Ein hinreißender Botschafter für das Weingut und sogar ganz Rheinhessen. Höchst empfehlenswert, auch für Riesling-Muffel. 

2018 Riesling trocken (0,75l) 11,21 €  shopping_basket

 

2019 SCHEUREBE TROCKEN

Scheurebe? Bei einem deutschen Spitzenwinzer? „Wie gut die ist“, sagt Philipp Wittmann, „hängt bei dieser Sorte mehr noch als bei anderen davon ab, wie alt die Rebstöcke sind.“ Seine sind im Schnitt etwa 50 Jahre alt. Das ist der Grund für diesen hocharomatischen und dennoch enorm eleganten Wein. Feine und duftige Nase mit floralen Aromen und frischen Noten von Zitrus, Minze und der typischen Grapefruit. Erstaunlich elegant mit feiner, geradezu zurückhaltender Frucht und angenehmer Frische. Warum trinken wir eigentlich alle so viel (teuren) Sauvignon Blanc? Eine gelungene Scheurebe wie diese kann da locker mithalten! 

2019 Scheurebe trocken (0,75l) 11,60 € shopping_basket

 

Angebote gültig bis 02.08.2020, bzw. so lange der Vorrat reicht.