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Winzerchampagner: Jérôme Coessens

Als wir Jérôme Coessens das erste Mal auf dem Weingut besuchten, waren wir etwas erstaunt. Eine große schmucklose Halle oberhalb des kleinen altertümlichen Ortes Villesur-Arce und dann sagt er uns, „Kommt, ich zeige euch meinen Weinberg“. Uns war der Singular erst gar nicht aufgefallen, aber als wir dann vor dem Largillier genannten Weinberg standen, fragten wir unwillkürlich: „Und wo ist der Rest?“ Es gibt keinen Rest, diese knapp drei Hektar an einem sanft nach Südwesten hinfließenden Hang vor Ville-sur-Arce sind alles. Kaum mehr als 20.000 Flaschen gibt das. Ein Mikroweingut für Champagner-Verhältnisse, in dem es die großen Häuser auf Flaschenzahlen im zweistelligen Millionenbereich bringen.

Jérôme schildert uns ausführlich die Vorteile dieser Parzelle. Seit dem 12. Jahrhundert bereits wird sie als einzelne Parzelle ausgewiesen und war immer der Paradeweinberg der Grafen von Ville-sur-Arce. Im 19. Jahrhundert geriet sie dann in Vergessenheit. Die großen Champagnerhäuser waren mehr an Menge als an Qualität interessiert, Champagner war hauptsächlich süß und da kam es auf Mineralik und Vielschichtigkeit nicht an. Für die Trauben- und Grundweinproduzenten hieß das, möglichst einfach zu bearbeitende und fruchtbare Böden zu bevorzugen. „Mein Großvater wollte aber unbedingt den Largillier haben“, erzählt Jérôme, „er hat so lange Parzellen getauscht, bis der ganze Weinberg sein Eigen war. Wahrscheinlich waren die anderen Winzer froh, die steinigen Parzellen losgeworden zu sein.“ Nach der Ausbildung hat Jérôme erst einmal für ein großes Champagnerhaus als Außenbetriebsleiter gearbeitet. „Sieben Jahre lang, aber irgendwann war klar, ich möchte meinen eigenen Champagner machen und einen Weinberg hatten wir ja zum Glück.“

2006 hat er dann mit seiner Frau zusammen den Sprung in die Selbstständigkeit gewagt und direkt eine ganz klare Struktur aufgebaut. Nur ein Weinberg: Largilliere, nur eine Rebsorte: Pinot Noir und daraus fünf verschiedene Champagner. Wahrscheinlich eines der ungewöhnlichsten Einzellagen-Konzepte, die es gibt. Da ist der Blanc de Noirs, vielschichtig, expressiv, mit toller Würze und mehr als nur ein Einstieg in die Welt des Coessens Champagner. Für den Rosé werden die Trauben noch mit den Füßen getreten und vermaischt („So bekommen wir die perfekte Extraktion ohne zu viele Gerbstoffe hin.“) und in einer sehr kleinen altertümlichen Korbpresse sanft gepresst. Für Kenner ist der Brut Nature, von dem Jèrôme sagt: „Eigentlich liebe ich die Dosage-zéro-Champagner nicht – weil es so wenige Jahre gibt, in denen man einen machen kann.“ Perfektion ist der Maßstab, weshalb es in der letzten Charge gerade einmal 2.000 Flaschen gab. Der Les Sens Boisés wird in gebrauchten Barriques aus dem nahen Chablis gelagert. Das gibt ihm etwas Gerbstoffe mit und durch die Mikrooxidation eine komplexe Fülle, sodass man ihn unbedingt aus Weingläsern genießen sollte. Und natürlich den Extra Brut Millésime, der als ’09er schon beinahe exotisch herüberkommt.

Auf jeden Fall sind die Coessens Champagner sehr komplexe Weine, die man fast eher wie einen Stillwein aus Burgunder-Gläsern genießen sollte. Bei den wenigen produzierten Flaschen etwas für echte Kenner.

 

Unsere Champagner Tipps

Rote Früchte und weiße Blüten, Pinot Noir trifft auf kargen Kalkboden, das ist der Largillier Blanc de Noirs Brut. Enorm lebendig und trotzdem sehr vielschichtig. Wenn man ihm etwas Luft gibt, bekommt er eine angenehme Würze. Toll als Aperitif, passt aber auch gut zur Wildterrine oder kräftigen Geflügelgerichten. Produktionsmenge: max. 8.000 Flaschen pro Jahr. Trinken bei 7–9 °C

Largillier Blanc de Noirs brut, Coessens 0,75l statt 44,00 € nur 39,90 €

 

Der Largillier Brut Nature – ein Champagner ohne jede Dosage. Knochentrocken ist er, der puristische Ausdruck des Largillier-Terroirs. Erst fast etwas bissig, schlank und ein Überfall an Mineralität, dann, mit etwas Luft, kommen komplexe Himbeer- und Pfirsicharomen und ein Hauch von Tarte Tatin. Trotzdem bleibt er schlank mit einem langen, fast salzig anmutenden Abgang. Nicht zu kalt, am besten aus einem Chianti-Glas (!) genießen, vor allem braucht er etwas Luft. Mit seiner belebenden Frische ist er natürlich ein perfekter Aperitif, aber probieren Sie ihn einmal zu einem jungen Epoisses oder einem Chaource – der Ort liegt gerade einmal 20 km vom Weinberg entfernt. Produktionsmenge: nur in ausgesuchten Jahren maximal 2.000 Flaschen. Trinken bei 8-10°

Largillier Brut nature, Coessens 0,75l statt 49,00 € nur 44,90 €

 

Gerade in einem reifen Jahr wie 2009 zeigt sich die Stärke des kargen Kalkbodens in Largillier, die Weine behalten trotzdem ihre Spannung und Frische. Der Largillier Extra Brut Millésime zeigt sich dabei sehr komplex nach reifen Äpfeln, Mandarinen, Frühlingsblumen und Lindenblüten. Die Noten nach kandierten Zitrusfrüchten geben ihm eine angenehm runde, ausgewogene Komponente, sodass er für einen Extra Brut erstaunlich harmonisch wirkt. Am besten aus einem Burgunder-Glas genießen. Versuchen Sie ihn mal zu einem Filet Mignon oder einem Langres-Käse. Produktionsmenge: maximal 2.000 Flaschen – bisher nur in den Jahren 2006 und 2009. Trinken bei 10–12 °C, jetzt bis 2020

2009 Largillier Extra Brut Millésime, Coessens 0,75l statt 58,00 € nur 53,90 €

 

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Gültig bis 31.12.2015, bzw. so lange der Vorrat reicht.