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Winzer-Champagner: Was ist das?

Jedes Jahr werden in der Champagne rund 390 Millionen Flaschen Schaumwein hergestellt,in den Kellern lagern in Fässern und Flaschen noch einmal ca. 1,2 MilliardenLiter. Man kann nicht sagen, dass die Champagne klein sei. Aber fast 70 % der Produktion werden von den großen Champagnerhäusern verkauft. Alleine die LVMHGruppe, zu der Moët & Chandon, Veuve Clicquot, Ruinart und Krug gehören, setzt mehr als 62 Millionen Flaschen um. Dabei besitzen die Handelshäuser nur 10 % der gesamten Rebfläche der Region. Also müssen sie Grundweine und Trauben zukaufen. Das geschieht zum Teil mit langfristigen Verträgen, die sie mit einzelnen Winzern aushandeln, zum Teil aber auch auf einer Art Spot-Markt. So gesehen hat Champagner wenig mit dem klassischen Bild des Winzers zu tun. Champagner ist Big Business.

Auf die Genossenschaften entfallen 10% der Produktion, bleiben also nur ca. 20% für selbst vermarktende Winzer, die aus ihren eigenen Trauben einen eigenen Wein nach ihren Vorstellungen machen.

Eine solche Konzentration auf die Big Player muss natürlich auch eine gewisse Uniformität der Weine mit sich bringen. Eigentlich war dies auch einmal die Idee der Champagne. Der Mönch Dom Pérignon und seine Nachfolger wollten nicht ein individuelles Produkt machen, sondern, in Zeiten, in denen die Jahrgänge permanent zwischen schrecklich und traumhaft wechselten, ein zuverlässiges, immer gleich gut schmeckendes Produkt erreichen. So gesehen war der Mönch ein Kind der Aufklärung, der an die Beherrschung der Natur durch den Menschen glaubte. Nun gibt es schon seit einiger Zeit kaum noch wirklich schreckliche Weinjahre, auch in der Champagne nicht. Das hat weniger mit der Klimaerwärmung zu tun, sondern vielmehr mit dem gestiegenen Wissen und den verfeinerten Produktionsmethoden. Schon im Weinberg weiß man viel besser, was man warum macht und wie alles zusammenhängt. Das lässt dann eben auch mehr Raum für Individualität.

Während man sich früher in acht von zehn Jahren darum bemühen musste, überhaupt reife Trauben in den Keller zu bekommen, kann man sich jetzt um das Terroir und die Idee, die man vom Wein hat, kümmern. Es gab immer einige Winzer, die selber vermarktet haben, aber in den letzten 20 Jahren sind viele neue hinzugekommen, vor allem auch Produzenten, die das Besondere ihres Terroirs herausarbeiten und eigenständige Cuvées erzeugen. Sie sind in der Champagne zwar immer noch in der Minderheit, aber ihre Anerkennung steigt stetig. Das lässt natürlich immer mehr junge Winzer, die früher an die großen Champagnerhäuser verkauft haben, darüber nachdenken, ihre Weine selbst zu vermarkten. Eine Entwicklung, die die großen Häuser mit Sorge betrachten, die dem Konsumenten aber viel Vergnügen bereitet. Zwar sind nicht alle, aber eben doch viele günstiger und besser als die Schaumweine der großen Namen. Und vor allem sind sie individuellerund damit für alle Weinfreunde auch erheblich spannender.

Es gibt in der Champagne noch viel zu entdecken!

 

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