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Weinland Pfalz

Unser neues Weinbrevier hat uns in die Pfalz geführt, dem zweitgrößten Weinanbaugebiet Deutschlands und quasi unsere Toskana. Zwischen dem Saarland, dem Rhein, dem Hügelland Rheinhessens und der französischen Grenze im Süden erstreckt sich die Pfalz über fast 5.500 km2, ca. 1,4 Millionen Menschen leben hier. Ihr Name leitet sich von den mittelalterlichen Kaiserresidenzen ab: Die Monarchen hatten damals keine festen Regierungssitze, sondern reisten umher und lebten dann eine Zeitlang in ihren Pfalzen (vom römischen Palatin, dem Hügel auf dem der Kaiserpalast stand), um die Belange des Reiches zu regeln. Die Rheinpfalz, wie man sie auch bezeichnete, war mit ihrem mildem Klima und den fruchtbaren Böden immer ein sehr begehrtes Gebiet. In Zeiten wie dem 30-jährigen Krieg wird der Segen zum Fluch. Mehr als 3/5 der Bevölkerung fielen damals den Kriegseinwirkungen zum Opfer. 1790 besetzten französische Revolutionstruppe das gesamte linksrheinische Gebiet und der pfälzer Wein wurde französisch. Als Napoleon nach St. Helena geschickt wurde kamen die Bayern. 1846 ließ Ludwig I. oberhalb von Edenkoben, am „wärmsten Punkt seines Reiches“, eine klassizistische Villa erbauen, Villa Ludwigshöhe. In den Wirren nach dem ersten Weltkrieg versuchte die Pfalz dann mal einen eigenen Bundesstaat auszurufen und im November 1923 proklamierten einige Separatisten sogar eine „autonome Republik Pfalz“. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde dann das Bundesland Rheinland-Pfalz geschaffen, das sich hoffentlich niemals für autonom erklären wird, weil Deutschland damit dann fast 70 % seines Weinbaus verlieren würde. Da würden wir doch lieber gefühlte 90 % der deutschen Fußballmeister verlieren.

Das Weinanbaugebiet Pfalz ist knapp hinter Rheinhessen das zweitgrößte Deutschlands. Auf ca. 23.600 Hektar werden hier fast 2,5 Millionen Hektoliter Wein erzeugt. Mehr als die Hälfte der 3.600 Weinbaubetriebe sind nur im Nebenerwerb tätig, zumeist in Genossenschaften. Zu 60 % wächst hier Weißwein. Die Böden sind in der Ebene eher sandig, mit etwas Kalk, Ton und Mergel. In den Top-Lagen der Mittelhardt findet man dann steinigere Böden mit Sandstein, aber auch vulkanischen Beimischungen (Pechstein). Gegen die Kapriolen des Wetters wird die Pfalz durch den Pfälzerwald nach Westen geschützt. Bis fast 700 Meter hoch ziehen sich die dicht bewaldeten Berge und halten kalte Winde, Frost aber auch zu viel Regen ab. 1.800 Sonnenstunden zählt die Pfalz jedes Jahr und im Durchschnitt betragen die Temperaturen hier 11 °C, das ist etwa 0,2 °C mehr als in Beaune, und auch beim Niederschlag steht die Pfalz besser da als das südliche Burgund, 500 mm sind es in Neustadt im Jahr, 760 mm in Beaune. Kein Wunder also, dass in Deidesheim die Feigenbäume an der Straße stehen und das Frühjahr hier schon wirkt wie der Sommer in Berlin. Glückliche Pfalz.

Und wenn Sie nun nicht nur über die Pfalz lesen, sondern Sie gerne auch verkosten möchten, dann finden Sie hier all „unsere“ Weine aus der Toskana Deutschlands.