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Was wächst wo? - Die Rebsorten Südfrankreichs, Teil 2

Carignan Gris

Diese Spielart des Carignan noir wurde 1892 von Alois Combettes entdeckt und erstmals beschrieben. Gleich ihrem Vorfahren ist sie anfällig für Krankheiten wie den echten und falschen Mehltau und auch für Botrytis. Aufgrund ihrer späten Reife wird sie jedoch vor Frösten verschont.

Ihre gräulich gefärbten,mittelgroßen Beeren haben eine dicke Schale und erbringen meist gleichmäßig hohe Erträge und Mostgewichte. Das Ergebnis sind leichte, säurereiche Weine. Größte Bedeutung findet sie in Südfrankreich, wo sie häufig als Verschnittpartner für die Sorten Macabeo, Grenache gris und Grenache blanc dient.

 

Carignan Blanc

Ein weiterer Abkömmling des Carignan noir. Die Carignan blanc wurde 1900 entdeckt und erstmals beschrieben. Auch sie wird hauptsächlich für Verschnitte mit anderen weißen Sorten verwendet, dabei verleiht sie den Cuvées eine frische, säurebetonte Note.

 

Grenache Blanc

Eine Spielart der Grenache noir ist die Grenache blanc. Diese weiße Rebsorte ist hauptsächlich im Roussillon verbreitet, wo sie häufig für den Ausbau von Süßweinen, aber auch trockenen Weißweinen verwendet wird.

Dabei entstehen körperreiche, langanhaltende Weine, welche jedoch mitunter eine unzureichende Säure aufweisen. Aufgrund dessen wirdsie meist mit den Sorten Macabeo und Carignangris oder blanc verschnitten. Die Aromenreichen von Anis-Samen über Kräuter bis zufloralen Noten.

 

Grenache Gris

Die Grenache gris ist der letzte Teil der „Grenache-Trilogie“. Wie auch die Grenache noir und blanc wird auch sie häufig für die Erzeugung von Süßweinen verwendet. Zudem spielt sie auch eine wichtige Rolle in der Produktion der Vins Gris; blassrote Weine aus dunklen Trauben, welche Ähnlichkeit mit Rosés aufweisen.

In Südfrankreich gedeiht die Sorte besonders gut auf kargen, steinigen Hanglagen, da sie eine hohe Widerstandsfähigkeit gegen Wind und Trockenheit besitzt. Die Weine, welche aus der Grenache gris entstehen, sind körperreich, rund und üppig, mit Aromen von Anis, Kräutern und Wiesenblumen.

 

Roussanne

Eine finessenreiche und anspruchsvolle Weißwein-Rebsorte ist die Roussanne, welche ihren Namen durch die vollreifen rostroten (roux) Beeren erhielt.

Beheimatet ist sie in Frankreich, wo sie speziell im Süden auf warmen, steinigen und wasserarmen Hangböden oder auf Lehm-Kalk-Böden gut gedeiht. Ihre Anfälligkeit gegenüber echtem Mehltau und Botrytis lässt ihre Verbreitung jedoch zurückgehen.

Die Rebsorte ergibt elegante, stilvolle und komplexe Weine mit blumigen Noten, Aromen von Weißdorn und Aprikose und anregender Säure. Meist wird sie mit den Rebsorten Marsanne, Grenache blanc und gris oder Carignan blanc verschnitten.

 

Marsanne

Diese ertragsstarke weiße Rebsorte stammt aus Frankreich und ist vermutlich nach der gleichnamigen Gemeinde im südöstlichen Département Drôme benannt und hauptsächlich an der nördlichen Rhône verbreitet. Dort findet sie – häufig zusammen mit den Sorten Roussanne oder Viognier – im weißen Hermitage sowie in den Weißweinen von Saint-Joseph, Côtes du Rhône, Côtes du Rhône Villages und Crozes-Hermitage sowie in den Coteaux du Languedoc Verwendung.

Die körperreichen und goldgelben Weine bestechen durch feine haselnussige, blumige Aromen und mittlerem Säuregehalt, wobei ihr Reifepotenzial mit dem der Roussanne nicht mithalten kann. Im Wallis werden die Trauben bei Überreife gelesen und ergeben süße körperreiche Weine, in Italien hingegen werden sie häufig als Sekt-Grundwein verwendet.

 

Macabeu

Der Macabeu (oder auch Macabeo) ist die meistangebaute weiße Rebsorte in Nordspanien. Nicht zuletzt, da sie in den Bereichen Penedès und Conca de Barberà häufig für die Produktion von Cava verwendet wird. Darüber hinaus sorgt sie unter dem Namen Viura im Rioja für 90 % des weißen Bestandes und wird vor allem für früh trinkbare, frische Weißweine mit niedrigem Alkoholgehalt verwendet.

Aber auch im Roussillon in Südfrankreich wird sie häufig als Verschnittpartner für Grenache gris und blanc sowie Carignan blanc und Bourboulenc angebaut. Werden die Trauben aufdem Höhepunkt der Reife gelesen, ergeben sie feine, fruchtige Weine mit Aromen von gelben Früchten und weißen Blüten. Sie eignen sich auch gut für die Herstellung bernsteinfarbener Dessertweine wie den Rivesaltes.

 

Viognier

Eine Rebsorte, die fordert! Der schwer zu kultivierende und auszubauende Viognier verzeiht keinen Fehler und verlangt so dem Winzer alles ab.Er gedeiht am besten in trockenen, warm heißen Klima an vollbesonnten Hanglagen oder Terrassen. Jedoch sind die Erträge der Rebsorte gering und nach der Reblauskrise Anfang des 19. Jahrhunderts wurden viele schwer zu bearbeitende Steillagen aufgelassen. Aufgrund dessen verschwand die Traube fast komplett; 1968 wurden nur noch 14 Hektar Rebfläche in Frankreich verzeichnet.

Mit der seit Mitte der 1980er Jahre einsetzenden Renaissance der Rhône-Weine erlebte aber auch die Viognier-Rebe einen Aufschwung. Bekanntheit erlangten vor allem die schweren, langlebigen Condrieu-Weine aus dem Rhônetal, wovon ausgehend die Rebsorte sich auch im Süden Frankreichs, im Languedoc und Roussillon, verbreitete.

Aus den Viognier-Trauben entsteht, wenn trocken ausgebaut, ein Wein mit einer vielschichtigen Aromenfülle von gelben Früchten wie Mango, Pfirsich und Aprikose, frischen Blumen und Gewürzen, aber auch Mandeln und Haselnüssen. Er wirkt weich und vollmundigund bereitet sofortiges Trinkvergnügen,wobei die Condrieu-Weine ihre volle Pracht erst nach zwei bis drei Jahren entfalten.

 

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