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Was wächst wo? - Die Rebsorten Südfrankreichs, Teil 1

Syrah

Die Syrah ist eine echte Grande Dame des Südens! Stilbewusst und elegant kommt sie daher und kann sich, wenn sich der Winzer darauf versteht, mit dunkler Frucht, Würze und viel Struktur in die Herzen der Genießer schleichen.

Aufgrund des schönen Namens vermutete man lange Zeit ihre Herkunft in der persischen Stadt Shiraz, doch neue Forschungen widerlegten diese so passende Erklärung. Sie ist in der Region um Savoyen und Ardèche beheimatet, von wo aus sie ihren Siegeszug in die ganze Welt antrat und Winzer- wie auch Genießer-Herzen von Australien (Shiraz) über Neuseeland bis hin nach Südafrika und Mexiko eroberte. Größte Bedeutung und auch immer noch Verbreitung findet die spät austreibende Sorte jedoch im Süden Frankreichs, wo sie auf steinigen, wenig fruchtbaren Böden wunderbare Weine hervorzubringen vermag. Das trocken heiße Klima dort verleiht ihr eine herbe, fast schon raue Art, die ihre Weine komplex, körperreich und sehr lagerfähig werden lässt.

Die Aromen reichen von schwarzer Kirsche und Wildkräutern über Lakritz und Gewürze bis hin zum typischen Veilchen, welches vor allem bei zunehmendem Alter bei keinem Syrah-Wein fehlen darf, egal welche Sprache er spricht. Insbesondere die Syrah-Weine an der Rhône haben große Bekanntheit erlangt, wo sie Bestandteil des majestätischen Hermitage, des eleganteren Côte Rôtie, des leichteren St.Joseph und der Cornas, Crozes-Hermitage und natürlich des Châteauneuf-du-Pape ist.

 

Carignan nori

Ein waschechter Warmduscher ist der spätreifende Carignan noir. Nur mit viel Sonne, Wärme und trockenen Böden entwickelt er sich zur vollen Pracht – also keine Rebsorte, welcher es bei uns in Deutschland besonders gefallen würde… Deshalb hat sie ihren Ursprung auch in Spanien, rings um die Stadt Cariñena, welche auch zugleich namensgebend für den Carignan war. Seit dem 12. Jahrhundert ist er auch in Frankreich verbreitet, wo er auf mageren, wenig fruchtbaren Böden farbintensive und körperreiche Weine ergibt.

Aufgrund seiner kräftigen, gerbsäurebetonten und teils auch leicht bitteren Art wird der Carignan meist als Verschnittpartner für Syrah, Grenache und Cinsault verwendet. Er verleiht dem Wein eine gewisse Weichheit und Substanz, jedoch ist seine wilde, fast schon exzessive Art kaum zu bändigen.

Häufig wird diese Sorte jedoch auch als Massenträger missbraucht und ist somit maßgeblich an den Weinüberschüssen in Europa beteiligt. Wegen seiner hohen Erträge ist der Carignan noir auch in der neuen Welt sehr beliebt, wobei hier einfache Industrieweine hergestellt werden. Besonders jedoch die Winzer im Languedoc und Roussillon beweisen, dass diese Rebsorte feine, charaktervolle Weine hervorbringen kann.

 

Mourvèdre

Dieser rote Geselle wird im Süden Frankreichs seit dem Mittelalter angebaut. Beheimatet ist der Mourvèdre jedoch in Spanien, vermutlich in den Orten Murviedro und Mataro bei Valencia, wo er unter dem Namen Monastrell bekannt ist. Eine Renaissance erlebt die dunkle Rebsorte jedoch in der Provence, hier vor allem im Bandol.

Der Mourvèdre ergibt farbintensive Weine mit Aromen von schwarzen Beeren, Kräutern und Gewürzen. Trotz der intensivenTanninstruktur sind die Weine weich und von einer urtümlichen Fruchtigkeit, was ihn zum idealen Verschnittpartner macht. Der Ausbau im Barrique ist für diese Rebsorte wie gemacht. Durch die Holzfasslagerung entstehen langlebige Weine mit vollmundigem Bukett, wobei Jungweinen noch eine gewisse Rauheit und Herbe anhaften.

 

Grenache noir

Aus dem nordspanischen Aragon stammend, kam die Grenache noir nach Südfrankreich, wo sie mittlerweile die meist angebaute Rebsorte an der Rhône ist und auch im restlichen Süden Frankreichs weite Verbreitung fand. Wurde sie häufig als Massenträger missbraucht, ergibt sie auf kargen Böden unter extremen klimatischen Bedingungen (Trockenheit, Hitze, Wind) und bei sehr geringen Erträgen konzentrierte, vollmundige und ausgesprochen lagerfähige Rotweine.

Die Aromen von Schwarzer Johannisbeere, Brombeere, Pfeffer und Kräutern verleihen den Rotweinen eine intensive Frucht und Fülle. Zusammen mit diesen Eigenschaften und seiner körperreichen und alkoholstarken Art eignet sich der Grenache noir perfekt als Cuvée-Partner für tanninhaltigere Weine wie Syrah, Mourvèdre und Tempranillo. Seine Neigung zur Oxidation sollte jedoch nicht außer Acht gelassen werden.

Bekannte Weine, welche aus der Grenache noir gekeltert werden, sind unter anderem die süßen, gespriteten Vinsdoux naturels wie Banyuls, Beaumes-de-Venise, Maury, Rasteau und Rivesaltes. Zudem ist diese verführerische Rote auch Basis für die großen Châteauneuf-du-Pape-Weine des Rhône-Tals.

 

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