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VDP setzt auf zweites Standbein

Heute Morgen auf einer seiner legendären Pressekonferenzen zum 1. April gab der VDP (Verein deutscher Prädikatsweingüter) bekannt, dass er sich in Zukunft auch auf ein anderes Produkt stützen will, um so den großen Herausforderungen in der Zukunft besser gewachsen zu sein. Der Ort war bestens gewählt. Gestern Abend schon wurde die gesamte food- & Weinpresse Deutschlands mit dem ICE Walter Benjamin nach Amsterdam gefahren. Das VDP Präsidium hatte in das Café “Grappige Stoners” in der Breedengracht geladen, wo Präsident Steffen Christmann das Konzept erläuterte.

“Wir müssen uns in Zukunft darauf einstellen, dass der Alkoholkonsum in der Gesellschaft zunehmend an Akzeptanz verlieren wird. Wahrscheinlich werden dafür andere Genussmittel in der Vordergrund rücken. Daher experimentiert der VDP schon seit einigen Jahren mit einer anderen Pflanze, die zwar zuverlässig einen Rausch erzeugen kann, deren Fähigkeit, auf verschiedenen Böden ganz unterschiedliche Aromen und Räusche hervorzubringen, bislang völlig unterschätzt wurde.” Bisher wurden Cannabis-Erzeugnisse nur grob nach Herkunftsländern aufgeteilt, dem VDP sei es aber in jahrelangen Versuchen gelungen, alte Sorten rückzuzüchten, die deutlich stärker auf Terroir-Unterschiede reagieren.

“Zwar ist hier auch der THC-Gehalt geringer, aber auch bei den Weinen streben wir ja nach mehr Aroma und weniger Alkohol.” Es wurde auch direkt die neue Qualitätspyramide für das Produkt präsentiert. Dabei hat man sich stark an der für die VDP-Weine orientiert. “Schließlich”, so VDP-Vorstandsmitglied und Bio-Winzer Philipp Wittmann, “wachsen die Hanfpflanzen ja direkt zwischen den Rebstöcken, was übrigens auch eine hervorragende Begrünung darstellt.” Die Spitze der Qualitätspyramide bildet natürlich das GG, das Große Gras, gefolgt vom Ersten Gras, das in Rheinhessen, so erklärte Wittmann, gleichzeitig das Ortsgras sei, weil man ja nur Große Lagen habe, also für Wein und für Gras und alles Groß und man den Kunden nicht zusätzlich verwirren wolle, schließlich sei er ja nach dem Genuß der beiden Stoffe, vor allem zusammen schon verwirrt genug, so Wittmann.  

Die ersten “Winzer” lieferten direkt Proben ihres Könnens ab, die übrigens in speziellen, mundgeblasenen Kristall-Bongs der Glasmanufakur Riedel serviert wurden. Eine einmalige und formschöne Serie, die nicht nur im Aussehen, sondern auch in der Glasmischung auf die einzelnen Lagen eingeht. “Sehen sie”, erklärte der Pressesprecher von Riedel, “für eher kühlere Lagen wie den Schwarzohf- äh den Scharzwof, den Scharzhofzwerg, nee, also den Berg haben wir weniger Dings. Äh, Volumen, während - hi - der Vulkan, also da... hihi...” 

Großes Gras

Joachim Heger präsentierte seine Spitzenlage “Gras im Ofen” mit einem herrlichen Orangen- und Veilchenbouquet, im Abgang sehr feurig und mit Anklängen an rosa Elefanten und fliegende Meerschweinchen. Von der Ahr zeigte Hans Lüchau vom Deutzerhof ein GG vom Altenahrer Eck, eine echte Steilstlage, die auch genau so abging, der der Schiefer eine herrlich verbrannte Note gab und die völlig neue Schattierungen von Grau zeigte. Erni Loosen war mit einem Prälat Großes Gras Reserve dabei, “das hat vier Jahre mit mir auf der Feinhefe gelegen...” erklärte er dazu. Ob die Zimmerdecke sich aufgrund der Hefe plötzlich in Wellen bewegte, konnte er allerdings nicht erklären. Maximin Grünhaus brillierte mit einer Spätlese feinherb aus dem Bruderberg, bei deren Verkostung man plötzlich den Schlusschor aus Beethovens 9. zu hören meinte, was zu einer allgemeinen Umarmumgsorgie führte.   Insgesamt gab es zehn verschiedene Gewächse aus Dorf-, Ersten und Großen Lagen, “was in Rheinhessen ja also dasselbe ist” wie Philipp Wittmann wiederholt erklärte, zu verkosten.

Fragen stellten die anwesenden Journalisten nach der Verkostung keine mehr, jedenfalls keine verständlichen. Und so konnte der VDP-Präsident, den man auf der Bühne vor Rauchschwaden nicht mehr sah, aber deutlich hörte, die Pressekonferenz mit einem Zitat Walter Benjamins beenden: “Man geht die gleichen Wege des Denkens wie vorher. Nur sie scheinen mit Rosen bestreut.”   

Anzumerken ist: Natürlich haben wir, wie bei Verkostungen üblich, zwar geraucht, aber nicht hinaliert. Latürnich nycht.