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Unbekannte Region, fabelhafter Wein - Die Savoyen und der Apremont

Würde man eine Umfrage auf der Straße machen, die Savoyen wären allenfalls für Dinge wie den Ski-Tourismus, Käse und natürlich den Mont Blanc bekannt – aber Wein?! Außerhalb Frankreichs wissen nur wenige ob der guten Tropfen der Region. Wie auch, wenn große Teile gar nicht erst in den Export gehen. Dabei waren die Römer hier bereits vor 2.000 Jahren in Sachen Wein am Werk und der schlechte Ruf, die Reb-Erzeugnisse seien gesichtslos, ist nicht ganz so lange, aber lange genug verjährt. Savoyen liegt zwischen der Schweiz und dem Piemont und war lange Zeit ein unabhängiger Staat, und auch heute noch sind rund 40 % der Savoyarden für die Abspaltung von Frankreich. Oftmals findet man auf Hinweisschildern das „Département Savoie“ übermalt mit dem Schriftzug „Savoie libre“, freies Savoyen. Die Region hat sich eine eigene Identität bewahrt und das auch im Bereich des Weins.

Größe:

2.000 Hektar Rebfläche

Produktion:

135.000 Hektoliter

Weine & Haupt-Rebsorten:

Etwa 70 % der Fläche entfallen auf weiße Sorten, die bedeutendste ist die Jacquère mit fast 1.000 Hektar, bei den roten Reben ist es die Gamay. Hinzu kommen als Weiße noch etwa Altesse und Roussanne, für Rotweine noch Mondeuse und Pinot Noir.

Klima:

Savoyen ist die höchstgelegene Region Europas, so sinken die Temperaturen an etwa 100 Tagen im Jahr unter null Grad. Die lokalen Rebsorten sind jedoch an dieses Klima angepasst, das an besonders geschützten Lagen sogar wieder mediterran sein kann (so wachsen hier an einigen Orten sogar Mandel-, Aprikosen- und Olivenbäume). Gleichzeitig ist es eine sehr regenreiche Landschaft mit starker Windaktivität, wie etwa einem kalten Nordwind, dem Bise. Daher sind nicht nur wegen der erhöhten Sonneneinstrahlung die Rebflächen häufig an südlichen Hängen zu finden.

Terroir:

sehr kalkhaltige Böden

Winzer:

800 Weinbauern, wobei etwa 50 % hierin nur ihren Nebenerwerb sehen

Besonderheiten:

Der Großteil der erzeugten Weine bleibt in der Region; vor allem in den Wintermonaten zieht es viele Urlauber zur Ski-Saison hierher, die ihr Fondue oder Raclette mit einem Glas Savoyen-Wein genießen.

 

DAS WEINGUT

Jean Perrier & Fils

In Sichtweite zum Mont Blanc liegt die Cru Apremont direkt am Fuße des nördlichen Abbruchs der Chartreuse. Das voralpine Gebirgsmassiv überragt hier mit dem Mont Granier das Tal der Isère und Chambéry mit einer fast 700 Meter hohen, senkrechten Felswand. Der Blick auf die Gletscher des Mont Blancs im Osten ist einzigartig, doch nicht nur das! In dieser eher kühlen und hauptsächlich Skifahrern bekannten Region entstehen Weine, die im Preis-Genuss-Verhältnis viele andere Regionen in den Schatten stellen. Hier sind gerade einmal 2.000 Hektar mit Reben bestockt, mehr gibt es in ganz Savoyen nicht, und diese bringen wegen der für den Weinbau eher grenzwertigen Witterung auch noch recht geringe Erträge ein. Die Haupt-Rebsorte ist die Jacquère, eine Rebe, die in anderen Regionen wahrscheinlich völlig unbedeutende Weine hervorbringen würde, aber eine der wenigen Rebsorten, die auf 300 bis 400 Metern Höhe und in Sichtweite des höchsten Bergs der Alpen zuverlässig einen guten und, wenn man weiß wie, auch einen bemerkenswerten Wein ergibt. In Apremont gedeihen die Reben nämlich auf reinem Kalkstein-Geröll. Der früher einmal wesentlich höhere Mont Granier ist 1248 in einem gigantischen Bergrutsch zusammengebrochen. Fast 25 Quadratkilometer in der Tal-Ebene lagen mit Kalkstein-Geröll voll, beinahe 500 Millionen Kubikmeter. Es dauerte bis ins 18. Jahrhundert, bis sich die verängstigte Bevölkerung traute, auf diesem gigantischen Schutthaufen wieder Landwirtschaft zu betreiben. Da er für alles andere ungeeignet war, pflanzte man Wein. So kam es auch, dass 1853 Catherin Perrier hier in St-André-Les-Marches ihren ersten Keller baute. Mittlerweile gehört die Familie Perrier mit 36 Hektar zu den größeren Erzeugern der Region, und weil man sich darauf spezialisiert hat, die vielen Restaurants der Region mit besonderen, authentischen und trinkfreudigen Weinen zu beliefern, bekommt man höchst spannende Weißweine zu einem erstaunlichen Preis. Unglaublich, wie frisch diese Weine sein können, ohne dabei viel Säure zu haben, die dazu wenig Alkohol aufweisen und trotzdem völlig trocken sind. Laut Wikipedia wird der überwiegende Teil der Savoyen-Weine lokal verkauft und kaum etwas davon exportiert, zum Glück hat die Plattform in diesem speziellen Fall nicht recht und der Apremont hat seinen Weg zu uns in den Keller gefunden.

 

UNSER WEINTIPP

Apremont Cuvée Gastronomie 
Der Apremont aus 2015 ist wieder eine gelungene Kombination aus frischer Frucht und zurückhaltender Säure, aus mineralischer Finesse und leicht kräuterwürzigen Anklängen geworden. Die moderaten 12 % Alkohol und seine jugendliche, frische, fast schon vibrierende Art laden geradezu zum zweiten Gläschen ein. Doch trotz der Erfolge, die die Familie Perrier mit ihrem Weißwein verbuchen konnten, ist der Preis kein Stück gestiegen. So ein Easy-Drinking- und dennoch Charakter-Wein ist eine echte Rarität, die mit dem Unbekanntheitsfaktor Savoie multipliziert einen mehr als erstaunlichen Preis-Leistungs-Helden ergibt.

2015 Apremont Cuvée Gastronomie 0,75l 8,50 € im 11+1*

 

*Angebot ist gültig bis Frankreich aus der EM ausscheidet oder eben gewinnt, bzw. so lange der Vorrat reicht.