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Toskana Inside: Strand

Ferragosto. Ganz Italien zieht es zum Strand. Aber ganz anders, als unser Vorurteil es uns erzählt, ist das italienische Strand-Dasein ein extrem geordnetes. 

Rund ein Drittel der mehr als 3.000 Kilometer italienischer Strände, sind nämlich an private Betreiber verpachtet und gegen deren Regiment ist eine friesische Strandburgen-Ordnung geradezu ein Anarchistentreffen. Erst einmal wird der Strand rigoros abgesperrt, damit niemand auf die Idee kommt, er könne dort einfach lagern. Der Sand wird geharkt und dicht an dicht stehen in Reih und Glied Sonnenschirme und Liegen. Abends, wenn alles menschenleer ist, sieht das irgendwie poetisch aus, am 15. August um 12:00 Uhr mittags erinnert es eher an die schlimmsten Zeiten der Käfighaltung. Mittlerweile muss zumindest ein fünf Meter breiter Streifen am Wasser frei bleiben, aber allenfalls zum Schlendern und Spazieren – und fünf italienische Meter sind geduldig. Wer auf den eigentlichen Strand will, muss mit dem Betretungsrecht direkt Liegestuhl und Sonnenschirm mieten. Je nach Strand und Jahreszeit können da am Tag für zwei Liegen und einen Sonnenschirm schon mal 50 Euro und mehr fällig werden.

Berlusconi wollte die Konzessionen schon Mal für 90 Jahre an die jetzigen Pächter vergeben, eine Art Erbrecht für Strandgrafen. Nach dem Einspruch der EU sind daraus erst einmal 20 geworden und eigentlich sollten alle Strandbäder jetzt europaweit ausgeschrieben werden. Es ist aber nicht bekannt, ob es unterdessen ein friesischer Strandburgenvermieter an den Strand von Rimini geschafft hat. 

Strand in der Toskana