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Toskana Inside: Condottiere

Er hatte Siena in großer Not vor dem Schlimmsten bewahrt, was der Stadt passieren konnte: Nicht Feuer, nicht Pest, sondern von Florenz eingenommen zuwerden. Dafür musste dem Condottiere ein gerecht er Lohn zuteil wer den.Der Rat der 24 beratschlagte, was denn ein gerechter Lohn für diesen unschätzbaren Dienst wäre. Das war nicht mit Gold,mit Geld oder irdischen Ehren aufzuwiegen. Man war ratlos, bis ein junger Mann sich erhob und meinte, es sei doch ganz offensichtlich, was der einzige Lohn sein könne,“wir erklären ihn zum Stadtheiligen”. Die große Zustimmung wurde nach kurzer Zeit durch eine Stimme unterbrochen, “aber man kann doch nur jemanden heilig sprechen, der zuvor gestorben ist.” Die Antwort des jungen Ratgebers kam schnell und schlicht. “Eben.”

Ein Condottiere, ein Heerführer, der sich mit einem Söldnerheer in den Dienst des Bestzahlenden stellte, gilt immer noch als eine Ausgeburt der Unmoral, dabei waren die meisten der toskanischen Condottiere genau das Gegenteil. Mit Söldnerheeren wurde bis weit ins 17. Jahrhundert Krieg geführt und die toskanischen Heerführer galten als umsichtig. Was nützte es ihnen auch, ihre Heere im Krieg der Städte zu verschleißen? Mit erfahrenen Truppen zu drohen und dann bei Verhandlungen das Beste herauszuholen war ihre Strategie. Große Schlachten waren selten und kleine Scharmützel endeten oft wenig blutig. In den seltsamen Manager-Seminaren der 90er wurden die Condottiere oft als großartige Beispiele rücksichtsloser Führung dargestellt und direkt darauf griff man zum Machiavelli. Das nächste Missverständnis, der republikanisch gesinnte Niccolo stellte damit gar kein Ideal dar, er beschrieb lediglich den tatsächlichen Zustand unter den Medici in Florenz. Die freilich waren mehr als 300 Jahre erfolgreich.