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Tipps für die Mosel

In den steilen Hängen des Tals die Seele baumeln lassen oder aber bei einer Schiffstour den Wind um die Nase wehen lassen: An der Mosel ist das und noch viel mehr möglich. Wir haben für Sie ein paar Tipps zusammengetragen.

SEHENSWÜRDIGKEITEN

Ürzig

Zahlreich sind die schönen Ortschaften entlang der Mosel und Ürzig ist eine von ihnen. Die kleinen, verwinkelten Gassen im Ortskern mit ihren Patrizier- und Fachwerkhäusern aus dem 16. Und 17. Jahrhundert laden zu einem Bummel ein. Wer lieber in der Natur flanieren möchte, kann dies im ehemaligen Weinberg im Ürziger Gewürzgarten tun und sich durch mediterrane Kräuter und Zwiebelpflanzen schnuppern.

Moselschifffahrt

Von A nach B kommen an der Mosel kann man auch problemlos zu Wasser. Nahezu jedes Örtchen bietet einen Anleger und verschiedene Touren flussauf- und -abwärts. Mehr unter www.mosel-personenschifffahrt.de oder www.moselrundfahrten.de

Grevenburg von Traben-Trarbach

An Burgen mangelt es der Mosel beileibe nicht, gefühlt steht an jeder Ecke eine Ruine. Von der Grevenburg ist zwar auch nicht viel mehr übrig als die Grundfesten, für den steilen Aufstieg wird man jedoch durch den tollen Ausblick auf die Moselschleife bei Traben-Trarbach entlohnt. Bevor es dann wieder zurück ins Tal geht, kann man sich an der Burgschänke zu moderaten Preisen stärken.

WANDERWEGE

Moselsteig

Mit dem 2014 eröffneten Fernwanderweg lassen sich 365 Kilometer zwischen Perl und Koblenz intensiv erkunden. In 24 Etappen geht es mal mehr, mal weniger nah am Fluss entlang, vorbei an kulturellen und landschaftlichen Highlights der Region. Wer dabei den Rücken frei haben möchte, kann einen Gepäcktransport buchen. Die Anreise ist ebenfalls bequem über einen der vielen kleinen Bahnhöfe entlang des Wegs zu organisieren, daher kann man perfekt auch einzelne Etappen oder Wochenendtouren angehen. Wer die gesamte Strecke hinter sich gebracht hat, hat am Ende die Mosel 13 Mal überquert. Mehr unter www.moselsteig.de

Pyrmonter Felsensteig

Auch die kleinen Nebenbäche der Mosel sind erkundenswert. Nominiert als „Deutschlands schönster Wanderweg 2015“ hat der Rundweg einiges zu bieten: Auf 12 km wechseln sich weite Felder, Märchenwald und Felslandschaften ab, begleitet wird man über weite Teile von einem kleinen Bach. Und eine Burg ist auch noch dabei. Da lohnt sich der kleine Abstecher weg von der Mosel. Diesen und noch mehr Mosel-Traumpfade finden Sie hier: www.traumpfade.info/traumpfade-rheinmosel-eifel/mosel

Berg Calmont

Europas steilste Einzellage ist eine Herausforderung, und das nicht nur für die Winzer: 380 Meter hoch und mit einer Neigung von 65 Grad besitzt der Calmont eine alpine Steigung. Durch den ganzen Calmont zieht sich übrigens ein Klettersteig. Man sollte allerdings alpine Erfahrung sowie festes Schuhwerk haben und unbedingt schwindelfrei sein. Oben angekommen hat man dann aber einen wundervollen Panoramablick auf die Mosel und die beeindruckende Moselschleife von Bremm mit der Klosterruine Stuben. Außerdem gibt es den Nachbau eines römischen Tempels, der hier vor 1.800 Jahren einmal gestanden hat. Es führen aber auch noch andere steile, jedoch nicht alpine Wege auf den Calmont.

Mit dem Fahrrad …

… kann man sich sogar von Metz aus auf den Weg machen und ist 311 km später in Koblenz. Die strammen Waden kann man sich unterwegs mit Riesling-Wein wegdopen. Haben die Tour-de-France-Teilnehmer früher ja auch gemacht, ehe sie auf andere Mittel verfielen (mehr auf Wikipedia). Klein und fein ist auch der Radweg im Ruwertal. Wer sportlich ist, kann auf seiner Fortsetzung vom Moseltal bis an die Nahe fahren und da die Unterschiede zwischen den beiden Gebieten verkosten. Bis Hermeskeil geht der offizielle Radweg. www.ruwer-hochwald-radweg.de

ESSEN & TRINKEN

Das leidige Thema in vielen schönen deutschen Ferienregionen: Man findet natürlich noch das Jägerschnitzel mit der Ananasscheibe und der Belegkirsche als Garnitur. Auf der Weinkarte gibt es dann auch schon mal die sensationelle Auswahl: Mosel trocken/halbtrocken/lieblich, Dornfelder. Wenn man gerade zwei Tagesetappen auf dem Moselsteig in einem gemacht hat, dann ist das ziemlich egal. Es schmeckt alles und man trinkt sowieso ein Bier. Aber es hat sich auch viel getan an der Mosel. Mittlerweile gibt es erstaunlich viele Sterne-Restaurants und auch die kleinen Weinstuben werden immer besser. Hier ein paar Tipps:

In mancher Hinsicht ein Tipp ist der Zeltinger Hof in Zeltingen. Markus Reis führt hier die besten Dinge der Region zusammen. Auf der Weinkarte gibt es 150 (!) offene Weine. Die meisten natürlich von der Mosel. Darunter auch Gereiftes und Rares von bekannten wie unbekannten Winzern. Eine selbst für ein Weinanbaugebiet einmalige Auswahl. Die Küche verbindet Finesse mit typischer Moselaner-Deftigkeit. Kein Chi-Chi, geradeaus wird hier gekocht und vor allem alles frisch und selber gemacht. Zimmer bietet er auch an. (Tipp: Außerhalb der Saison ist es sehr günstig und die Mosel ist immer schön!) Vor allem sollte man sich die Wein-Veranstaltungen hier einmal genauer ansehen. Da gibt es sensationelle Verkostungen mit begleitenden Speisen und Übernachtung zu sehr günstigen Preisen. Markus Reis ist sicherlich einer der besten gastronomischen Botschafter des Mosel-Weins. www.zeltinger-hof.de
Hubi Scheid ist ein Mosel-Original. Der bekennende Burgunder- und Rieslingfan hat eine der schönsten Locations rund um Trier, das Schloss Monaise. Im Sommer kann man hier sehr gut auf der Terrasse an den Mosel-Auen sitzen. Klassische Küche mit französischem Einschlag. www.schloss-monaise.de
In Trittenheim an der Brücke steht das Wein- und Tafelhaus. Das ehemalige Weingut ist jetzt ein Top-Restaurant (1 Michelin-Stern), eine Kochschule und ein Gästehaus. Klassische Küche mit mediterranem Einschlag. Von hier ist es auch nicht weit zum Rüssels Landhaus, das ziemlich einsam zwischen Wiesen und Wäldern im Tal der kleinen Dhron liegt. Es gibt ein Gourmet-Restaurant mit einem Stern und eine Landhausstube mit regionaler Küche. www.wein-tafelhaus.de & www.ruessels-landhaus.de
Am schönsten ist es aber, mit einer Metzgersemmel, einem gereiften Riesling und Gerd Grans in der Leiwener Laurentiuslay die Frühlingssonne zu genießen. „There are things money can't buy.“

REZEPTE VON DER MOSEL

Wo guter Wein produziert wird, wird auch immer gut gekocht. Markus Reis vom Zeltinger Hof hat für uns sein Mosel-Lieblingsrezept gekocht und das ist deftig, einfach und gleichzeitig extrem wandlungsfähig.

Der Gräwes …

… ist ein klassisches Weinbergsgericht. Während der Ernte aßen und essen die Lesehelfer oft im Weinberg und da die Arbeit schwer ist und es im Herbst auch schon einmal kühl werden kann, muss das Essen deftig und nahrhaft sein. Dazu muss es einfach serviert werden können, ein Löffel oder eine Gabel sollten ausreichen.

Beim Gräwes werden im Prinzip Kartoffeln und Sauerkraut und/oder eine Kohlsorte zusammen gekocht. Markus Reis nimmt erst einmal kleingehackte Gemüsezwiebeln, etwas Knoblauch und gewürfelten Speck und brät alles in viel Butter an. Dann kommt ein Geflügel- oder Kalbsfond hinzu (kann natürlich auch Fisch sein, ganz nach eigenem Geschmack). Würzen mit Lorbeer und Wacholderbeeren. Jetzt das frische Sauerkraut hinzugeben und auf leichter Flamme kochen, bis es weich ist – jeder mag das ja anders. Markus macht das Gräwes jetzt mit vorgekochten Kartoffeln. Die drückt er durch die Kartoffelpresse in den Topf. Noch etwas Milch dazu, bis das Ganze eine schön sämige Konsistenz hat, mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken und der Grundstoff für das Gräwes ist fertig.

„Wenn wir früher im Weinberg waren“, erzählt Markus, „gab es da immer deftige Kochwürste drin. Da hab ich immer drauf geachtet, genug davon abzubekommen …” Jetzt macht er es mit einem Saltimbocca vom Eifelgockel. Die Hähnchenbrust kommt von einem befreundeten Bauern, als Schinken nimmt er welchen aus Parma. Einfach Salbeiblätter scharf anrösten, die Brust vorsichtig salzen und pfeffern (der Schinken hat ja schon Salz), den Salbei darauflegen und dann die Schinkenscheiben quer um die Brust legen, leicht überlappend, und andrücken, sodass sie komplett bedeckt ist. Das braten wir jetzt in Butterfett scharf an. Der Schinken soll ruhig knusprig werden. Eine Alternative ist z. B. Steinbeißerfilet, auch das wird angebraten, in das Gräwes kommt dann nur beim Kochen noch etwas Hummerfond und ein Teil des Sauerkrauts wird durch frischen Wirsing ersetzt. „Da sind der Fantasie wenig Grenzen gesetzt“, meint Markus, „man hat früher halt das genommen, was gerade am Markt verfügbar war.“ Mittlerweile hat er noch ein paar grüne Spargelstangen und grüne Bohnen sautiert und schwenkt sie dann auch in etwas Butter an. Zum Gräves mit dem Gockel-Saltimbocca (was ein herrlicher Name) gibt es sautierte Möhren und Bohnen und als Deko noch ein paar Scheiben frittierte Topinambur, zum Steinbeißer serviert er Spargel und Lauch und noch eine Hummersauce, in die er großzügig ein paar Kräuter gestreut hat.

Und was gibt es als Wein dazu? „Natürlich einen Mosel-Reisling“, sagt Markus Reis laut lachend. Na, hier im Zeltinger Hof sieht das wirklich so aus, als hätten sie die Rebsorte nach ihm benannt.

GUTEN APPETIT!