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Schloss Lieser - Wir haben auch noch was vor

Heute geht es nach Lieser, Anika und ich fahren durch Piesport und Brauneberg und das Tal wird enger, die Hänge auf beiden Seiten steiler als in Leiwen, wo dem Steilhang gegenüber eine weite Fläche liegt und das Tal einen wirklich weiten Bogen macht. Ein paar Kilometer dem Flusslauf folgend, zieht sich der Himmel zusammen und die Mosel scheint durch einen Canyon zu fließen.

Mit Thomas Haag sind wir so verabredet, dass er nur knapp vor uns im Weingut eintrifft. Er kommt gerade von einer Marketing-Reise zurück. Aber als wir auf den Hof rollen, ist von ihm weit und breit keine Spur. Da hören wir aus einem Tor gedämpfte Stimmen. Dahinter liegt der Weinkeller, wo Haag sich gerade auf den neuesten Stand bringt. “Entschuldigt”, sagt er lachend, “2018 war die Ernte so groß und mit unseren 24 Hektar haben wir jetzt die Hütte voll bis unters Dach. Da ist eine Menge zu tun!” Dafür bekommen wir einen Wein direkt aus dem Filter zu probieren. Thomas freut sich, dass er erstmals genug Wein hat, dass er auch mal selber etwas zurückhalten und reifen lassen kann. Vorher waren die Jahrgänge eigentlich immer ausverkauft, sagt er.

Aus dem Keller wieder in der warmen Sonne, setzen wir uns gemeinsam an einen kleinen Tisch im Hof. Um uns herum das Weingut Schloss Lieser, das früher mal das Gesinde und den kompletten landwirtschaftlichen Betrieb des eigentlichen, benachbarten Schlosses beherbergt hat. Mit dem prächtigen Gebäude, das einst der Adelsfamilie Schorlemer gehörte, habe er aber nichts zu tun, betont Thomas. Hier soll schon seit Jahren ein Hotel eröffnet werden, dabei scheint es aber anhaltend Schwierigkeiten zu geben. “Genau weiß ich es nicht und will es auch gar nicht wissen”, sagt Thomas, “aber wenn es eröffnet, freuen wir uns natürlich.” Noch mehr freut er sich aber über sein eigenes Weingut, das er in den 90er Jahren mit seiner Frau übernommen und seitdem nach und nach renoviert hat. Es gibt für das Ehepaar und jedes der drei Kinder eine eigene Wohnung, für den ganzen Weinbaubetrieb ist Platz und dann kann man sogar noch kleine Ferienwohnung vermieten. “Ja, die Schorlemmers haben damals nicht gekleckert”, grinst Thomas breit.

Weinberge Schloss Lieser Mosel Thomas Haag Schloss Lieser

Er hat einen lausbübischen Charme und strahlt eine ansteckende Energie aus. “Generationswechsel? Na, das dauert noch.” Allerdings sei schon klar, dass zwei der drei Kinder weiter mit Wein arbeiten werden. Die Tochter Lara hat ihren Schwerpunkt in Richtung Weinwirtschaft und Vermarktung, und sie “probiert richtig gut”. Sohn Niklas hat jetzt gerade angefangen, Weinbau in Geisenheim zu studieren. Aber, auch wenn es auf der Webseite des Weinguts heißt, die junge Generation stehe schon in den Startlöchern, ganz so bald stehe da keine Übergabe an. “Die sind noch nicht so weit und wollen vielleicht lieber noch was anderes machen. Und wir haben auch noch was vor.” Immerhin gibt es eine kleine Parzelle, die Niklas in Eigenregie bewirtschaftet, um seine eigenen Erfahrungen zu sammeln. “Da hat er allein entschieden, auch selber gelesen und alles.” Ich frage: “Und hat er sich dann bei dir Rat geholt?” Thomas grinst. “Kein bisschen. Seine Mutter behauptet, er sei genauso stur wie ich.”

Thomas meint, wenn es mal so weit ist, dass seine Kinder den Betrieb übernehmen, werde er sich auch selbst “öffnen und entwickeln” müssen. Aber der große Vorteil sei nunmal, dass die Zeit nicht stehenbleibt und er das wisse. “Die kommende Generation hat einen viel weiteren Horizont als die Leute, die es nie aus dem engen Moseltal herausgeschafft haben. Bei der Jugend heute ist ja Australien schon Standard.” Das sagt er mit einem verträumten Tonfall. Die unbegrenzte Mobilität seiner Kinder hätte er vielleicht auch gern schon so früh genossen. Er selbst kann allerdings wohl auch nicht wirklich zu den engstirnigen Talbewohnern gezählt werden. Immerhin reist er heute auch um die Welt. Dennoch hat er einige typisch moselaner Verhaltensweisen beibehalten. Ein Beispiel? “So tun, als würde man nicht zuhören, sich aber insgeheim das Gesagte schon zu Herzen nehmen.” Das habe sich unter anderem dann bewährt, wenn er mit seinen Kindern einen neuen Jahrgang probiert und ihre Anmerkungen und Kritik dazu bekommt.

Die positive Kehrseite der Eigensinnigkeit ist die Eigenständigkeit. Im Gespräch mit uns betont Thomas mehrmals, wie wichtig es ihm ist, eine Vision zu haben, die er mit seinen Weinen verfolgt. Er beschreibt seinen Stil so: “Komplex aber nie opulent. Präzise und elegant, aber nie zu schlank.” Außerdem, ergänzt er, müsse das Terroir klar zu schmecken sein und der Alkoholgehalt müsse niedrig bleiben.

Dahingehend sei durch sein eigenes Elternhaus auch gut vorgeprägt worden. “Ich musste an dem, was ich mitbekommen hatte, nur in Nuancen etwas ändern, woraus sich dann mein eigener Stil entwickelt hat.” Er hofft, das werden auch seine Nachfolger so halten.

Oben im Weinberg erzählt er davon, wie schwer es ist, 24 Hektar an der Mosel zu bewirtschaften. Zum einen sei das durch die Steigung eher mehr, weil mehr Reben auf die gleiche Fläche passen. “Jeder Hektar hier in der Steillage entspricht etwa 1,3 Hektar im Flachen”, rechnet er vor, während wir in einem klapprigen weißen Kleinbus um die Serpentinen kurven. Außerdem müsse alles von Hand gemacht werden, denn die Selektion erfolge bereits im Weinberg. Und bei so vielen Weinbergen, die auch noch alle in unterschiedlichen Lagen sind, muss irgendjemand den Überblick behalten. Das ist dann wohl Thomas. “Ich kenne alle meine Weinberge. Wenn die Erntezeit kommt, muss ich wissen, wie sich jeder einzelne verhält.” Dann sei bei dieser Größe keine Zeit, alles abzufahren und überall mal in eine Traube zu beißen. Thomas steuert die Ernte aus seiner Kommandozentrale, wie ein Kapitän auf der Brücke. “Während der Ernte bin ich im Keller und warte, dass die Trauben hereinkommen. Teilweise bin ich dann von morgens früh bis mitten in der Nacht auf den Beinen.”

Und dabei muss er immer das Ziel vor Augen behalten, Wein zu machen, der auch seinem Stil treu bleibt. “Ich will es nicht allen Recht machen. Wenn ich einen Wein auf die Flasche ziehe, der jedem schmeckt, dann ist was falsch.”   

Aussicht auf Schloss und das Weingut Lieser von der anderen Mosel-Seite aus

 

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2018 SL RIESLING TROCKEN

Der süffige Gutsriesling von Thomas Haag ist auch in 2018 wieder ausgesprochen gut gelungen und das Aushängeschild des Weingutes aus Lieser. Hier findet man alles, was den Moselriesling zu weltweiter Berühmtheit gebracht hat: Finesse, Leichtigkeit, herrliche Fruchtaromen und mineralische Spannung. Auf reife Gelbfrüchte und roten Äpfeln gepaart mit würzigen Anklängen im Duft, folgt ein animierender, leichtfüßiger Geschmack mit attraktiver Frische und zugänglicher Saftigkeit. Mit moderatem Alkohol und wohldosierter Fruchtsüße passt er zu vielen Gelegenheiten. Ob als Aperitif oder kongenialer Begleiter zu leichten Speisen, der SL macht einfach Spaß.  

0,75l 8,90 € shopping_basket

  

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2018 KABINETTSTÜCK TROCKEN

Das neue “Kabinettstück” ist ein trockener Riesling mit Kabinettcharakter, sprich er schmeckt straffer, mineralischer und feiner als der Gutswein. Mit der Namensgebung umschifft das Weingut die strenge Qualitätspyramide des VDP, die keinen trockenen Kabinettwein mehr vorsieht, die Prädikate sind nur noch den fruchtigen Rieslingen vorbehält. Deshalb möchte Thomas Haag aber nicht auf diesen klassischen Moseltyp verzichten, der sich immer größerer Beliebtheit erfreut, schließlich sind aromatische, trockene Rieslinge mit moderatem Alkohol voll im Trend und zurecht echte Verkaufsschlager. Das Kabinettstück ist ein Prototyp dieses schlanken Rieslingtyps, der Trinkfluss mit Finesse und einzigartiger Leichtigkeit verbindet.  

Sommelier Choice Noreen Rudolph:

"Prädikat hin oder her, das ist einfach ein wunderbarer Wein. Ich schätze diesen klassischen Stil und freue mich, wenn Thomas ihn pflegt."

0,75l 11,90 € shopping_basket

 

 

14003-17

2017 LIESER NIEDERBERG HELDEN RIESLING KABINETT

Ein „Kabi“, wie aus dem Bilderbuch. Packende Frucht, rasante Frische und perfekt austarierte Fruchtsüße machen ihn zu einem Vorzeigeexemplar seiner Gattung. Nachdem der „Süße Wein“ von der Mosel glücklicherweise wieder in Mode kommt und wir ihm von jeher so ausufernd huldigen, konnten wir nicht umhin, diese geniale Leichtigkeit in Flaschen nachzubestellen. Wo gibt es so viel Trinkfreude und Finesse mit Tiefe und trotzdem unkomplizierten Charakter sonst noch. Stimmt: nirgends!  

0,75l 13,50 € shopping_basket

 

 

Angebote gültig bis 30.06., bzw so lange der Vorrat reicht.