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Sassicaia

Das hätte sich der Marchese Mario Incisa della Rocchetta wohl auch nicht träumen lassen. Als er Anfang der vierziger Jahre in einem steinigen Hang unterhalb der Burg Castiglioncelli französische Cabernet Reben pflanzte, dachter er eigentlich nur an das leibliche Wohl seiner Familie und seiner Gäste. Guter Rotwein war während des 2. Weltkriegs selten geworden und so griff der Marchese kurzerhand zur Selbsthilfe. Es sollte etwas länger dauern, bis aus dem Roten, den er kurz nach dem Boden auf dem er stand, benannt hatte, denn sassi heißt nichts anderes als Steine, eine weltweite Weinikone werden sollte.

Bis 1968 mußte man schon gut mit dem Marchese befreundet sein, damit er einen zu einem Glas einlud, doch Anfang der siebziger kamen dann einige Flaschen des hervorragenden 68er Jahrgangs in den Handel. Sein Sohn Nicolo und sein im Weingeschäft nicht ganz unerfahrener Neffe Piero Antinori hatten ihn überredet. Schließlich hatte Mario Incisa die Rebfläche auch etwas ausgedehnt, Wein gab es mittlerweile mehr als die wirklichen Freunde trinken konnten und vielleicht schlich sich auch der Verdacht ein, dass so mancher Freund doch mehr am Wein interessiert war als an der Gesellschaft des Marchese. Im übrigen war auch am Grundstoff für den hervorragenden Tropfen im Bolgheri kein Mangel, den Steinen. Einer Expansion stand also nichts mehr im Weg.

Was jetzt kam glich einem Erdbeben. Die wenigen Flaschen waren in kürze ausverkauft und die Weinfreaks aus aller Welt brachen in Verzückung aus, wenn es irgendwo mal ein Glas zu verkosten gab. Der Vergleich mit Bordeaux war immer schnell bei der Hand und lag ja auch bei der Rebsorte nahe, aber irgendwie hatte der Wein doch auch diesen italienischen Schmelz. Jedenfalls war so ein Wein aus Italien noch nicht da gewesen und schnell erzielte der Sassicaia Preise wie die Spitzengewächse aus dem Bordelais. Kein Wunder, dass plötzlich viele Winzer der Region in Aufbruchsstimmung gerieten. Piero, der Neffe, kam mit seinem Tignanello und dem Solaia auf den Markt. Viele andere folgten und in der Toskana wurde aus dem Wein- zugleich ein Qualitätsboom.

Heute ist der Sassicaia sicherlich nicht mehr die monolithische Nummer 1 im Gebiet, aber mit seiner einzigartigen Art, die bordelaiser Strenge, toskanische Aristrokatie und italienische Lebensfreude miteinander verbindet sicherlich der primus inter pares der Supertuscans.

Manchmal werden diesem Wein ja die hohen Preise vorgeworfen, aber wenn man den 05er der in kürze auf den Markt kommen wird mit den 1er Cru Gewächsen aus dem Bordelais vergleicht, was angesichts der hohen Qualität ja keineswegs abwegig ist, so muß man sagen: Leute trinkt mehr Sassiacaia, er ist zu billig!

Leider auch zu selten, denn nicht jeder steinige Hang im Bolgheri eignet sich für die Cabernet Rebe und die Marchesi Incisa achten penibel darauf, dass ihr Wein Spitzenklasse bleibt. Schließlich ist er ja auch immer noch für die echten Freunde des Hauses gedacht.

(Der Wein ist im Vorverkauf und wird voraussichtlich im Laufe des Septembers ausgeliefert.)

 

PS. Supertuscans? Wer mehr über die großen Weine der Toskana erfahren und die Weine einmal miteinander verkosten möchte sollte sich rechtzeitig zu unserer Schatzkammer-Verkostung am 10. Oktober anmelden.