Ein Unternehmen der

REWE Group Logo

Kartoffeln im Heu

Rezepte mit Heu haben eine lange Tradition überall dort, wo Heu zum Alltag gehört. Kein Wunder, es riecht fantastisch. Dass die Bergvölker diese Aromen gern konservieren und in ihren Speisen genießen wollten, liegt nahe. Leider haben wir Menschen im Vergleich zu Kühen aber ein paar Mägen zu wenig, wir können Heu nicht verdauen. Aber die Aromatik kann man trotzdem hervorragend extrahieren, wenn man das Heu anfeuchtet und es zum Dämpfen benutzt.

Sie brauchen:

  • Festkochende Kartoffeln (Frühkartoffeln sind auch sehr gut)
  • Heu
  • Wasser (oder Kräutertee)

Zunächst mal: Sie können tatsächlich ganz normales Heu für Meerschweinchen oder sonstige Kleintiere für das Rezept verwenden. Tiernahrung ist fast so streng reglementiert wie die für Menschen, meistens gibt es Heu sogar in Bio-Qualität zu kaufen. Das ist nicht teuer und reicht für einige Experimente mit der neuen Zutat.

Zur Vorbereitung sollte man das Heu in Wasser einweichen. 2 Stunden sind ideal, aber auch kürzere Zeit bis zu einer halben Stunde funktioniert, dann sollte man aber warmes Wasser nehmen. Kräutertee aus Alpenblüten ist eine schöne Alternative, wenn man den Duft noch intensivieren möchte. Direkt vor dem Garen drückt man das Heu grob aus, sodass nicht zu viel Flüssigkeit darin bleibt und gibt etwa drei Viertel in einen Bräter. Darauf kommen die ungeschälten Kartoffeln im Ganzen und der Rest Heu obenauf. Kartoffeln nehmen den Heugeschmack besonders deutlich an. Wenn es aussieht wie ein Osternest, ist alles richtig. Dann ab damit in den vorgeheizten Ofen auf 200-220 Grad und je nach Größe der Kartoffeln garen. Eine halbe bis Dreiviertelstunde dauert es etwa bei normal großen Kartoffeln. Danach die Kartoffeln aus dem Heu nehmen, grob abbürsten und zum Beispiel mit einer Kapernbutter servieren. Für die Kapernbutter einfach etwas Butter mit einigen kleingehackten Kapern und einigen Sardellen vermischen. Salz und Pfeffer nach Geschmack dazu.

Die Garmethode im Heu eignet sich auch für andere Gemüse, aber die Kartoffeln harmonieren besonders gut, auch weil sie in der Schale gegart werden können. Geschältes Gemüse nimmt die Aromatik teils zu stark an. Ebenfalls gut eignet sich Fleisch, wie zum Beispiel Tafelspitz oder Schweinebraten. Für die meisten Fleischgerichte verwendet man das Heu allerdings besser trocken, da sonst keine leckere Kruste entstehen kann. Man kann außerdem Heu benutzen, um Gerichten im Salzmantel einen Schliff zu geben. Dann gibt man eine dünne Schicht Heu zwischen das Gargut und den Salzteig.