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Der Terroir-Flüsterer: Silvaner

Neben Bocksbeutel, Römerglas und Frühschoppen ist auch der Silvaner ein Bestandteil fränkischer Weinkultur, der sich nicht wegdenken lässt. Das war natürlich bei Weitem nicht immer so. die Rebe kommt ursprünglich aus Österreich, wo sie heute aber kaum noch eine Rolle spielt.

Über die Donau kam der Silvaner dann nach Deutschland, wo er offenbar ziemlich schnell unheimlich beliebt wurde. Die erste nachgewiesene Pflanzung erfolgte 1659 im Ort Castell am Westrand des Steigerwalds in Franken. Gerade mal sechs Jahre später pflanzte Alberich Degen, der Abt des Klosters Ebrach Silvaner auf dem Würzburger Stein, auch damals schon eine berühmte Top-Lage. Dass der Wein aber vermutlich zuvor schon bekannt war, belegt auch der Preis, der damals gezahlt wurde. Der Amtmann in Castell, der den Auftrag gegeben hatte, den Wein zu pflanzen, musste für die Stöcke in etwa den doppelten Preis bezahlen, der für andere Rebsorten fällig gewesen wäre.

Es ist die Vielseitigkeit des Weines, die ihn so spannend macht. Er ist sowohl als leichter Schoppenwein, aber auch als mittlerer, anspruchsvoller Wein ein sensibler Speisebegleiter, der sich an viele Gerichte anpassen kann. Apropos: lassen Sie sich nicht vom Ruf des Silvaners als Spargelwein festlegen, denn er kann weit mehr als nur das.

Der Wein ist trocken und mineralisch mit einer nahezu ätherischen Leichtigkeit. Von sich aus schmeckt er eher subtil nach grünem Apfel oder Birne, was ihn zu einer Art Brennglas für das Terroir macht. Eine Geschmacksrichtung, die hin und wieder auch als „erdig“ beschrieben wird und die ihn bei Weintrinkern wie auch Winzern so beliebt macht, denn mit Silvaner lässt sich so klar wie mit kaum einem anderen Wein der individuelle Weinberg herausschmecken. Ein Wein mit echter Heimatverbundenheit. Er verträgt sich besonders gut mit den fränkischen Muschelkalk- und Keuperböden.

In den 70er Jahren war Silvaner die meist angebaute Rebsorte in Deutschland, etwa 30 Prozent der deutschen Anbaufläche waren mit Silvaner bestückt. Heute muss sich die Sorte mit Platz drei, hinter Riesling und Müller-Thurgau zufrieden geben. Dabei halten die Winzer in den angestammten Regionen weiterhin ihrem Silvaner die Treue. In Franken ist er nach wie vor der Spitzenreiter, auch in Rheinhessen spielt Silvaner eine wichtige Rolle.

Neben Deutschland und dem Elsass gibt es auch in der Schweiz und in Südtirol tolle Weine aus Silvaner. Ungeklärt ist die Herkunft des Namens. Es gibt jedoch die Theorie, dass dem Wein früher ein Ursprung in Transsilvanien nachgesagt wurde. Daher soll dann auch der Name stammen. Zu Vampirlegenden haben allerdings keinerlei Beziehungen finden können. 

 

DREI FRAGEN ZUM SILVANER

gestellt an Paul Fürst vom Weingut Rudolf Fürst

WELCHE EIGENSCHAFT SOLLTE EIN WINZER UNBEDINGT MITBRINGEN, UM ERFOLGREICH SILVANER ANZUBAUEN?

Der Winzer sollte selbst Wein zum Essen trinken, geeignete, etwas schwerere Böden besitzen und auch den Ausbau im klassischen Holzfass beherrschen.

WELCHER ART VON WEINTRINKER WÜRDEN SIE SILVANER ANS HERZ LEGEN?

Kulinarisch geübte Weintrinker, welche zum Essen keine Fruchtbomben brauchen, sondern viel Wert auf eine trockene, mineralische und einfach weinige Charakteristik legen.

WAS WÜRDEN SIE ZU IHREM SILVANER ESSEN?

Fast alles wozu Weißwein passt: Brotzeit, Fisch und Geflügel.

 

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 *Angeboit gültig bis 17.06.2018, bzw. so lange der Vorrat reicht.