Ein Unternehmen der

REWE Group Logo

Nur Schokolade!

Schon der alte König David soll es, allerdings aus familiärer Trauer und nicht aus Verzweiflung über sein Gewicht oder Bußfertigkeit, gegenüber seinem Gott, praktiziert haben, das Fasten. Seitdem hat sich vor allem die christliche Kirche diesem Thema schwelgerisch angenommen. Nach dem Konzil von Nicäa (325) kam sie zu dem Ergebnis, es sei ca. 120 Tage im Jahr notwendig, 40 vor Ostern, 40 vor Weihnachten, alle Freitage, zuzüglich natürlich diverse Sonderzeiten*.

Kein Wunder, dass sich bald schon die Frage stellte: ?Was darf man denn noch essen??, also durchaus kein Privileg der heutigen Zeit. Kluge Mönche sollen z.B. das Fleisch bald in Teig verpackt haben, damit man oder besser ER es nicht sieht. Eine nachhaltig berühmte Fastenspeise, die seltsamerweise heutzutage für die Fastenwilligen eher als Versuchung gilt, kam erst recht spät und über einen Umweg auf die Christenheit. Aus dem Samen des Theobrema cacaoa wird sie gewonnen.

Hernán Cortés Entsetzen war wahrscheinlich groß, als er während des blutrünstigen Feldzuges in Mexiko (zu Ehren seiner allerkatholischsten Majestät Karl V.) so um 1519 die allererste Xocoatl probierte. Sehr bitter und mit scharfen Gewürzen versehen blieb dem Spanier fast der Atem weg. Doch da die Bohne des Cacahatl ein beliebtes Zahlungsmittel war und von den Maya hoch geschätzt wurde, freundeten sich auch die Eroberer langsam mit ihr an. Ihr Siegeszug in Europa begann jedoch erst, als man sie mit Zucker und Milch vermengte und ihr Aroma dadurch zähmte. Fra Girolamo di San Vincenzo oblag es nun auch, den wichtigsten Gastrokritiker seiner Zeit von den Fähigkeiten des neuen Getränks zu überzeugen, Pius V. Denn die Schokolade war als Fastenspeise besonders beliebt geworden, und die Jesuiten verdienten gutes Geld damit, was ihnen die Dominikaner freilich neideten und sie deshalb während der Fastenzeit verbieten wollten. Pius V. , ein berüchtigter Asket und Ketzerfresser (vorher Großinquisitor sollte er drei Jahre später Katharina von Medici Truppen für die Ermordung von mindestens 20.000 Hugenotten in der Bartholomäusnacht senden), sollte nun ein für allemal entscheiden. Ob Girolamo ihm nun bitteren, ungesüßten Kakao anbot oder ob Pius, seinem Charakter gemäß nicht auf Süß, sondern eher auf Herberes stand, ist nicht überliefert. Er probierte, verzog das Gesicht zu einer himmeljauchzenden Grimasse und sprach die berühmten Worte: "Potus iste non frangit jejunium" - Schokolade bricht das Fasten nicht. Womit alles gesagt wäre und auch aus höchster Warte klar ist: Schokolade ist keine Sünde!

Deshalb dürfen wir den Produkten des Schokoladenstrauches auch in der Fastenzeit auf den Grund gehen und laden Sie ein zu unserer Schokoladenverkostung.


Schokoladenverkostung im Kölner-Weinkeller

Freitag 29.02. 16 bis 20 Uhr
um 18 Uhr findet in unserer Schatzkammer ein kleines Seminar zum Thema Schokolade & Wein mit Dina Sousa statt.

Eintritt frei!

 

*Leider ist die Prozedur heutzutage etwas unübersichtlicher geworden. Faste ich mit Tina, Brigitte, der neuen oder alten Revue, vielleicht auch lieber wandernd auf sonst für ihre kulinarischen Genüsse bekannten Urlaubsinseln, was dann auch die moralische Hürde höher setzt und den Sieg um so strahlender erscheinen lässt. Wahlweise kann man natürlich auch zur pekuniären Flagellation greifen z.B. in die Schweizer Alpen reisen, wo dafür die servierten trockenen Brötchen ausgezeichnet, das lauwarme Wasser originale Schweizer Qualität hat und die Aussicht spektakulär ist.