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NEU im Weinkeller: Von Winning – Neue Wege

Es gibt in den letzten Jahren im deutschen Weinbau einige Erfolgsgeschichten, aber die Geschichte des Weinguts von Winning ist erstaunlich, schon alleine deshalb, weil es den Namen bis vor zwölf Jahren für ein Weingut gar nicht gab.

Im Jahr 2002 kam der Pfälzer Unternehmer Achim Niederberger auf die Idee, ein Weingut in seiner Heimat zu kaufen. Aber nicht nebenher zum Zeitvertreib, sondern mit der klaren Vision ein Weingut mit Weltgeltung zu schaffen. „Ich wollte meiner Heimat etwas zurückgeben“, hat er einmal gesagt und folgerichtig auch erst einmal kräftig investiert. Das es nachher drei Weingüter geworden sind, ist bemerkenswert, noch erstaunlicher aber, dass er damit die Jordansche Erbteilung von 1848 rückgängig machte. Denn die Weingüter Bassermann-Jordan, Reichsrat von Buhl und Dr. Deinhard waren einst aus dem großen Weingut von Andreas Jordan durch Erbteilung entstanden. Niederberger wollte aber nicht wieder zu einem Weingut fusionieren, sondern die drei Weingüter jedes für sich stehen lassen. Immerhin hatten alle drei mittlerweile getrennt voneinander eine eigene Tradition aufgebaut und die Erinnerung an Andreas Jordan ist verblasst.

Mit Deinhard allerdings gab es ein Problem, wie uns der Betriebsleiter Stephan Attmann erzählt. „Die jüngste Tochter von Andreas Jordan hatte 1844 den Sohn des bekannten Weingroßhändlers und Abfüllers Johann Friedrich Deinhard geheiratet und so bekam der kleinste Teil der Erbmasse den Namen Dr. Deinhard,“ berichtet Attmann. Der Name Deinhard stand damals für die Top-Liga deutscher Weine und Sekte, aber das hat sich in den letzten 150 Jahren etwas geändert. Ein Weingut, das Weltgeltung haben soll, unter dem gleichen Namen wie eine weit verbreitete und eher günstige Sektmarke laufen zu lassen – schwierig.

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Irgendwann fiel Stephan Attmann eine alte Rechnung vom Anfang des 20. Jahrhunderts in die Hände, in der die Inhaberfamilie von Winning verzeichnet war. Er forschte nach: Nach den Deinhards hatte die Familie von Winning lange das Weingut geführt. Leopold von Winning war sogar Gründungsmitglied des deutschen Weinbauverbandes und des VDP gewesen. „Er hat der Pfalz mit seinen Forschungen und seinem Wissen geholfen, die Reblaus-Katastrophe zu überwinden“, erzählt Attmann, „leider ist er dann im Ersten Weltkrieg gefallen und die Familie musste das Weingut an die Industriellenfamilie Hoch verkaufen. Aber bei mir war sofort die Idee geboren, den Namen wieder aufleben zu lassen.“ Was aber nicht ganz so einfach war, denn die Familie von Winning musste sich erstmal beraten. „Die haben wir überzeugen müssen, dass es uns nicht um irgendeinen modischen Namen ging, sondern um Tradition und das wir hier nicht auf Massenabfüllungen, sondern auf höchste Qualität aus sind“, erzählt er lächelnd. Hat ja beides geklappt.

2008 konnte Stephan Attmann dann loslegen und was er machte, war revolutionär. Während viele in der Region noch auf Stahltanks oder allenfalls auf große, alte Holzfässer setzten, hatten Attmanns Weine einen großen Anteil an neuerem Holz gesehen. Für die besten Weine setzte er 500-Liter-Fässer ein. Das polarisierte natürlich sofort. Ein Teil der Kritiker war begeistert, anderen standen die Haare zu Berge. „Ich hatte aber eine ganz klare Vorstellung davon, was ich wollte“, erzählt Attmann. „Was Wein angeht, habe ich ein fast fotografisches Gedächtnis. Und als Achim mich gefragt hatte, ob ich das Weingut hier leiten wollte, kam mir beim Joggen morgens plötzlich die Erinnerung an einen bestimmten Corton-Charlemange in den Sinn. Ich konnte ihn förmlich schmecken. Und da hab’ ich mir gesagt: Leisten kann ich mir diesen Wein ja kaum noch, aber vielleicht kann ich etwas Ebenbürtiges machen. Also habe ich das vorgeschlagen und Achim meinte nur: ‚Du hast freie Hand.‘ Ein unglaublicher Vertrauensbeweis, der natürlich extrem anspornt.“ Erstaunlich auch, weil Attmann ein echter Quereinsteiger ist. „Eigentlich habe ein Diplom in Wirtschaftspädagogik und mir damals während des Studiums was mit der Arbeit in einem Weinhandel dazuverdient. Das Großartige an unserem Beruf ist ja, dass die meisten Weinliebhaber ihre Leidenschaft teilen wollen und so war ich immer wieder zu großen Verkostungen eingeladen. Top-Weine die man kaum kaufen konnte. Und irgendwann war dann klar, verkaufen und verkosten ist schön, aber ich will das selber machen. Also bin ich bei Joachim Heger in die Lehre gegangen.“

Danach hat er im Burgund, an der Saar und der Nahe gearbeitet. „Aber meiner Idee vom Wein bin ich erst hier wirklich nähergekommen. Was mir vorschwebt, ist nicht so sehr die Frucht, sondern Salzigkeit, Intensität, Kraft und Länge. Es ist eigentlich erstaunlich, wie gut man solche Weine in der Pfalz machen kann.“ Sauvignon Blanc zum Beispiel habe er nie so richtig etwas zugetraut, erzählt er uns, aber es gab schon einen Weinberg, wo welcher stand, und es war eine der wenigen Bedingungen von Niederberger, dass er es damit einmal probieren wollte. „Da hatte er den richtigen Riecher“, meint Attmann, „die Rebe gehört hier unbedingt hin und eben auch in die guten Lagen, da können richtig große Weine draus entstehen, wie sie Eingeweihte aus dem Bordeaux kennen. Es kostet nur ein wenig Überzeugungsarbeit.“

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Und die Sache mit dem Holz? Haben sich die Wogen etwas geglättet, weil der Holzeinsatz zurückgegangen ist? Attmann lacht: „Da muss ich etwas weiter ausholen. Für mich ist Weingeschmack objektivierbar. Es gibt Weine, da sage ich: Objektiv gesehen ist das ein großer Wein, aber ich mag ihn nicht oder sagen wir besser, das ist nicht meine Stilistik. Ich finde also, es muss auch nicht jeder mögen, wie ich Wein mache, man sollte nur versuchen, objektiv zu bleiben. Nebenbei“, sagt Attmann, „über die Fachpresse habe ich mich in dieser Hinsicht nie beklagen müssen. Das war immer fair. Aber natürlich hat sich die Diskussion mittlerweile etwas gelegt, dabei verwende ich jetzt sogar eher mehr Holz. Vielleicht aber auch mehr älteres oder vielleicht setzen wir es jetzt auch gezielter ein oder die Leute haben sich daran gewöhnt oder trinken es einfach nicht mehr, wenn sie es nicht mögen, jedenfalls bekommen wir da mittlerweile ein einhellig positives Echo.“

Wein ist Vielfalt und im französischen Begriff des Terroirs steckt im ursprünglichen Sinn nicht nur der Weinberg drin, sondern auch der Winzer, der ihn bearbeitet und der die Natur interpretiert. Es ist gut, wenn Winzer das auf vielfältige Weise tun und uns so immer wieder neue, großartige Geschmackserlebnisse bringen. 

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2019 WIN WIN ROSÉ

„Ich wollte keinen Bonbon-Rosé machen“, meint Stephan Attmann, „aber auch nichts verkopftes. Auch gute Weine können ja jedem Spaß machen.“ Enstanden ist ein lachsfarbener, sommerlicher Rosé, der schmeckt, wie ein feiner Rosé eben schmecken muss: einladend fruchtig, aromatisch, süffig und frisch. Dabei durchaus vielschichtig, was vom kurzen Fassausbau herrührt, von dem auch seine ausgewogene Art stammt. Am Gaumen mit Schmelz und Würze – richtig gut! Den Alkohol hält man bei von Winning bei diesem Wein immer so niedrig wie möglich, um jeder Schwere entgegen zu wirken. So stehen beim Win Win Rosé alle Zeichen auf Frische und Klarheit. Provence-Liebhaber werden seine schnörkellose Art zu schätzen wissen.

2019 Win Win Rosé (0,75l) 12,57 €  shopping_basket

 

2018 DEIDESHEIMER PARADIESGARTEN
RIESLING 1. LAGE

Der Paradiesgarten liegt wunderschön, langgestreckt oberhalb von Deidesheim und die Lage hat sich den Namen wirklich verdient. Der Ausblick auf das Rheintal ist von hier aus großartig. Weil die Sonne vor allem morgens scheint, ist die Reifeperiode länger. Das heißt, vor allem bei Riesling: viel Eleganz und wenig Alkohol. Im Bouquet tropische Fülle, unmittelbar ansprechend, geradezu mitreißend. Trotz seiner voll-reifen Art, bietet der Geschmack auch einen ordentlichen Frischekick, der im Zusammenspiel mit der fein gesetzten Fruchtsüße (keine Angst, es ist nur ein Hauch), sein rasantes Spiel entfaltet. Ein hedonistischer Riesling für Liebhaber und Einsteiger. Gekonnt werden die Trauben immer so geerntet, dass die Reife voll da ist, ohne dass der Alkohol zu dominant wird. Das ist im Hitzejahrgang fantastisch gelungen.

2018 Deidesheimer Paradiesgarten Riesling 1. Lage (0,75l) 15,11 €  shopping_basket

 

2018 SAUVIGNON BLANC I

Eigentlich könnte der Sauvignon Blanc den sprechenden Namen Paradiesgarten tragen, denn die Rebstöcke stehen alle in dieser Top-Lage direkt unterhalb des Pfälzerwaldes. Die Nummer 1 gibt einen Eindruck davon, wie gut Sauvignon Blanc in der Pfalz werden kann. Komplett in größeren Holzfässern ausgebaut, ist er spannungsgeladen und schon früh zugänglich. Zu ansprechenden Röstaromen und ausdrucksstarker Frucht von reifen Pfirsichen, besitzt er noch genau das Maß an herber Zitrusfrische, das er braucht, um rasante Spannkraft zu entfalten. Einfach gekonnt, wie bei diesem Wein tiefgründige Struktur und im besten Sinne unkomplizierte Trinkfreude zusammenfinden. „Der ist schon früh immer so zugänglich, dass man gar nicht daran denkt, wie groß sein Reifepotential ist“ meint Stephan Attmann. Wir empfehlen also: Eine Kiste zum sofort trinken, eine zum weglegen.

2018 Sauvignon Blanc I (0,75l) 19,01 € shopping_basket

 

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