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Neu im Weinkeller: Valle Yglesias – Rebsorte Royal

Wenn man sich die Portraits der Könige von Spanien aus der Dynastie der Habsburger ansieht, dann kann man kaum glauben, dass diese strengen Herrschaften mit ihrem deformierten Kinn überhaupt jemals Spaß hatten. Und doch waren Hofzeremoniell und Bürokratie offenbar nicht das ganze Leben der Monarchen, denn immerhin wurde die komplette Weißwein-Produktion des Ortes San Martín de Valdeiglesias an den Escorial geliefert. Dieser freudenspendende Wein war so begehrt, dass die autochthone Rebsorte Albillo Real genannt wurde, und Traubendiebe schwerst bestraft wurden.

Heute allerdings bevorzugt das spanische Königshaus Rioja und der Albillo Real ist spätestens seit der Reblaus-Katastrophe beinahe vergessen. Allenfalls, so erzählt uns der Winzer von Valle Yglesias, Fernando Ocaña, hätten seine Urgroßeltern ihre Ernte als Tafeltrauben in Madrid verkauft. Aber mit der Reblaus änderte sich das Geschäft der Familie, sie arbeiteten für andere im Weinberg und pfropften neue Rebstöcke. Fernandos Eltern und Großeltern machten zwar noch Wein, aber nur, um ihn selber zu trinken. So ging es auch Fernando; Wein machen war sein Hobby, das tat er nebenher, während er als Radsportprofi sein Geld verdiente. „Aber Profisport kann man nicht ewig machen und als es darum ging, was ich danach anfangen sollte, dachte ich, vielleicht mache ich mein Hobby zum Beruf.“ Ein ganz schönes Wagnis, denn 2002, als Fernando Valle Yglesias gründete, krähte kein Hahn nach Wein aus dieser Gegend. „Das hat sich glücklicherweise stetig geändert. Wir haben hier mehr Aufmerksamkeit bekommen. Nach einer Weile tauchte als Erster Telmo Rodriguez auf.“ Der bekam die Familienweinberge von einem reichen Filmmagnaten aus dem Ort zur Bewirtschaftung anvertraut. „Nicht viel später kam ein anderer Mann aus dem Ort mit einem Freund, um sich meine Weinberge anzuschauen. Es stellte sich heraus, dass der Freund Raúl Pérez war, ein weiterer bekannter Winemaker. Der macht nun auch Weine hier, wir teilen uns sogar den Weinkeller und ich habe von Raúl eine Menge gelernt. Dazu kommen noch Comando G und und und …“

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Die Sierra de Gredos und speziell die Gegend von San Martín ist ein richtiger Hot Spot für spanischen Wein geworden. Denn, und darum ist Fernando ehrlich froh, die Marketing-Kraft der neu dazu gekommenen Weingüter macht die Region überall auf der Welt bekannt. „Manchmal ärgert es mich, dass Valle Yglesias nicht so viel Aufmerksamkeit bekommt, aber andererseits wäre die gesamte Region total unbekannt, wenn die nicht hier wären.“ Vielfach wird vor allem über die Rotweine aus Garnacha gesprochen, die hier in den von Granit geprägten Höhenlagen der östlichen Ausläufer der Sierra fein und raffiniert werden. Die Albillo Real aber ist eine besondere, lokale Spezialität, die Fernando am Herzen liegt. „Wir waren als erste hier und ich stamme aus dem Ort. Unser Albillo ist eine sehr anspruchsvolle Rebsorte, es braucht Jahre, um den richtigen Umgang im Weinberg und im Keller zu lernen. Da habe ich einfach einen Vorsprung.“

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Apropos Vorsprung, wie ist es eigentlich, als Radsportler in den Weinbau zu wechseln? „Och, es gibt da schon viele Parallelen,“ lacht Fernando, „man muss sich zu 100 Prozent der Sache verschreiben, sonst wird das nichts. Aber auch die Opfer, die man bringt, die Motivation, die man aus seinen Erfolgen zieht … Mal abgesehen davon, dass Weinmachen auch eine sehr körperliche Arbeit ist. Immerhin machen wir jeden Arbeitsschritt selber.“ Genau das, so erklärt Fernando, sei auch das Besondere an den Weinen von Valle Yglesias. Sie seien nicht nur ein Ausdruck der Geschichte und Tradition des Ortes, sondern auch ein Ausdruck von ihm und seiner Familie. Mit Fernando zusammen arbeitet sein Bruder Luis, der zuerst professioneller Musiker war, bevor ihn Fernando für Wein begeistern konnte. Luis ist heute in erster Linie für das Restaurant zuständig, das mit zum Weingut gehört und wo man ihn auch regelmäßig singen hören kann. Der Vater Fernando Senior und die Cousine Eva sind auch noch im Weingut dabei.

Fernando betont, dass er Weine machen möchte, die ihre Region widerspiegeln, das aber zu möglichst günstigen Preisen. „Nimm zum Beispiel den Pétalos del Bierzo oder den Camins del Priorat, das sind vielleicht nicht die allerbesten Weine aus ihrer Gegend, aber sie repräsentieren ihre Herkunft und das zu einem erschwinglichen Preis.“ Dieses Ideal spiegelt sich vor allem in den fantastischen Weißweinen von Fernando.

 

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2019 A3

Der Einstiegsweißwein ist ein echter Knüller! Der A3 besteht aus der heute nahezu unbekannten Albillo Real, einer autochthonen Traube der Region. Lange waren diese Weine unbekannt, weil die Genossenschaften daraus allenfalls behäbige Weine machten. Da musste erst Fernando Ocaña kommen, um dieser spannenden Sorte ihre natürliche Frische zurückzugeben. Im Duft ansprechend floral mit Pfirsich und reifer Birne. Am Gaumen dann schwerelos und cremig zugleich, anregend frisch und elegant. Ein spannender Wein, der vielen gefallen wird, ohne dabei beliebig zu sein. Leider gibt es nicht viel davon. Deshalb rechtzeitig zuschlagen!

2019 A3 (0,75l) 9,90 € statt 11,60 € shopping_basket

 

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2019 A2

Etwas komplexer und straffer als sein kleiner Bruder, denn hier wird dem Albillo Real noch ein wenig Moscatel de Grano Menudo zugesellt. Aus dieser Cuvée, so Fernando, seien traditionell immer die besten Weißweine dieser Region gewesen, leider gebe es heute kaum noch Moscatel. Wir können nur jubeln, dass Fernando noch einen Weinberg hat. Hier kommen die floralen Noten noch mehr zur Geltung, zum reifen Pfirsich kommt ein Hauch von Honig und typische, zitrusfrische Noten. Am Gaumen rasant, kraftvoll und im Nachhall mit einem tollen, trockenen, mineralischen Kick vom Granit. Das ist großes, südliches Weißwein-Kino. Kein Wunder, dass die Könige Spaniens diesen Wein einst so liebten.

2019 A2 (0,75l) 11,90 € statt 14,52 € shopping_basket

 

Angebote gültig bis 13.09.2020, bzw. so lange der Vorrat reicht.