Ein Unternehmen der

REWE Group Logo

Neu im Weinkeller: Silvano García – Aufbruch im Jumilla

Die Bodegas Silvano García gehört zu den letzten Weingütern, die sich noch innerhalb der Stadt Jumilla befinden. Direkt neben einem Supermarkt an einer breiten, gut befahrenen Straße liegt das Gebäude. Hier laufen die Fäden zusammen, die Trauben von mehr als 50 Hektar eigener Weinberge und dazu Zukauf von einigen ausgewählten Weinbauern werden hier während der Erntezeit angeliefert. Das Weingut wird heute von Silvano García geleitet, dessen Großvater 1925 die Bodegas Reyes gegründet hat, die später umbenannt wurde.

Das war eine Zeit, als die Region Jumilla langsam auf dem Weg in die Vergessenheit war. Die Weinproduktion hier an der Levante hatte sehr von der Reblaus-Katastrophe Mitte bis Ende des 19. Jahrhunderts profitiert, denn Jumilla war völlig verschont geblieben. Zu Zeiten, als in Bordeaux mühsam wieder Weinberge angepflanzt wurden, kamen also die Weinhändler nach Jumilla und kauften und kauften. Auf diesen kurzen Aufschwung des Handels mit Fasswein – nicht selten wurde Jumilla-Wein stillschweigend verwendet, um anderen Weinen Farbe und Kraft zu verleihen – folgte eine lange Phase, in der sich die Region dagegen sträubte, sich neu zu erfinden, schließlich war der Fassweinverkauf immer noch Tradition. Und man hatte wurzelechte, reblausfreie Reben, das musste ja wohl reichen. Tat es nicht, vor allem, als mit etwa 100 Jahren Verspätung die Reblaus doch noch Gefallen an Jumilla fand. 1989 wurde die erste Infektion entdeckt und binnen ein paar Jahren waren viele Pflanzen hin. Zum Glück war das nicht das Ende, sondern ein Neubeginn. Mittendrin: Silvano García.

Das Weingut spiegelt mit seinen Weinen perfekt diesen neuen Aufbruch. Die Weine werden mit modernen Methoden auf Basis der Traditionen von Jumilla geschaffen. Die klassische Rebsorte der Region ist die Monastrell. Sowohl in Jumilla wie auch den benachbarten Regionen spielt die in Frankreich auch als Mourvèdre bekannte, autochthone Sorte die wichtigste Rolle. Der klassische Jumilla-Wein verließ sich ganz auf die kräftigen Charakterzüge der Monastrell und wurde jung getrunken, einfacher Zechwein, der auch nicht mehr sein wollte. Diese Weine werden immer noch gemacht (denn wer hätte auch etwas gegen einen guten Zechwein einzuwenden?) dazu kommt aber heute eine modernisierte Version von Monastrell. Weine, die einen sanften Holzausbau im Barrique-Fass erfahren haben und damit an Langlebigkeit und Komplexität gewinnen. Der große Fasskeller bei Silvano García mit Barriques aus französischem und amerikanischem Eichenholz in verschiedenen Graden der Toastung spricht in der Hinsicht für sich.

684x532_Silvano-Garcia.jpg 684x532_Weingut_SilvanoGarcia.jpg

Aber auch mit Rebsorten, die hier nicht heimisch sind, macht Silvano García gute Erfahrungen. So gewinnt in der traditionellen Rotwein-Region auch Weißwein zunehmend an Bedeutung. Das kann zum Beispiel Verdejo sein, der eigentlich aus der nördlichen Region Rueda stammt, aber auch hier in Jumilla faszinierenden Wein ergibt. Im relativ warmen Klima der Region Jumilla den richtigen Zeitpunkt für die Ernte zu finden, ist dabei die größte Schwierigkeit, geht es doch darum, die Aromatik des Weines zur vollen Entfaltung zu bringen, ohne dass er breit wird. Überhaupt machbar ist das ohnehin nur, weil die Temperatur zwischen Tag und Nacht so stark schwankt. Bis zu 20 Grad kann sie in der Nacht fallen. Das in Verbindung mit den Kalk-Sand-Böden ergibt einen feinen, aber dennoch extraktreichen Verdejo aus Jumilla.

Die städtische Lage des Weinguts ist besonders gut dafür geeignet, Gäste zu empfangen. Bei Silvano García gibt es regelmäßig Führungen durch den Keller, die Weinfreunden aus aller Welt die Weine näherbringen. Dabei gibt es auch den sehr limitierten Süßwein aus Monastrell und Traubengelee des Weinguts zu kaufen. Ein Besuch lohnt sich, auch wenn die Produktion bald in eine moderne Kellerei außerhalb der Stadtgrenzen verlegt wird. Hier kann Silvano García viel besser auf die Umwelt achten, denn nicht nur die Transportwege für die Trauben fallen weg, sondern die gesamte Anlage ist nach Öko-Standards aufgebaut. In Zukunft verbraucht die Bodega viel weniger Strom und Wasser, eine Umstellung auf erneuerbare Energien ist bereits angelegt. Außerdem werden verschiedene Prozesse der Weinbereitung geprüft, ob sie ökologisch verbessert werden können, so arbeitet das Weingut im Moment daran, die Filtration überflüssig zu machen.  

 

40901-19

2019 VERDEJO

Ein eher ungewöhnlicher Wein für die Region. Aber der Verdejo, der seine angestammte Heimat in der kühleren Rueda hat, bekommt hier in der südlichen Region Jumilla eine ganz eigene, faszinierende Ausprägung. Mit viel Fingerspitzengefühl zu einem Zeitpunkt geerntet, dass die Frische erhalten bleibt, aber die Aromen von tropischen Früchten und Fenchel sowie frischen Kräutern schon sonnengereift-intensiv daherkommen. Vollmundig und beinahe üppig, aber dennoch balanciert von einer animierenden Frische. Perfekt zu Fischgerichten und Meeresfrüchten.

2019 Verdejo (0,75l) 6,90 € statt 7,70 € shopping_basket

 

 

40902-17

2017 ETIQUETA NEGRA

Der Etiqueta Negra gehört zu den besten Weinen von Silvano García. Ein reiner Monastrell, der von alten Rebstöcken stammt, die in besonders trockenen, kargen Parzellen stehen. Das sind Bedingungen, die kaum eine Rebsorte gut aushält, aber Monastrell findet hier zu seiner besten Form. Auf traditionelle Weise vinifiziert, nach langer, schonender Extraktion für neun Monate in Barriques aus französischer und amerikanischer Eiche ausgebaut, ist das Ergebnis ein kräftiger, tiefer Rotwein, der nach reifen, roten und schwarzen Beeren duftet. Alles wird von würzigen Noten unterstützt. Vanille, Feigenbrot und etwas Rauch geben Rundung und Tiefe. Komplex, mit Druck und enormer Länge. Ein echtes Weinvergnügen für die Hedonisten unter uns! Und das zu einem erstaunlichen Preis.

2017 Etiqueta Negra (0,75l) 7,90 € statt 9,65 € shopping_basket

 

Angebote gültig bis 13.09.2020, bzw. so lange der Vorrat reicht.