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Miraval - by Jolie Pitt & Perrin

Es liegt recht abgeschieden in einem kleinen Seitental etwas nördlich vom Provence-Ort Brignoles, aber es ist ein Platz mit großer Geschichte. Reste einer römischen Wasserleitung führen noch zu einem kleinen See mitten im Tal, einige der Grundmauern gehörten zu einem Kloster aus dem 13. Jahrhundert und viele der zum Teil verfallenen, mit Trockenmauern eingefassten Terrassen sind ebenso alt. Das Herrenhaus ist aus dem 15. Jahrhundert und wurde immer wieder erneuert und erweitert. Ende des 19. Jahrhunderts baute ein Betonunternehmer ein Gebäude für die Weinbereitung und im 20. Jahrhundert kam Jacques Loussier und fügte ein Tonstudio hinzu, in dem z. B. Pink Floyd „The Wall“ einspielte.

Wein gab es hier immer und er war nicht unwichtig, aber auch immer nur zur Versorgung der Bewohner von Miraval und vielleicht für den lokalen Markt gedacht. Das änderte sich, als Hollywoods Glamour-Paar Nummer 1 das Anwesen kaufte und es änderte sich in einer erstaunlichen Art und Weise. „Vom Weinmachen hatten wir ja keine Ahnung“, meint Brad Pitt, „aber wir waren der Meinung, wenn wir hier schon welchen machen, dann soll er auch zu den Besten der Region gehören.“ Brad nimmt zwar schon selber mal die Motorsäge in die Hand, um alte, verfallene Terrassen von Sträuchern und Dornenhecken zu befreien, aber so richtig Winzer wollten Brangelina gar nicht werden. Über Freunde haben sie dann Kontakt zur Familie Perrin gefunden. „Die Weine kannten wir schon länger, aber wir hatten irgendwie gar nicht daran gedacht, Partner mit ins Boot zu holen. Eigentlich wollten wir nur ein paar Ratschläge. Jetzt sind wir bei dem Weingut 50/50-Partner geworden.“ Immerhin ein Halbwinzer sozusagen.

Marc Perrin war bei dem ersten Besuch von Miraval sofort begeistert. „Das ist hier ein abgeschlossenes kleines Tal, direkt auf der Grenze zwischen der Côtes de Provence und der deutlich kühleren Coteaux Varois. Dazu ganz unterschiedliche Bodenarten und durch die Hänge die Möglichkeit, auf verschiedenen Meereshöhen anzubauen“, erzählt er, „das ist das Beste der Provence auf kleinem Raum zusammengefasst."

Mit dem 12er kam der erste Rosé des Joint Ventures Pitt, Jolie & Perrin auf den Markt und natürlich war der Hype riesig. „Gala-Wein“ verspotteten ihn manche Weinkenner, bevor sie ihn überhaupt verkostet hatten. Als dann der WineSpectator ihn zum Rosé des Jahres wählte, war die Verwunderung groß, denn hier wurde blind und ohne Promi-Bonus verkostet. Nur war er da bei uns schon ausverkauft.

„Die Schwierigkeit war, die Idee umzusetzen, die wir beim Verkosten vieler Provence-Weine mit Brad und Angelina entwickelt hatten. Der typische Provence-Rosé muss hell und trotzdem strahlend sein, das führt oft zu sehr leichten Weinen. Wir wollten aber einen Wein, der neben der Frische noch sehr saftig daherkommt und eine fleischige Fülle besitzt, ohne dabei störende Tannine zu haben. Also kamen wir auf die Idee, die 5 % Syrah-Reben, die hauptsächlich für die Farbe und Struktur sorgen, nach dem Saignée-Verfahren zu behandeln. Wir machen also quasi einen Rotwein und ziehen frühzeitig, bevor er zu viel Farbe und Gerbstoffe bekommt, einen Teil des Mostes ab. Diese kleine Menge bauen wir dann in gebrauchten Barriques aus. Der etwas höhere Sauerstoff-Kontakt und die ganz leichten Barrique-Noten geben diesem Teil der Cuvée die Struktur. Grenache und Cinsault, die den Hauptteil der Cuvée bilden, werden schließlich zügig abgepresst, sodass sie fast als Weißwein in die Cuvée kommen.

Das alles ergibt einen puristischen Provence-Roséwein, bei dem die Leichtigkeit nicht die oberste Tugend ist. Anklänge an Kirschen, Erdbeeren und Rosenblüten finden sich in ihm, wie auch Bohnenkraut und andere typische Kräuter der Provence, und bei alledem bleibt er verführerisch saufig. Erfreulich auch: Weder die Hollywood-Stars noch die Star-Winzer haben auf eine Art Promi-Bonus für ihren Wein bestanden. Ja, für einen Rosé ist er nicht gerade billig, aber für einen Provence-Rosé erstaunlich günstig und selbst, nachdem die beiden ersten Ernten in kurzer Zeit ausverkauft waren, hat man die Preise nicht erhöht. So entgeht man erfolgreich dem Schickimicki-Image und sticht viele der namhaften Konkurrenten aus. Übrigens: Jetzt gibt es auch den ersten Rotwein von Miraval aus den Rebsorten Syrah, Grenache und Cinsault. Und einen Blanc aus Rolle und Grenache blanc. Leider von beiden nur sehr, sehr wenige Flaschen.

 

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