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Mas Crémat – Keine Vorurteile

Bei Mas Crémat springt einen das Terroir förmlich an. Der Boden ist dunkelgrau bis schwarz, es sieht aus, als stünde man in einem Nachrichtenbeitrag über Waldbrände. Deswegen, so erklärt Winzer Julien Jeannin, sei auch der Name des Guts entstanden, denn „Crémat“ bedeute im hiesigen Dialekt verbrannt und könne auf die ganze Gegend bezogen werden; „Mas“ wiederum ist gleichbedeutend mit Domaine. Insofern heißt Mas Crémat frei übersetzt: „Verbranntes Bauernhaus“. 

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Aber um nochmal auf den dunklen Boden zurückzukommen: Es handelt sich weder um schwarzen, fruchtbaren Humus, noch um Kohle, sondern um einen besonderen, schwarzen Schiefer. „Sowas gibt es nur hier im nördlichen Agly-Tal“, sagt Julien. Der Schiefer ist dabei als ein feiner, schwarzer Staub zu finden und nicht wie man ihn kennt, in Platten oder größeren Stücken. Der Effekt dieses Terroirs in Südfrankreich ist ein wenig anders zu bewerten, als zum Beispiel an der Mosel. Ist man hierzulande froh um einen Boden, der Wärme so effektiv speichert wie schwarzer Schiefer, um die Trauben reif zu bekommen, heizen sich die Weinberge bei Julien förmlich auf. „Das bedeutet, dass die Reben dauernd arbeiten müssen, um an Wasser zu kommen. Und es heißt natürlich auch, dass wir sehr früh mit der Lese beginnen.“ Tatsächlich geht die bei Mas Crémat oft schon Mitte August los. „Mein Ziel ist es, Frische und Eleganz in den Weinen zu erhalten, deswegen gehen wir schon sehr früh los und holen die Trauben.“ Vielleicht liegt dieses Weinideal ja sogar an der Familiengeschichte, denn Julien stammt aus dem Burgund. Sein Onkel hat dort ein bekanntes Weingut, Mongeard-Mugneret. Und Julien hat noch weitere Ideen aus dem Burgund mitgebracht: „Wir bauen alle Parzellen separat aus. Das gibt mir die Möglichkeit, später bei der Assemblage genau auszuwählen, welche Weine zueinander passen.“ Auch sein feines Gespür beim Einsatz von Holzfässern hilft ihm dabei, einen begeisternd eleganten, feinen Wein zu machen.

Aber spätestens hier würde Julien auf die Bremse treten. Denn seine Weine sind klare Roussillon-Weine. Es geht ihm darum, trinkfreudige Tropfen zu machen, die wunderbar zum Essen passen. Sie sollen nicht zu kompliziert oder anspruchsvoll sein. Diese Weine sind keine meditativen Tropfen, die dazu einladen, das Telefon auszustellen und sich voll in sie zu versenken. Eher im Gegenteil. Sie eignen sich hervorragend dazu, elegant eine Mahlzeit mit Freunden zu untermalen und können sicherlich als sozialer Schmierstoff die Gespräche anregen.

„Der Ruf der Region ist in gewisser Weise Fluch und Segen zugleich“, meint Julien auf die Frage, ob er es gerechtfertigt findet, dass Roussillon der Ruf einer Easy-Drinking-Hochburg anhaftet. „Die Weine, auf die sich das Vorurteil bezieht, gibt es natürlich immer noch. Aber in den letzten 25 Jahren hat sich viel getan in der Region.“ Heute, sagt er, gebe es viele Winzer und Weingüter, die an ihrer individuellen Vorstellung von Wein arbeiten und die ihr Terroir in der Flasche ausdrücken. „Aber wie das dann genau aussieht, beantwortet jeder anders“, meint er grinsend, „dadurch gibt es alle möglichen Arten von Weinen.“ Es kann also auch ein Fluch sein, wenn es die Tradition nicht gibt, hochklassige Weine zu machen. Stattdessen muss sich das erstmal jeder für sich erarbeiten, bis die Natur, das Terroir und die Kunden bestimmen, welche Vorstellung sich auf die Dauer durchsetzt. Obendrein gibt es eine große Menge geschützter Herkunftsbezeichnungen in Languedoc-Roussillon. Diese Unübersichtlichkeit und zum Teil auch Ununterscheidbarkeit macht es der Region zusätzlich schwer. Aber was ist denn Juliens Vision, was ist seine Antwort auf die Frage nach der Identität seiner Weine? „Also, tatsächlich finde ich es gar nicht so schlecht, dass es so viele unterschiedliche Ansätze gibt. Das macht doch die ganze Sache auch interessant.“

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Und der Wein? „Unser Terroir ist Crémat … verbrannt“, scherzt er. „In Verbindung mit unserem warmen Klima entstehen auf dem Schieferboden runde, körperreiche Weine, die wenig Säure haben und die sehr runde, weiche Tannine aufweisen.“ Der große Vorteil daran ist, dass diese Weine schon sehr jung ein Hochgenuss sind. Allerdings muss Julien jedes Jahr sehr genau schauen, dass er den richtigen Erntezeitpunkt trifft. „Da kommt es genau auf den Tag an, damit der Wein in der richtigen Balance ist. Ich will ja keine plumpen Fruchtbomben machen, sondern elegante Weine, die auch Frische haben.“

Wir sind der Meinung, dass Julien diese Idee mit seinen Weinen auf den Punkt bringt und mit seinem feinen Gespür für den Mittelweg aus Trinkfreude und Eleganz tatsächlich eine Art mustergültigen Roussillon-Stil verkörpert. Und ein weiteres Vorurteil der Region erfüllen sie überdies auch noch, denn es sind richtige Preis-Genuss-Knüller. 

 

2019 LES BALMETTES

Vielleicht können wir es auf die Wurzeln im Burgund zurückführen, aber jedenfalls gibt sich Julien Jeannin mit seinen Weißweinen genauso viel Mühe wie mit den Roten, die hier im Roussillon sonst ganz klar die Hauptrolle spielen. Was dabei herauskommt, ist ein klar südlich geprägter Weißwein. Toll cremig mit einem riesigen Aromen-Spektrum, das von reifer Birne und Melone bis zu Fenchel und Jasminblüten reicht. Wer spanischen Weißwein oder Rosé der Provence mag, wird hiervon auch begeistert sein!

2019 Les Balmettes (0,75l) 7,30 € im 5+1 Angebot*  shopping_basket

 

2018 L’ENVIE

Dem L’Envie kann man sich auf zwei Weisen nähern: Einerseits ist er ein Wein für Genießer, für Hedonisten, Menschen, die Geschmack haben, aber sich das nicht dauernd beweisen müssen. Andererseits kann man sich mit diesem Wein wunderbar auf Spurensuche des südlichen Terroirs von Julien Jeannin begeben. Man merkt dem Wein an, dass die Trauben viel Sonne getankt haben und schon im August auf den Punkt reif waren. Zum Glück kennt Julien seine Reben ganz genau und weiß den perfekten Zeitpunkt für die Lese abzupassen. Im Ergebnis bilden hier Grenache und Syrah mit kleinen Anteilen Mourvèdre und Carignan einen Wein mit vielen dunklen Beeren, süßer Kirsche und einem tollen Schmelz. Alles hier ist perfekt gereift und integriert.

2018 L’Envie (0,75l) 7,90 € statt 9,65 €  shopping_basket

 

2018 CUVÉE BASTIEN

Die Cuvée Bastien besteht aus den klassischen Rebsorten des französischen Südens: Syrah, Grenache und Mourvèdre machen jeweils ein Drittel der Cuvée aus. Julien ist sehr sensibel beim Umgang mit seinen Weinen und überlässt nichts dem Zufall. Die Sorten werden getrennt voneinander und zum Teil auch nach Parzellen getrennt ausgebaut. Erst kurz vor der Füllung in die Flasche macht Julien die Assemblage. So kann er seine Vision eines südlichen, eleganten Weins erreichen. Johannisbeere, Pfeffer und grüne Kräuter. Erst spät kommen die Noten von reifer Kirsche und Walderdbeere. Toll, was für eine Kraft dieser Wein hat, was für eine Länge und wie das dezent gesetzte Holz für das gewisse Etwas sorgt. Das ist flüssige Sonnenwärme. 

2018 Cuvée Bastien (0,75l) 14,50 €  shopping_basket

 

*5+1 Angebot: 6 Flaschen kaufen, 5 bezahlen.
Angebote gültig bis 22.11.2020, bzw. so lange der Vorrat reicht.    

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