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Markus Schneider – Pfälzer Weinwunder

„Ich wollte immer Winzer werden“, hat Markus Schneider mir erzählt, „so lange ich denken kann.“ In die Wiege gelegt war ihm das nicht wirklich. Sein Vater hatte zwar einen Weinberg, aber der Ertrag aus den nicht einmal 0,5 Hektar ging an die Genossenschaft. Jedenfalls bis Markus 1994 meinte: „Papa, da machen wir jetzt unseren eigenen Wein draus.“

Da war er noch in der Lehre bei Dr. Bürklin-Wolf. Wein machen ist noch verhältnismäßig einfach, guten Wein machen schon schwerer aber diesen guten Wein dann auch noch bekannt machen. Das ist eine Kunst, die nur sehr Wenigen gelingt. Der erste Erfolg war ein deutscher Wein, auf dessen Etikett einfach „1999 Rotwein“ stand und der bei Blindverkostungen regelmäßig für einen Premium-Châteauneuf gehalten wurde. „Portugieser“, ließ Markus dann lapidar die Bombe fallen und fügte in der Regel ein pfälzisches „isch gut, gell?“ hinzu. Ja, das ist Portugieser, aber eben von mehr als 80 Jahre alten, wurzelechten Rebstöcken. (Übrigens die letzte Flasche vom 99er habe ich letztes Jahr aus meinem Keller geholt – nach 20 Jahren sensationell!) Als nächstes brachte er den Black Print mit aus Ellerstadt, wieder ein Rotwein, aber mit einer Dichte und Struktur wie man sie ein Deutschland nicht gewohnt war. „Das ist nicht typisch…“, riefen sofort die Meckerer. „Naja“, meinte Markus, „soll ich etwa Dornfelder Rosé halbtrocken machen, weil der so typisch ist?“ Jeder Wein wird irgendwann einmal erfunden. Die Mosel ist nicht mit Riesling geboren worden. Bordeaux heißt in England immer noch Clairet, weil es eben lange mehr ein Rosé als ein Rotwein war. Die Schneider Weine waren neu und aufregend, sie orientierten sich an internationalen Vorbildern, die der Pfälzer Bub Markus Schneider auf seine Art genial (und auf eine andere Art frech) neu interpretierte. Sein Leitsatz war dabei einfach: Wein muss schmecken und das auch ohne eine große Geschichte dahinter, sondern sofort, wenn er ins Glas kommt. Das leuchtete natürlich auch den Kunden schnell ein. Dazu noch die einfachen und aufgeräumten Etiketten und die großartigen Namen. „Werbeagentur?“, da grinst Markus, wenn man ihn darauf anspricht: „Nö, das machen wir zu Hause am Küchentisch.“ Kaitui ist der Begriff der Maori für Schneider, Tohuwabohu, na wer Kinder hat, kennt das aus dem Kinderzimmer, Einzelstück der ehemalige „Rotwein“, denn uralte, wurzelechte Portugieserreben sind halt einzigartig. Geniale Dinge wirken im Nachhinein meist einfach.

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Aber Weinbau ist auch viel Arbeit. 800.000 Flaschen auf einem Familienweingut zu füllen, auch in wettertechnisch schwierigen Jahren in Top-Qualität und zu einem guten Preis ... Das ist so viel Arbeit, dass man schon sagen muss, es ist fast eine Kunst. Die Kunst, das Team zu organisieren, die Weinberge im Griff zu haben, den Keller und natürlich auch den Vertrieb. Markus Schwester und seine Frau arbeiten im Büro, sein Vater, der lange noch selber die Weine zum Kunden gebracht hat, steckt in den Weinbergen und Markus immer irgendwie überall. Wenn man den Schneiders während der Ernte zuschaut, ist man erstaunt, wie gut und reibungslos dieses Riesenunternehmen in Familienhand funktioniert und vor allem, dass bei alldem immer noch genug Zeit bleibt für Experimente und auch, um neue Weine anzugehen. Nicht nur in der Pfalz, wo mittlerweile auch großartige Lagenweine zum Beispiel aus dem Kallstädter Saumagen entstehen, sondern auch in Südafrika oder an der Mosel wo Markus einen alten Weinberg vor der Aufgabe gerettet hat und zwei klassisch fruchtige Mosel-Rieslinge macht. „Mehr aus Spaß“, meint er, denn es sind ja nur ein paar Flaschen. Aber diesen Spaß und Enthusiasmus braucht man, wenn man aus einem halben Hektar innerhalb von gerade einmal 25 Jahren (im Weinbau ist das nur ein Augenblick) ein Familienweingut von fast 100 Hektar formen will. „Habe ja auch viel Glück gehabt“, sagt er dann in seiner bescheidenen Art. Übrigens vergisst er auch nicht, dass es Menschen gibt, die weniger Glück haben, so geht der ganze Erlös eines seiner wichtigsten Weine, des Hullabaloo an ein Kinderhospiz in der Region.

Wir dürfen gespannt sein, was die nächsten 25 Jahre Markus Schneider bringen. 

 

2018 JOHANNISKREUZ CHARDONNAY

Ein neuer Wein von Markus Schneider, der unterstreicht, dass es keine Spielart von Wein gibt, die er nicht beherrscht. Der Johanniskreuz-Chardonnay ist an klassische, burgundische Vorbilder angelehnt, hat aber auch viel Heimat in sich: Das Eichenholz, in dem er ausgebaut wird, stammt aus der Mitte des Pfälzer Waldes, von 250 bis 300 Jahre alten Bäume und wird zu traditionellen Stückfässern verarbeitet. Dieses große Fass wirkt nicht so stark auf den Wein, wie kleine französische Barriques, sondern verleiht ihm vielmehr ganz eigene und subtile Note. Der Name Johanniskreuz bezeichnet die Herkunft der Eichen, nicht die der Trauben. Diese stammen vom Kallstadter Steinacker, dem höchstgelegenen Weinberg in Markus‘ Besitz. So entsteht ein klassischer Chardonnay mit einem Duft nach Aprikose, Ananas und einem Hauch Vanille und Zitrus. Etwas weiße Blüten und Akazienhonig. Am Gaumen füllig und schmelzend, solide strukturiert und mit spannender, mineralischer Länge.

2018 Johanniskreuz Chardonnay (0,75l) 14,52 €  shopping_basket

 

2018 BLACK PRINT

Markus Schneiders Rotwein-Sensation „Black Print“ war neben dem Ursprung sicher der Wein, der die anfänglich skeptischen Weinliebhaber Deutschlands nachhaltig davon überzeugt hat, dass deutscher Rotwein richtig was taugt und sich nicht gegenüber den Importen aus Spanien, Italien oder Frankreich verstecken muss. Im Gegenteil. Der Name „Blackprint“ wurde eigentlich für ein Projekt mit der Druckindustrie entwickelt, hat sich dann aber als Marke im Sortiment des schneiderschen Weinschaffens durchgesetzt. Bei diesem intensiven Roten weiß man immer, was man bekommt: dunkelfruchtig, sehr konzentriert und mit angenehmen Barrique-Noten spielend, ist dieser Wein die Zuverlässigkeit in Flaschen. Mit seiner dunklen, fast tintigen Farbe macht er seinem Namen alle Ehre. Ein hedonistischer Tausendsassa.

2018 Black Print (0,75l) 14,91 €  shopping_basket

 

2017 RIESLING FUCHSMANTEL

Es ist noch nicht so bekannt, dass Markus Schneider auch typische Pfälzer Rieslinge keltert. Dabei sticht der Riesling vom Fuchsmantel, einer der letzten Terrassenlagen der Pfalz, besonders heraus. Hier findet man ein in der Mittelhardt seltenes Terroir: Roten Buntsandstein. Der gibt diesem Riesling seine zarte Würze. Anregende Zitrusfrucht mit minziger Frische. Mit etwas Luft spielt er dann die volle Klaviatur von reifen, exotischen Früchten: Mango, Physalis und ein Hauch von Orangen-Marmelade. Im Geschmack vollmundig und saftig. Dank perfekt integrierter Fruchtsäure ausgewogen und fein. Diesen ausdrucksstarken Riesling sollte jeder einmal probieren, denn Markus Schneider kann nicht nur Sauvignon Blanc und Grauburgunder.

2017 Riesling Fuchsmantel (0,75l) 19,01 € shopping_basket

 

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