Ein Unternehmen der

REWE Group Logo

Leben wie Gott in Süddeutschland - Maultaschen & Wein

Essen und Genuss ist bei uns im Weinkeller ein ständiges Thema – doch nicht nur die hochtrabende Küche, sondern vor allem die regionalen Gerichte haben es uns angetan, sind wir doch außer Wahl-Rheinländer auch Franken, Spanier, Münchner, Schwaben, Moselaner und Niederländer, um nur ein paar zu nennen. So haben wir uns heute einmal der Maultasche, der ur-schwäbischen Spezialität, angenommen und nicht nur versucht ihre Herkunft zu klären, sondern Ihnen auch direkt die dazu passenden (natürlich süddeutschen) Weine herausgesucht. Also, an den Nudelteig – fertig – los!

ENTSTEHUNG

Viele Legenden und Mythen ranken sich um die Entstehung der Maultasche. Zum einen wird gemunkelt, dass die Zisterziensermönche des Klosters Maulbronn (daher auch der Name Maultasche) während der Fastenzeit dem Fleischessen doch nicht ganz entsagen konnten und deshalb die „verbotene“ Zutat in der Teigtasche versteckten, um den lieben Herrgott etwas an der Nase herumzuführen. Das dachten sich aber nicht nur die Katholiken, anscheinend hatten die Protestanten dieselbe Idee und füllten der, üblicherweise nur mit Kräutern und Spinat gefüllten Tasche, heimlich etwas Fleisch hinzu. So kam es, dass die Maultasche im Volksmund unter dem Name „Herrgottsbscheißerle“ bekannt und traditionell am Gründonnerstag gegessen wurde.

Eine ganz andere Geschichte besagt jedoch, dass die Schwaben gar nicht die Erfinder dieser Spezialität waren. Vielmehr soll es einfach eine Kopie der italienischen Ravioli und Tortellini sein, da es in der Umgebung von Maulbronn viele Waldenser-Orte gab. Die Waldenser waren protestantische Glaubensflüchtlinge aus Norditalien, die versuchten der Inquisition zu entkommen. Um sich nicht ganz heimatlos zu fühlen, bereiteten sie weiterhin ihre traditionellen Gerichte zu, wodurch dann eben auch die Maultasche entstanden sein könnte. Jede dieser Legenden ist wahrscheinlich so richtig und falsch, wie die Annahme, dass eine Maultasche im sprudelnden Wasser gekocht werden sollte – aber egal wie dieses schwäbische Nationalgericht entstanden ist, lecker ist es allemal! Nun aber genug der Mythen, wir möchten Ihnen das Rezept und vor allem den passenden Wein dazu nicht vorenthalten.

REZEPTE

Wie es auch bei der Entstehung mehr als eine Variante gibt, so sind auch die Rezepte, wie man die Maultasche schlussendlich zubereiten kann, sehr unterschiedlich. Das Grundrezept bleibt jedoch immer gleich, oder auch nicht, wenn man die tausenden von Omas bedenkt, die das Beste haben (meine eingeschlossen):

Für den Nudelteig wird Mehl mit Eiern, Salz, lauwarmen Wasser und etwas Öl zu einem geschmeidigen Teig geknetet. Um den Koch nicht zu sehr in Hektik zu versetzen, soll der Teig nun etwa eine Stunde ruhen. In der Zwischenzeit kann man eine Flasche Wein öffnen und sich der Füllung widmen – diese ist zum Glück schnell zubereitet, was genug Zeit für das Gläschen Wein übrig lässt. Die Füllung wird aus Spinat, Hackfleisch, Petersilie, Zwiebeln und etwas Lauchzwiebeln, alten Brötchen, Eiern, Muskat, Knoblauch, Salz und Pfeffer zubereitet. Nun wird der Teig in etwa 3 mm dünne Bahnen ausgerollt, auf denen die Füllung in kleinen Portionen platziert wird, dabei aber immer etwas Rand offen lassen. Die Ränder mit Eigelb bestreichen, dann den Teig überklappen, um so die Maultasche schließlich zu verschließen. Zu guter Letzt werden die Maultaschen in einen Topf mit heißem, nicht mehr kochendem Wasser gegeben, wo sie für 10 Minuten gar ziehen, bis sie an die Oberfläche steigen. Damit aber nicht genug, die Maultaschen können nun auf verschiedenste Art und Weise weiterverarbeitet werden und wir haben Ihnen den passenden Wein dazu!

In der Brühe

Ganz klassisch und ein Muss für jeden Schwaben sind Maultaschen in der Brühe. Dazu wird einfach eine Fleisch- oder Gemüse-Brühe aufgekocht, die Maultaschen hineingelegt und mit Petersilie bestreut. In diesem Fall geben wir uns schlicht mit den Maultaschen zufrieden, denn auch wenn wir natürlich große Freunde des Weins sind, so genügt uns hier als Flüssigkeit schlicht die Suppe auf dem Löffel.

„Gschmälzte“

Für die „gschmälzten“ Maultaschen werden Zwiebeln in feine Ringe geschnitten und in, wie es der Name schon andeutet, reichlich (!) Butter angebraten. Dabei sollten die Zwiebeln jedoch nicht kross, sondern schön braun und vor allem geschmeidig werden. Ganz klassisch gehört hier noch schwäbischer Kartoffelsalat, wie wir ihn auch schon in unserem Sommer-Rezepte-Booklet beschrieben haben, dazu und was vor allem nicht fehlen darf: der passende Wein! Der Oktav von Heger aus Baden ist nicht nur geografisch eine gute Idee, auch im Geschmack passt der Grauburgunder mit seiner ausgewogene Eleganz wunderbar zu den leicht buttrig-kräutrigen Aromen der Maultasche.

„Gröschtete“

Bei den „gröschteten“ Maultaschen kommt wieder Butter zum Einsatz – aber nachdem die Fastenzeit ja beinahe überstanden ist, kann es nicht schaden, den Körper etwas zu stärken. Die Maultaschen in Streifen schneiden und in der Pfanne in reichlich Butter anbraten. Wem das noch zu einfach ist, kann auch hier die Zwiebeln dazugeben oder ein Ei darüber schlagen und schließlich mit grünem Salat servieren. Den passenden Wein zu dieser Maultasche-Variante gibt es im Schwabenländle. Das, trotz der Butter, recht leichte Gericht schreit nicht nach einer Weinbombe, sondern vielmehr nach einer leckeren Begleitung, die ganz das gesellige Beisammensein wiederspiegelt. Deshalb trinken wir hierzu am liebsten einen leicht gekühlten Trollinger von Drautz-Able! Wem das dann doch zu leicht ist, der kann natürlich gerne zum nächsten großen Württemberger, dem Lemberger*** von Schnaitmann greifen.

Trollinger von Drautz-Able! 

Lemberger*** von Schnaitmann

Übrigens: Dass es so viele verschiedene Zubereitungsarten der Maultasche gibt, liegt eventuell an der, uns Schwaben ja hauptsächlich nachgesagten, eher sparsamen Art. Denn wenn bei den Maultaschen mal etwas übrig bleibt, kann man sie wunderbar am nächsten Tag in einer der vielen Varianten nochmals auf den Tisch stellen...