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La Provence dans une Bouteille

Dunkle Wolken rasen über den provenzalischen Himmel. Ab und an bricht etwas Sonne durch, wird aber direkt wieder von Regenschauern vertrieben. Es ist nass und kühl. Goldener Oktober in der Provence. “Wie ist das Wetter denn in Köln?”, fragt Gilles Pons, als wir auf Château les Valentines ankommen. “30 Grad und Sonne”, antworte ich mit einem leicht unzufriedenen Unterton. Er lacht, wie über einen Scherz. Ich muss ihm meine Wetter-App zeigen, bis er es glaubt. Er lacht noch einmal und meint, “Na demnächst muss man dann also aus der Provence nach Köln reisen, um Sonne und blauen Himmel zu haben.”

Gilles nimmt das Wetter sehr gelassen, er hat alle Trauben im Keller und seine Fässer und Tanks sind richtig voll. “Wir hatten einige sehr trockene Jahre, da waren die Erträge dann auch geringer,” erzählt er, “aber etwas Wasser im Boden kann gar nicht schaden. Und dieses Jahr gab es viel Wasser.” Das hatten wir von anderen Winzern aus dem Süden auch gehört. “Hattest du denn keine Probleme mit dem Mehltau”, fragen wir, weil er als Bio-Winzer dagegen kaum etwas machen könnte. “Och es ging”, meint er, “wir haben hier zum Glück immer Wind. Der trocknet die Reben und unsere Pflanzen sind auch kräftig genug und stehen nicht ganz so eng beisammen. Die Leute denken immer, viel Sonne sei gut, Regen sei schlecht, aber ohne Wasser würde ja keine Traube wachsen und zu viel Sonne kann keinen harmonischen Wein bringen.”

Gilles und Pascale PonsChâteau Les Valentines

Gilles und seine Frau Pascale sind eher durch Zufall zum Wein gekommen. Anfang der 80er Jahre hatte Gilles mit drei Freunden ein Unternehmen für Computergrafik gegründet. Ein echtes Startup in einer Zeit, in der das noch nicht so hieß. “Wir waren recht erfolgreich”, meint er “und hatten in Paris und Lyon unseren Firmensitz. Von Lyon war es nicht so weit in die Provence und Ende der 80er kam uns dann die Idee, man könne sich ja mal nach einem Ferienhaus in der Provence umschauen. Gerade in dieser Gegend war das damals noch günstig, obwohl das so nah am Meer ist und durch die Berge hinter uns sehr geschützt. Erstaunlich.” Gilles traf eine alte Dame, die ein kleines Haus in der Nähe von La Londe hatte, zu dem zehn Hektar Weinberge gehörten. “Ein Weingut konnte man das nicht nennen, die haben seit jeher alles an die Kooperative abgegeben. Aber ein Haus mit Weinbergen, das fanden Pascale und ich großartig. Die ersten vier Jahre haben wir dann auch einfach so weitergemacht und nutzten nur das Ferienhaus, während sich die Kooperative um die Weinberge und die Trauben gekümmert hat. Aber irgendwie hatte ich schon immer Spaß daran, draußen zu arbeiten und als ich darüber nachgedacht habe – die ganze Zeit nur Grafik und Computer – war mir schnell klar, das hier wäre die Chance. Also hab ich meine Anteile an der Firma verkauft und mich an der Weinbauhochschule eingeschrieben. Mit 33 Jahren noch mal Student … War ja auch nicht schlecht.” Wie Gilles das erzählt und lächelt, merkt man, er hat alles richtig gemacht. “Ja, aber es gehörte auch Glück dazu. Als ich 1998 meinen ersten eigenen Jahrgang rausgebracht habe, war ich natürlich endlos stolz, aber gleichzeitig habe ich auch gemerkt, dass der noch ziemlich weit von dem Wein entfernt war, den ich eigentlich machen wollte und so fiel es mir fast schwer, den zu verkaufen.”

Aber Ende der 90er entdeckte die Weinwelt gerade den Provence Rosé und so viele Winzer außerhalb der Kooperativen gab es nicht und selbst ein in Gilles’ Augen nicht perfekter Rosé war offensichtlich immer noch besser als vieles andere. Und so klingelte, kaum war der erste Jahrgang auf der Flasche, schon jemand bei ihm und fragte nach Wein. Viel Wein. “Das war der Einkäufer der Galerie Lafayette, der hatte gehört, dass es hier ein neues Weingut gebe und das dort ein sehr guter Rosé gemacht würde.” Dann ging alles ganz schnell, denn der Einkäufer hatte die schöne Idee, den Les Valentines Rosé zum Valentinstag in den Verkauf zu bringen. “Und schwupp war ein großer Teil meiner Ernte weg. Dann kam nach dem Erfolg bei Lafayette noch Nicolas (ein großer französischer Weinhändler) und wollte unsere Weine für seine Filialen. Komisch, wir hatten bei der Wahl des Namens für unser Weingut gar nicht an die Vermarktung gedacht. Glück gehabt.” Aber Gilles merkte auch schnell, dass Weinbau auch viel Arbeit ist. “Mit den zehn Hektar konnten wir nicht die Weine machen, die wir wollten, also haben wir Stück für Stück dazu gekauft. Das ist in der Gemeinde nicht ganz einfach und nicht ganz billig. Aber man hat den wilden Spekulationen, wie man sie woanders kennt, einen Riegel vorgeschoben. So darf Rebland zum Beispiel nicht mehr in Bauland umgewandelt werden und einfach so verkaufen darf man auch nicht. Denn erst einmal haben die Winzer aus der Region Zugriff auf die Weinberge. Nur wenn sich da niemand findet, kommt jemand von außerhalb zum Zuge.” So hat er es auf mittlerweile stolze 40 Hektar gebracht. “Und vor allem, finde ich, entsprechen meine Weine jetzt dem, was ich mir vorgestellt habe.” Finden wir auch, nicht umsonst ist der Valentines Rosé bei unseren Blindverkostungen immer ganz vorne und auch der Weiße hat mittlerweile viele Liebhaber gefunden.

“Die Leute nehmen die Provence Rosés mittlerweile auch wirklich ernst. Früher hat man gedacht, dass seien irgendwelche Reste, die man zusammenkippt. Gut, so haben manche Weine auch geschmeckt und wahrscheinlich wurden sie auch nicht mit ausreichend Sorgfalt bereitet. Jetzt wissen die Winzer der Region, dass man Rosé schon vom Rebstock an vorbereiten muss. Bei uns sind die Weinberge schon festgelegt, die für Rosé, Blanc und Rouge vorgesehen sind. Wenn man den Satz ‘Wein entsteht im Weinberg’ ernst nimmt, dann kann man gar nicht anders verfahren. So ist auch der Weißwein zu einem ernsthaften Produkt geworden, der war früher eher was für die lokale Gastronomie und den Eigenbedarf der Winzer. Aber mit seiner milden Säure und seinen tollen würzigen Fruchtnoten, passt er eben super zu den Fischgerichten der Region. Jetzt müssen wir noch daran arbeiten, die Rotweine bekannter zu machen.” Schön wenn man noch Ziele hat.

Weinberge von Château Les Valentines

Auf der Rückfahrt zum Hotel fahren wir noch mit Gaëlle, die auf Valentines den Vertrieb leitet, auf einer ganz besonderen Farm vorbei. “Algen”, sagt Gaelle. Alle denken bei Provence an Kräuter, Wein und Melonen, aber auf Clos Sainte Aurora produziert man in ein paar großen Wasserbecken Spirulina-Algen. “Wir haben hier gutes Wasser und genug Licht und die Spirulina wird für Kosmetik und als Nahrungsergänzungsmittel gerade entdeckt.” Gut, dass man mit den blaugrün schimmernden Algen noch keinen blauen Provence Wein macht, denke ich. Das seltsam gefärbte Zeug aus Spanien reicht vollkommen.

Bevor es abends zum Essen an den Strand geht, schaffen wir es noch, im Hotel einzuchecken. Ich bewundere immer wieder die Kunst der Franzosen, an die landschaftlich schönsten Stellen die hässlichsten Hotels zu setzen und diese dann innen noch mit vielen Kleinigkeiten möglichst deprimierend zu gestalten. Passend dazu prasselt ein stürmischer Regen auf das mit Kieselsteinen belegte Vordach, auf das ich aus meinem Zimmer blicke. Also schnell zum Strand. Unser Navi irrt da erst einmal über leere Parkplätze und durch gesperrte Wohnstraßen, bis wir endlich das Restaurant finden. Direkt an einem der schönsten Strände der Provence, so erzählt man uns jedenfalls. In der Dunkelheit und den peitschenden Regenschauern sehen wir davon rein gar nichts. Aber drinnen sitzt schon Gilles und schenkt direkt ein Glas Château les Valentines Rosé ein. “C’est la provence”, meint er und zeigt lächelnd auf das Glas. Tief glitzerndes Meer, weiß schillernde Hügel, alte Dörfer, Lavendelfelder soweit das Auge reicht, der Geruch von Thymian und Rosmarin. Sonnentrunkene Landschaften unter einem in endlosem Blau sich hinziehenden Himmel …

 

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2018 CHÂTEAU LES VALENTINES ROSÉ

Château Les Valentines, Provence

Das ist ein Rosé der Extraklasse. Er vermittelt mit seiner komplexen Frucht durchaus Ernsthaftigkeit, ohne dabei die Leichtigkeit seiner provenzalischen Seele zu verleugnen. Fast schon mit Blick auf das Mittelmeer gedeihen die traditionellen Rebsorten Cinsault, Grenache, Syrah und Mourvèdre für diese typische Cuvée, die mit Aromen von Himbeeren, Kirschen, Orangenblüten, Grapefruit, aber auch Kräutern wie Thymian und Rosmarin begeistert. Am Gaumen ist er von vitaler Frische, beachtlicher Dichte und feiner Mineralik geprägt. Eben so, wie es sich für einen richtig guten Rosé geziemt. Wir sagen einmal mehr “Merci” für diesen wunderbaren Tropfen, der sich einen festen Platz in unserem Sortiment gesichert hat.

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2017 CAPRICE DE CLÉMENTINE ROSÉ

Château Les Valentines, Provence

Der launige Caprice begeistert immer wieder aufs Neue mit seinem unbekümmert rasanten Trinkfluss. Aus den klassischen Rebsorten Cinsault und Grenache gekeltert, schmeckt er herrlich frisch, dabei dezent kräutrig und zart würzig. So wie es sich gehört. Eben ein Parade-Rosé aus der Provence. Trinkanimierend und elegant, mit besonderer Affinität zur leichten Küche, aber auch als Solist ein echtes Highlight. Der Sommer kann kommen!

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2017 CAPRICE DE CLÉMENTINE BLANC

Château Les Valentines, Provence

Auf Château Les Valentines haben die Rebstöcke das Glück, am Rande des Mittelmeeres zu gedeihen, mit viel Sonne und frischer Meeresbrise. Daher entdeckt man im Caprice de Clementine auch feine salzige Noten. Typisch sind die Rebsorten: Rolle und Ugni-Blanc, besser bekannt unter ihren italienischen Namen Vermentino und Trebbiano. Der reiche, kulturelle Austausch im mediterranen Raum lässt grüßen. Erfrischende Zitrusfrucht nimmt man sogleich in der Nase wahr; ebenso Birne, Heublume, Fenchel. Das Aromaprofil am Gaumen ist charaktervoll würzig und geradlinig zugleich. Wer da nicht sofort an gegrillten Fisch mit würzigen Kräutern denkt, darf ihn auch einfach so genießen.

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