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Knab - Der erste Generationswechsel

“THOMAS, WANN HAST DU EIGENTLICH DAS WEINGUT ÜBERNOMMEN? DAS WAR JA EINE ART NEUGRÜNDUNG.”

THOMAS: “Das war eine Second-Hand-Immobilie. Ich hab in der Zeitung gelesen, Weingut am Kaiserstuhl im Angebot und dann an die Chiffre geschrieben.”

“WAR DAS DENN DEIN PLAN, EIN EIGENES WEINGUT ZU MACHEN?”

THOMAS: “Nö, überhaupt nicht. Wir haben uns das einfach mal angeschaut und dann gedacht, das könnte passen. War zwar nur ein kleiner Betrieb, aber wir hatten ja auch nicht im Lotto gewonnen. Aber die Bank hielt uns tatsächlich für kreditwürdig. Würde wahrscheinlich heute gar nicht mehr gehen.”

JOHANNES: “Auch noch mit drei kleinen Kindern im Hintergrund. 1994 war ich gerade mal in der zweiten Klasse.”

THOMAS: “Heute geht das eher andersherum. Heute kommen Banken auf uns zu, weil sie in Wein und Weinbau investieren wollen. Aber wir haben ja auch Glück gehabt. Es lief Mitte der 90er gut für den deutschen Wein und in der Fläche konnten wir uns auch vergrößern. Immer mehr Genossenschaftswinzer haben den Weinbau ganz aufgegeben und so konnten wir uns hier am nördlichen Kaiserstuhl die Filetstücke herauspicken. Von fünf Hektar sind wir auf 23 gewachsen.”

“JOHANNES, SEIT WANN BIST DU JETZT MIT IM WEINGUT?”

JOHANNES: “Voll im Betrieb bin ich jetzt seit 2016. Während der Lehre und des Studiums nebenbei etwa seit 2011, als klar war, dass ich das mal übernehmen würde.”

“DU HAST DOCH VORHER WAS GANZ ANDERES GEMACHT, ODER?”

JOHANNES: “Genau. Ich habe davor erst einmal eine Ausbildung als Mediengestalter gemacht. Hab auch fünf Jahre in der Branche gearbeitet, bevor ich in Geisenheim das Studium angefangen habe.”

“WIE KAM ES, DASS DU ERST WAS ANDERES GEMACHT HAST UND DANN DOCH INS WEINGUT EINGESTIEGEN BIST?”

JOHANNES: “Ich hab ja zwei Brüder und irgendwie hat sich das so herauskristallisiert. Wir haben zwar alle drei als Kinder unseren eigene Rebparzelle gehabt, die wir selber pflegen mussten und aus der wir unseren eigenen Wein machen konnten, aber irgendwann habe ich mir dann immer den Urlaub so gelegt, dass ich beim herbsten helfen konnte. Außerdem habe ich gemerkt, dass ein reiner Bürojob nicht so ganz mein Ding ist. Als keiner meiner Brüder ins Weingut einsteigen wollte, war mir klar, dass ich das machen würde. In Geisenheim war ich zwar etwas über dem Durchschnittsalter, aber das ging schon …”

REGINA: “Na, Jungwinzer ist man ja bis einschließlich 40.”

“EINSCHLIESSLICH?”

THOMAS: “Ja es gibt da tatsächlich so eine Förderung für Jungwinzer, die kann man bis einschließlich 40 beantragen. Obwohl ich kenne in Deutschland eine Jungwinzervereinigung bei denen ist das Durchschnittsalter so bei 65.”

Weinberge Weingut KnabThomas und Johannes Knab

“ES SAH ALSO EINE ZEITLANG AUS, ALS WÜRDE KEINES DER KINDER DAS WEINGUT ÜBERNEHMEN?”

REGINA: “Ja, die haben alle erst einmal andere Berufe gewählt. Aber wir haben ihnen auch immer gezeigt, was es bedeutet, Winzer zu sein. Sie hatten ihre eigene Parzelle, wir haben sie immer mit zu Veranstaltungen genommen und der Jo meinte irgendwann so mit 16 mal nach der ProWein, das wäre ja toll, da würden so viele gut angezogene Leute rumlaufen.”

JOHANNES: “Der Winzerberuf ist ja auch nicht so ganz risikolos. Man hat mit der Natur zu tun, die ist mal Partner, mal Gegner und kann einem dann auch innerhalb von ein paar Minuten ein ganzes Jahr Arbeit versauen. Der Bezug zur Natur ist schön, aber eben auch nicht ohne Risiko. Das hat man ja in wenigen Berufen, vielleicht hab ich daher auch länger überlegt. Die Eltern haben das aber auch völlig offen gelassen. Da gab es kein 'der Älteste macht das jetzt' das gibt es ja immer noch zuhauf in der Branche. ”

REGINA: “Das war für uns nie ein Thema. Wir haben immer gesagt: Wenn das einer machen will, dann muss er das wirklich wollen und nicht, weil er sich den Eltern gegenüber oder den 13 Generationen davor verpflichtet fühlt. Es wäre für uns kein Problem gewesen da auch von außerhalb einen Nachfolger zu suchen. Wir haben den Kindern nur eine Deadline gesetzt, damit dafür dann auch Zeit genug wäre. Bis der Jüngste 25 war, hatten wir gesagt, aber der Johannes hat sich schon früher entschieden. Und das Tolle war, er hat dann ziemlich genaue Angaben gemacht, wie und wann er sich das vorstellt. Er wollte noch ein Jahr in seinem Beruf weiter arbeiten, ein Jahr auf Reisen gehen und dann studieren.”

JOHANNES: “Es war ja für mich auch nicht so ein Druck. Das Weingut hier ist ja nicht seit 20 Generationen im Familienbesitz.”

REGINA: “Aber wir kommen beide aus alten Weinbaufamilien. Bei Thomas war das sogar noch ein klassischer Mischbetrieb, mit etwas Weinbau. Aber für uns wäre das auch völlig in Ordnung gewesen, wenn keines unserer Kinder in die Landwirtschaft gegangen wäre. Eigentlich gibt es den Weinbau hier im Badischen auch noch nicht so lang. Hier in Endingen war der Kirschbaum mit dem Schnaps, den man daraus brannte, für den Landwirt oft mehr Wert als die Weinrebe. Die Weine waren da eher die Verschnittpartner für die Pfalz oder so.”

“JOHANNES, ALS DU INS STUDIUM KAMST, WIE GROSS WAR DENN DA DEIN FACHWISSEN?”

JOHANNES: “Ich hatte hier schon fünf Ernten mitgemacht und den Traktor habe ich auch schon mit zwölf gefahren, also da brauchte ich nicht mehr viel zu lernen. Für das theoretische Wissen, den ganzen Hintergrund war das Stadium aber extrem wichtig. Warum mache ich wann was.”

“THOMAS, WAS HAST DU EIGENTLICH FÜR EINE WEINBAU-AUSBILDUNG?”

THOMAS: “Weinbautechniker, hab ich damals in Bad Kreuznach gemacht …”

REGINA: “Aber auf ziemlichen Umwegen. Sein Vater war der Ansicht, er wird Bauer, dann braucht er keine höhere Schulbildung. Hauptschule reicht für so einen Mischbetrieb. Die Lehrerin wollte ihn auf das Gymnasium schicken, aber das kam gar nicht in Frage, das braucht ein Landwirt nicht, war die Meinung.”

THOMAS: “Mit 15 hab ich dann zu Hause die Lehre angefangen. Es gab damals eine Vorschrift, dass man ein halbes Jahr eine Fremdlehre machen musste. Da bin ich in die Winzergenossenschaft gekommen. Gelernt hab ich da aber nichts. Die hatten gar kein Interesse, ihren Mitgliedern etwas beizubringen, die wären ja dann vielleicht auf die Idee gekommen, sich selbstständig zu machen.”

Thomas Knab misst den ÖchslegradWeinberge Knab

“DEIN VATER HAT ALSO DAMALS TRAUBEN FÜR DIE GENOSSENSCHAFT PRODUZIERT?”

THOMAS: “Ja, wir waren ein kleiner Mischbetrieb in Ihringen. Wir waren die Letzten, die ihre Weinberge noch mit dem Pferd beackert haben. Alle anderen hatten in den 70ern schon einen Schmalspurschlepper, wir hatten noch den Hengst Max. Was war das peinlich für mich, wenn ich mit dem Max in den Weinberg musste …”

“HEUTE WÄRST DU DAMIT WIEDER AVANTGARDE.”

REGINA: “Die waren wirklich die Letzten, die das so gemacht haben. Da kam sogar mal einer aus Geisenheim und wollte eine Untersuchung darüber machen, was das für den Weinberg bedeutet. Bodenverdichtung und so …”

THOMAS: “Ich habe dann die Lehre so gut abgeschlossen, dass ich in die Winterschule gehen durfte. Das war damals in der Landwirtschaft eine Besonderheit. Wenn am Hof im Winter nicht so viel zu tun war, konnte man da hingehen.”

REGINA: “Und da hat er dann wieder so gut abgeschnitten, dass er nach Bad Kreuznach durfte.”

THOMAS: “Und dann hab ich mich daheim abgeseilt. Und neben dem Beruf noch Betriebswirtschaft studiert. Ganz interessant.”

“JOHANNES, WIE IST DAS DENN JETZT HIER SO IM TÄGLICHEN BETRIEB?”

JOHANNES: “Ich habe hier zuerst einmal gelernt, dass man einen Überblick über alle Bereiche haben muss. Ich habe Betriebe kennengelernt, in denen die Leute aus dem Keller nie im Weinberg waren und umgekehrt. Das ginge hier gar nicht. Wir haben es zwar etwas aufgeteilt, ich mache mehr Keller, der Vater …

THOMAS: “… der räumt mehr auf …” (lacht)

JOHANNES: “… Nee, mehr den Weinberg, aber den Überblick müssen wir immer beide haben. Auch der Kellermeister muss wissen, wo seine Reben herkommen. Auch beim Cuvéetieren verkosten wir gemeinsam und besprechen das. Da ist natürlich eine Meinung mehr auch gut.”

REGINA: “Wir haben immer im Januar unsere Jungweinprobe, da kommen dann auch Externe dazu. Das ist uns enorm wichtig.”

Thomas, Regina und Johannes Knab

“THOMAS, REGINA, HABT IHR IN DEN LETZTEN JAHREN VERANTWORTUNG ABGEGEBEN UND FÄLLT EUCH DAS SCHWER?”

THOMAS: “Nö, es gibt so bestimmte Sachen, da fällt mir das total leicht. Zum Beispiel die Erklärung zur Sozialversicherung oder Zollpapier machen, Kellerbuch, Stundenlisten für die Aushilfskräfte …”

REGINA: “Ja das wäre es. Aber es sind ja nicht nur die konkreten Aufgaben. Die ganzen Jahre haben Thomas und ich alles besprochen und dann entschieden. Und in den ersten Jahren ist es uns immer wieder passiert, dass Thomas und Johannes oder Johannes und ich Sachen zusammen entschieden haben, aber eben nicht alle drei zusammen. Das bekommen wir inzwischen aber gut hin. Einfach Montagmorgen nach dem Frühstück. Oder gerne auch beim Mittagessen … Das kann einen allerdings auch schon mal stören, dass es praktisch kein Essen mehr gibt, das nicht zugleich Betriebsbesprechung ist.”

“GIBT ES ETWAS WAS IHR VERÄNDERT HABT, SEIT JOHANNES IM WEINGUT IST.”

THOMAS: “Wir arbeiten mittlerweile komplett ohne Herbizide und experimentieren auch mit dem sanften Rebschnitt, das ist Johannes wichtig. Außerdem haben wir die Lagen- bzw. Gewannennamen eingeführt.”

JOHANNES: “Die Prädikate wie Spätlese sind zunehmend uninteressanter, daher stehen sie jetzt bei uns auch nicht mehr auf der Weinkarte. Es gibt außerdem keinen Zukauf mehr, auch nicht in der Basis. Das hat aber weniger was mit dem Generationswechsel zu tun. Thomas' Weine waren ja auch nie ganz schlecht. (Lacht).

THOMAS: “Seit September haben wir eine GbR. Wenn es nicht läuft, ist er am Verlust mit beteiligt und Überstunden kann er auch keine mehr geltend machen. Das ist ja ganz schön …”

REGINA: “Seine Freundin hat ihn gefragt: Was machst du denn als Erstes wenn du da am Monatsanfang als Mitinhaber auf den Hof kommst? Johannes Antwort war: Ich kommandiere erst einmal jemanden rum. Davon gibt es ein nettes Video, wo Johannes vor unserem Hund steht und laut ‘Pepper, Sitz!’ sagt. Den hat das aber nicht interessiert …“  

 

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2018 WEISSER BURGUNDER VOM VULKAN TROCKEN

Der wunderbar duftige Weißburgunder vom Vulkan ist einfach ein Lieblingswein. Mit seinen frischen, floralen Noten und der brillanten, fein-saftigen Frucht verbindet er angenehmes Trinkvergnügen mit badischer Stilsicherheit. Im warmen 2018er Jahrgang ist er füllig gelungen, ohne mit Trinkfluss zu geizen. Im Gegenteil. Der Balanceakt, den es in diesem Jahr zu bewältigen galt, ist Thomas Rinker perfekt gelungen. So macht er schon jetzt richtig viel Spaß, ob als niveauvoller Speisenbegleiter oder einfach so. Diese Kontinuität über Jahre erfreut uns ausgesprochen, der vom Vulkan gehört immer zu den Weinen, die sich selbst treu bleiben und dabei die verschiedenen Jahrgangseigenschaften widerspiegeln.   

Sommelier Choice Andreas Brensing:

"Der Weißburgunder vom Vulkan ist immer eine Bank. In diesem Jahr ist er besonders großzügig und würzig geraten, was mir ausgesprochen gut gefällt!"

0,75l 9,90 € im 5+1 shopping_basket

 

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2015 WEISSBURGUNDER*** SCHÖNENBERG

Ein im Holzfass ausgebauter Weißburgunder der Extraklasse! Er stammt von mehr als 40 Jahre alten Weißburgunder-Reben, die tief im Vukanverwitterungboden des Kaiserstuhls auf einer hochgelegenen Terrassenlage wurzeln. Aus ihnen keltert Familie Rinker einen konzentrierten und kraftvollen Burgunder mit ernormer Strahlkraft und explosivem Duft von exotischen Früchten und süßen Gewürzen, gemixt mit zarten kräutrigen Nuancen. Sein druckvoller Schmelz ist einnehmend, sein fulminanter Auftritt reicht bis in den langen, cremigen Nachhall. Der 2015er ist jetzt in optimaler Form und wird diese noch für Jahre halten.  

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2013 SPÄTBURGUNDER RESERVE***

Ein erstklassiger Spätburgunder mit GG Charakter zu einem wirklich genussfreudigen Preis und jetzt in allerbestem Trinkalter. Angenehm rund und mit tollen Kirsch-, dunklen Beeren- und feinsten Röstaromen ausgestattet, ist er nach zwei Jahren Reifung im Eichenfass und weiterer Flaschenreife ein wirklich beeindruckender Spätburgunder mit großer Dichte, der die Eleganz des burgundischen Pinots mit echter badischer Lebensfreude und Fülle verbindet. Es ist beachtlich, mit welcher Konstanz Thomas Rinker diesen Spitzenwein auf höchstem Niveau etabliert hat. Perfekt zum Rehrücken oder wie der Winzer uns schreibt: "Mein Liebster! - nach Feierabend - und der ist oft spät." 

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