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Inside: Bordeaux und die Touristen

Bordeaux, eines der wichtigsten Handelszentren Frankreichs, lag lange im Abseits und war fast vergessen, ein Stück Provinz. Die französischen Urlauber fuhren an die Mittelmeerküste, die Deutschen in die Bretagne, die Amerikaner nach Paris, und an den Quais an der Garonne legten längst keine Schiffe mehr an.

Die Bordelaiser fühlten sich abgehängt und etwas vergessen. Dann kam der Wein aus Bordeaux zurück auf die Weltbühne, die Stadt wurde einer radikalen Modernisierung unterzogen, der Fluss und der alte Hafen einbezogen, ein Wein-Museum gebaut, Hightech-Firmen mit jungen Mitarbeitern siedelten sich an und plötzlich fand sich Bordeaux auf der Liste der hipsten Städte Europas ganz weit oben wieder. Als der TGV plötzlich nur noch zwei Stunden von Paris an die Garonne brauchte, war es vielen Bordelaisern dann aber auch wieder nicht ganz recht. Plötzlich wurden die alten verfallenen Wohnungen im Hafenviertel renoviert und natürlich deutlich teurer.

Viele Pariser leisteten sich hier ein Zweitdomizil und in den unzähligen Restaurants hört man mittlerweile genauso viel Englisch, Deutsch, Japanisch und Chinesisch wie in Paris, Florenz oder Berlin. Bordeaux liegt im Trend. Aber es scheint, als könne nicht jeder damit umgehen. Wenn man als Tourist abends um zehn in einer Bar au Vin noch eine gute Flasche Wein bestellen möchte, ohne dazu ein reichhaltiges zweites Abendessen zu sich zu nehmen, kann es schon einmal passieren das man unfreundlich zur Tür begleitet und als “dummer Tourist” beschimpft wird. Unabhängig davon, wie lange die Küche überhaupt noch auf hat und was so angeboten wird. Es geht ums Prinzip. Auf der anderen Seite gibt es viele junge Gastronomen mit spannenden Konzepten, die lockerlässig mit den Fremden umgehen. Vielleicht müssen sich beide Seiten erst noch aneinander gewöhnen.

Restaurant Belle Campagne

Einer unserer Favoriten. Eng, lecker, unkompliziert, das Belle Campagne in der Rue de Bahutiers. Oben Links das Chien de Pavlov in der Rue de la Devise, ein wenig Touristisches Restaurant zum Spaß haben und natürlich Chez le Pépère am Parc Gambetta, eine authentische Bordelaiser Weinkneipe. Hier haben wir die Kamera drin gelassen, sah so Touri aus...