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Inside Bordeaux: Kaviar

Kaviar ist vielleicht das Letzte, was ich in der Region erwartet habe, aber er hat hier tatsächlich eine Tradition. Heather Ducretot, die wir bei Caviar de France irgendwo im Nirgendwo nahe dem Bassin von Arcachon treffen, erzählt uns, dass sich Ende des 19. Jahrhunderts wohl einige Störe in die Flüsse der Region verirrt haben. Vielleicht war es ihnen anderswo einfach zu dreckig. Dank russischer Emigranten wussten die jungen Fischer bald, was sie an den Tieren hatten und versorgten die Handelsstadt mit lokal produziertem Störrogen. Die Störpopulation wuchs und nach dem Krieg exportierte man sogar bis nach Paris. Ob Überfischung oder die Verschmutzung der Flüsse die Fische dezimiert hatte, weiß man nicht. 1982 verbot man jedenfalls die Störfischerei. Seit 1993 gibt es in der alten Mühle Cassadotte Biganos eine Störfarm, wo die Fische in besonders großen Bassins gehalten werden. “Unsere erste “Ernte” war zehn Jahre später”, erzählt Heather, “so lange brauchen die Störe. Aber hier im Bordelais erschrickt das niemanden wirklich, das ist man von den Weinen gewohnt.” 1.200 Kilo in verschiedenen Qualitäten werden pro Jahr hergestellt. Weil er so sensationell klar und frisch schmeckt, findet er in der französischen Sternegastronomie reißenden Absatz. “Aber wenn ihr in Deutschland was gebrauchen könnt …” Bordeaux heißt Handel.

Heather von Caviar de FranceStöre im Bordelais

Ach ja. Wenn man schon mal hier ist, die Dune du Pilat, die größte Wanderdüne Europas, ist nicht weit. Einfach ein kleines Döschen Kaviar mitnehmen, irgendwo eine Flasche kalten Champagner und ein Baguette besorgen und dann rauf auf die Düne und den Sonnenuntergang genießen. Den Rest des Abends kann man ja im mondänen Pilat Plage verbringen oder natürlich in Arcachon.

 Auf der Dune du Pilat

Dune du PilatSundowner an der Atlantikküste

Mehr unter www.caviardefrance.com

Wenn Sie Caviar de France besuchen wollen, geben Sie bei google maps "La Truite Argentière" oder "J3Q5+Q7 Biganos, Frankreich" ein, sonst irren Sie längere Zeit auf einem Supermarktparkplatz herum. Von da zur Dune du Pilat sind es noch ca. 25 Minuten. Es emfpiehlt sich bei schönem Wetter  erst ab dem späten Nachmittag anzukommen und erst deutlich nach Sonnenuntergang zurückzufahren sonst steht man bis Bordeaux im Stau - vor allen an Wochenenden.