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Im April in der Toskana II

Die Sonne hat sich rar gemacht und ich fahre weiter zur Badia a Coltibuono, der alten "Abtei zur guten Ernte" aus dem 11. Jahrhundert, gegründet von Benediktinermönchen. Im Laufe der Jahrhunderte dehnte sich der Landbesitz immer weiter aus und gelangte im 15. Jahrhundert unter der Schutzherrschaft von Lorenzo di Medici zu Wohlstand und Blüte. Als die Toskana im Jahre 1810 unter der Herrschaft Napoleons stand, mussten die Mönche die Abtei verlassen, und das Kloster wurde säkularisiert. In den darauffolgenden Jahren wurde der Besitz zuerst in einer Lotterie veräußert bis im Jahre 1846 der florentinische Bankier Michele Giuntini, Großvater des heutigen Besitzers Piero Stucchi Prinetti, das Anwesen kaufte.

Mit Piero ist das Weingut nach 900 Jahren wieder zurück zu den Medici gekommen. Er ist mit der bekannten Kochbuchautorin Lorenza de Medici verheiratet. Tochter Emanuela und die Söhne des Hauses, Roberto, Paolo und Guido, setzen heute das Werk fort, das ihre Vorfahren einst begonnen haben. Die Abtei liegt eingebettet im Wald mit Nadelbäumen, Eichen und Kastanien. Nach meiner Ankunft merke ich sofort, dass es ein Ort der Ruhe und der Besinnung ist und bedaure, nicht mehr als eine Nacht bleiben zu können. Begrüßt werde ich vom Hofhund und von Guido Stucchi die mich durch die alten Gemäuer und den Weinkeller führen. Einer der ältesten der Toskana. Im großen Salon mit einem alten verstimmten Flügel und prächtigen Fresken werde ich später am Kaminfeuer den Tag ausklingen lassen. Vorher gibt es im Restaurant aber, das in den ehemaligen Stallungen untergebracht ist, ein Degustationsmenü mit den hauseigenen Coltibuonoweinen zu genießen.

Zu Beginn gibt es einen Polenta-Croutin mit Kürbisgemüse und einem Grünkohl-Pesto auf warmem hauseigenen Olivenöl und einem leichten, nicht zu fruchtbetonten Weißwein ?Cetamura Bianco von 2006. Danach die typische dickflüssige toskanische Brotsuppe, ursprünglich ein Arme-Leute-Gericht, das heute für die traditionelle toskanische Küche steht: Kartoffeln, Bohnen, Grünkohl, Karotten und Knoblauch und einem Schuss frischen Olivenöls. Nun folgt hausgemachte, hauchdünne Pasta mit Lammragout und sautiertem Spinat, begleitet vom 2005 Chianti Classico RS. RS steht für Roberto Stucci. Dieser Wein entsteht aus Sangiovese-Trauben, die in den Weinbergen der besten Lagen des Chianti Classico ausgewählt werden. Er hat eine dunkle rubinrote Farbe und ein Bouquet von Waldfrüchten und verhaltene Würznoten. Der Geschmack ist vollmundig und er hat einen mittleren Abgang. Der Wein reift mehrere Monate in Fässern französischer Eiche und in Allier-Barriques. Das Hauptgericht und kulinarischer Höhepunkt ist nun das lang ersehnte Wildschwein in süßsaurer Balsamico-Schokoladensoße mit eingekochtem Rotkohl und Polenta. Das Tierchen ist außen kross und innen schön zart, die kandierte Orange rundet mit ihren bittersüßen Zitrusnoten das ganze wunderbar ab. Dazu gab es einen Sangioveto aus dem Jahre 2000. Ganz ehrlich hätte ich lieber Chianto Classico Riserva dazu getrunken, da dieser Wein dichter und würziger ist und mehr Druck hat. Dieser Chianti ist sicher der klassischste Wein Coltibuonos. Er hat eine tiefrote Farbe und es strömen einem Düfte von Marascakirschen, Muskatnuss, roten Früchten, Veilchen und schwarzem Pfeffer entgegen. Weich und warm im Mund hat er Eleganz und Frische, reife Tannine und einem blumig-fruchtigen Abgang. Wohlig gesättigt versinke ich in meinem Restaurantstuhl und bevor es zum Nachtisch geht, bekomme ich noch ein Gläschen Cultus Boni aus dem Jahr 2004, der 24 Monate in Fässern verschiedener Größe und in Barriques aus französischer Eiche gereift ist. Es ist eine Cuvée aus 80% Sangiovese und kleinen Mengen Colorino, Cilliegiolo und Merlot. In der Nase balsamische Düfte, dunkle Waldfrüchte, Pflaume, Vanille und Röstaromen. Im Mund dann Gewürze, etwas Pfeffer, wilde Minze, Kirschkompott, Lavendel, Lakritz und Schokolade. Der richtige Wein vor einem prasselnden Kaminfeuer! Zu guter Letzt gibt es eine Birnen-Schokoladentarte. Dazu trinke ich einen Moscato d?Asti. Damit ich den Abend aber nicht so schnell vergesse, bekomme ich noch einen Vin Santo von Coltibuono der herrlich nach Honig, gerösteten Mandeln und Vanille duftet.

Auf dem Weg zurück zur Abtei umschwirren mich Fledermäuse und es ruft nicht nur das Bett, sondern auch ein Käuzchen im Wald. Hier ist die Natur noch in Ordnung und wie mir während des Essens versichert wurde, stammen alle Produkte aus ökologischer Landwirtschaft, nicht zu vergessen, dass das Weingut ökologisch zertifiziert ist.

Am nächsten Morgen mache ich mich nach dem Frühstück und einem kurzen Gang durch den Kräutergarten weiter auf den Weg zum Castello di Brolio, das ich leider während der Mittagszeit erreiche und somit vor verschlossenen Toren stehe. So: also nur ein Kniefall vor der wehrhaften hoch in den Himmel hinaufragenden Festungsmauer und ein kurzer Zwischenstop im gutseigenen Restaurant, wo ich toskanisches Kaninchen mit Kastanien-Schokoladennudeln esse.

Ich bin jetzt kurz vor Siena angelangt und muss zurück in den Norden in die Nähe von Prato bei Florenz, um noch die Tenuta di Capezzana zu besuchen. Bisher habe ich auch ohne GPS-System meinen Weg gefunden, jetzt rächt sich die fehlende Technik. Ich habe wohl die falsche Straße erwischt und lande in der Florentiner Innenstadt, wo vor 2 Tagen meine Reise begann. Es folgt eine Odyssee: wieder aus Florenz heraus, kurz auf der Autobahn, dann Industriegebiet in Prato, kein Einheimischer weit und breit, ?zweideutige? Wegbeschreibungen mit eindeutig falscher Himmelsrichtung. Mehrere Handy-Anrufe bei Serena, die auf der Vinitaly in Bologna weilt und versucht, mich per Ferndiagnose wieder auf den richtigen Weg zu bringen; immer wieder der gleiche Kreisverkehr, immer wieder ein nicht existierender Wegweiser und auch kein Springbrunnen in der Mitte, der laut Serenas Beschreibung dort sein sollte. Wie auch immer: mit fast 2stündiger Verspätung komme ich dann in Capezzana an, das enge Sträßchen windet sich in engen Kurven, zypressenbestanden, fast kitschig schön, pure Toskana, wobei hier die Hügel nicht so weitläufig wie bei Siena sind. Capezzana: Die ältesten Schriften stammen aus dem 8. Jahrhundert und Capezzana in Carmignano ist wohl die Urzelle des Weinbaus im Chianti. Serenas Vater, ein 87jähriger rüstiger alter Herr empfängt mich und lässt es sich nicht nehmen, mir ausführlich das Weingut und die Keller zu zeigen, die Trockenräume, in denen die Trauben für den Vin Santo trocknen, der, nebenbei, vor wenigen Jahren als der beste Vin Santo der Welt gekürt wurde. Dann noch im Haus die eigene Gemäldesammlung mit wunderbaren Schätzen, die Wände voller Geschichte, aber leider steigende Nervosität meinerseits, weil ich von Prato noch nach Pisa zum Flughafen muss und durch meine nachmittäglichen Irrfahrten einen riesigen Zeitverlust habe. Zum Abschluss bekomme ich noch ein Gläschen des besagten Vin Santo, der mich in seiner Feinheit, Eleganz aber auch konzentrierten Kraft begeistert und da der alte Herr nicht mehr so viel trinken kann, bekomme ich dann auch noch sein Gläschen, ungeachtet dessen, dass ich noch eine längere Autofahrt vor mir habe.

Die Zeit ist knapp, aber mit ständig überhöhter Geschwindigkeit schaffe ich es dann noch dank eines netten italienischen Ehepaares, das mich noch zum Flughafen lotst, meinen Abflug nicht zu verpassen und nachdem Mietwagen und Gepäck entsorgt sind, genehmigte ich mir dann erst einmal ein schönes kaltes Bier.

Die Sonne hat sich rar gemacht und ich fahre weiter zur Badia a Coltibuono, der alten ?Abtei zur guten Ernte? aus dem 11. Jahrhundert, gegründet von Benediktinermönchen. Im Laufe der Jahrhunderte dehnte sich der Landbesitz immer weiter aus und gelangte im 15. Jahrhundert unter der Schutzherrschaft von Lorenzo di Medici zu Wohlstand und Blüte. Als die Toskana im Jahre 1810 unter der Herrschaft Napoleons stand, mussten die Mönche die Abtei verlassen, und das Kloster wurde säkularisiert. In den darauffolgenden Jahren wurde der Besitz zuerst in einer Lotterie veräußert bis im Jahre 1846 der florentinische Bankier Michele Giuntini, Großvater des heutigen Besitzers Piero Stucchi Prinetti, das Anwesen kaufte.

Mit Piero ist das Weingut nach 900 Jahren wieder zurück zu den Medici gekommen. Er ist mit der bekannten Kochbuchautorin Lorenza de Medici verheiratet. Tochter Emanuela und die Söhne des Hauses, Roberto, Paolo und Guido, setzen heute das Werk fort, das ihre Vorfahren einst begonnen haben. Die Abtei liegt eingebettet im Wald mit Nadelbäumen, Eichen und Kastanien. Nach meiner Ankunft merke ich sofort, dass es ein Ort der Ruhe und der Besinnung ist und bedaure, nicht mehr als eine Nacht bleiben zu können. Begrüßt werde ich vom Hofhund und von Guido Stucchi die mich durch die alten Gemäuer und den Weinkeller führen. Einer der ältesten der Toskana. Im großen Salon mit einem alten verstimmten Flügel und prächtigen Fresken werde ich später am Kaminfeuer den Tag ausklingen lassen. Vorher gibt es im Restaurant aber, das in den ehemaligen Stallungen untergebracht ist, ein Degustationsmenü mit den hauseigenen Coltibuonoweinen zu genießen.

Zu Beginn gibt es einen Polenta-Croutin mit Kürbisgemüse und einem Grünkohl-Pesto auf warmem hauseigenen Olivenöl und einem leichten, nicht zu fruchtbetonten Weißwein ?Cetamura Bianco von 2006. Danach die typische dickflüssige toskanische Brotsuppe, ursprünglich ein Arme-Leute-Gericht, das heute für die traditionelle toskanische Küche steht: Kartoffeln, Bohnen, Grünkohl, Karotten und Knoblauch und einem Schuss frischen Olivenöls. Nun folgt hausgemachte, hauchdünne Pasta mit Lammragout und sautiertem Spinat, begleitet vom 2005 Chianti Classico RS. RS steht für Roberto Stucci. Dieser Wein entsteht aus Sangiovese-Trauben, die in den Weinbergen der besten Lagen des Chianti Classico ausgewählt werden. Er hat eine dunkle rubinrote Farbe und ein Bouquet von Waldfrüchten und verhaltene Würznoten. Der Geschmack ist vollmundig und er hat einen mittleren Abgang. Der Wein reift mehrere Monate in Fässern französischer Eiche und in Allier-Barriques. Das Hauptgericht und kulinarischer Höhepunkt ist nun das lang ersehnte Wildschwein in süßsaurer Balsamico-Schokoladensoße mit eingekochtem Rotkohl und Polenta. Das Tierchen ist außen kross und innen schön zart, die kandierte Orange rundet mit ihren bittersüßen Zitrusnoten das ganze wunderbar ab. Dazu gab es einen Sangioveto aus dem Jahre 2000. Ganz ehrlich hätte ich lieber Chianto Classico Riserva dazu getrunken, da dieser Wein dichter und würziger ist und mehr Druck hat. Dieser Chianti ist sicher der klassischste Wein Coltibuonos. Er hat eine tiefrote Farbe und es strömen einem Düfte von Marascakirschen, Muskatnuss, roten Früchten, Veilchen und schwarzem Pfeffer entgegen. Weich und warm im Mund hat er Eleganz und Frische, reife Tannine und einem blumig-fruchtigen Abgang. Wohlig gesättigt versinke ich in meinem Restaurantstuhl und bevor es zum Nachtisch geht, bekomme ich noch ein Gläschen Cultus Boni aus dem Jahr 2004, der 24 Monate in Fässern verschiedener Größe und in Barriques aus französischer Eiche gereift ist. Es ist eine Cuvée aus 80% Sangiovese und kleinen Mengen Colorino, Cilliegiolo und Merlot. In der Nase balsamische Düfte, dunkle Waldfrüchte, Pflaume, Vanille und Röstaromen. Im Mund dann Gewürze, etwas Pfeffer, wilde Minze, Kirschkompott, Lavendel, Lakritz und Schokolade. Der richtige Wein vor einem prasselnden Kaminfeuer! Zu guter Letzt gibt es eine Birnen-Schokoladentarte. Dazu trinke ich einen Moscato d?Asti. Damit ich den Abend aber nicht so schnell vergesse, bekomme ich noch einen Vin Santo von Coltibuono der herrlich nach Honig, gerösteten Mandeln und Vanille duftet.

Auf dem Weg zurück zur Abtei umschwirren mich Fledermäuse und es ruft nicht nur das Bett, sondern auch ein Käuzchen im Wald. Hier ist die Natur noch in Ordnung und wie mir während des Essens versichert wurde, stammen alle Produkte aus ökologischer Landwirtschaft, nicht zu vergessen, dass das Weingut ökologisch zertifiziert ist.

 

Am nächsten Morgen mache ich mich nach dem Frühstück und einem kurzen Gang durch den Kräutergarten weiter auf den Weg zum Castello di Brolio, das ich leider während der Mittagszeit erreiche und somit vor verschlossenen Toren stehe. So: also nur ein Kniefall vor der wehrhaften hoch in den Himmel hinaufragenden Festungsmauer und ein kurzer Zwischenstop im gutseigenen Restaurant, wo ich toskanisches Kaninchen mit Kastanien-Schokoladennudeln esse.

Ich bin jetzt kurz vor Siena angelangt und muss zurück in den Norden in die Nähe von Prato bei Florenz, um noch die Tenuta di Capezzana zu besuchen. Bisher habe ich auch ohne GPS-System meinen Weg gefunden, jetzt rächt sich die fehlende Technik. Ich habe wohl die falsche Straße erwischt und lande in der Florentiner Innenstadt, wo vor 2 Tagen meine Reise begann. Es folgt eine Odyssee: wieder aus Florenz heraus, kurz auf der Autobahn, dann Industriegebiet in Prato, kein Einheimischer weit und breit, ?zweideutige? Wegbeschreibungen mit eindeutig falscher Himmelsrichtung. Mehrere Handy-Anrufe bei Serena, die auf der Vinitaly in Bologna weilt und versucht, mich per Ferndiagnose wieder auf den richtigen Weg zu bringen; immer wieder der gleiche Kreisverkehr, immer wieder ein nicht existierender Wegweiser und auch kein Springbrunnen in der Mitte, der laut Serenas Beschreibung dort sein sollte. Wie auch immer: mit fast 2stündiger Verspätung komme ich dann in Capezzana an, das enge Sträßchen windet sich in engen Kurven, zypressenbestanden, fast kitschig schön, pure Toskana, wobei hier die Hügel nicht so weitläufig wie bei Siena sind. Capezzana: Die ältesten Schriften stammen aus dem 8. Jahrhundert und Capezzana in Carmignano ist wohl die Urzelle des Weinbaus im Chianti. Serenas Vater, ein 87jähriger rüstiger alter Herr empfängt mich und lässt es sich nicht nehmen, mir ausführlich das Weingut und die Keller zu zeigen, die Trockenräume, in denen die Trauben für den Vin Santo trocknen, der, nebenbei, vor wenigen Jahren als der beste Vin Santo der Welt gekürt wurde. Dann noch im Haus die eigene Gemäldesammlung mit wunderbaren Schätzen, die Wände voller Geschichte, aber leider steigende Nervosität meinerseits, weil ich von Prato noch nach Pisa zum Flughafen muss und durch meine nachmittäglichen Irrfahrten einen riesigen Zeitverlust habe. Zum Abschluss bekomme ich noch ein Gläschen des besagten Vin Santo, der mich in seiner Feinheit, Eleganz aber auch konzentrierten Kraft begeistert und da der alte Herr nicht mehr so viel trinken kann, bekomme ich dann auch noch sein Gläschen, ungeachtet dessen, dass ich noch eine längere Autofahrt vor mir habe.

Die Zeit ist knapp, aber mit ständig überhöhter Geschwindigkeit schaffe ich es dann noch dank eines netten italienischen Ehepaares, das mich noch zum Flughafen lotst, meinen Abflug nicht zu verpassen und nachdem Mietwagen und Gepäck entsorgt sind, genehmigte ich mir dann erst einmal ein schönes kaltes Bier.

 

Links:  www.coltibuono.com