Ein Unternehmen der

REWE Group Logo

Für mehr Seele im Wein – Foradori

Einer italienischen Winzerin kann man nur schwer widerstehen. Das wissen wir aus Erfahrung, und es gilt ganz besonders für Elisabetta Foradori. Auch deswegen wird bei den meisten Texten über das Familienweingut Foradori vor allem darauf abgehoben, dass Elisabetta so charmant ist, wie die Autoren sich genüsslich um den kleinen Finger wickeln lassen und die Weine entsprechend ähnlich viel Charme haben. Dabei ist schon 2012 der erste Jahrgang, in dem ihr Sohn Emilio Zierock die Feder führt. 2015 kommt dann Emilios Bruder Theo mit an Bord. Mittlerweile hat auch die Schwester Myrtha einen Platz im Familienunternehmen und Mutter Elisabetta wirkt nur noch im Hintergrund, ihrem Ruf tut das aber keinen Abbruch.

Elisabettas Verdienst ist es, die Teroldego, eine autochthone Rotweinsorte des Trentino, für den Qualitätsweinbau zu entdecken. 1984, als sie mit ihrer Arbeit begann, war Teroldego vor allem ein Massenträger. Die Weine waren belanglos, teilweise sehr sauer oder auch mal bitter. Trotzdem hatte Elisabetta die Vision, einen echten Terroir-Wein zu machen, der von dieser Rebsorte kommen sollte, die selbst ein Teil des Landes ist. Und so begann ihr Projekt: Sie fuhr zu abgelegenen Weinbergen und (hier kam damals schon der Charme zupass) schwatzte den Weinbauern Ableger ihrer Rebstöcke ab. In Selektion Massale vermehrte sie die besten Reben und senkte den Ertrag auf ein Drittel dessen, was das Weingut zuvor erntete. Konsequent arbeitete sie so daran, Teroldego wieder zu entdecken. Nicht als auf viel Ertrag gezüchtete Sorte, sondern als Charakterkopf, der für Trentino stehen kann.

Harvest2019_Alaa-88.jpg

Apropos Charakterkopf – das lässt sich durchaus auch weiter fassen und auf die Weine als solche beziehen, so wie sie heute sind. Bei Foradori geht der Weg immer mehr in Richtung Natur. Im Weinberg wird biodynamisch gearbeitet, im Keller werden die Einzellagenweine in speziellen Amphoren des spanischen Ton-Meisters Juan Padilla aus La Mancha ausgebaut. Amphoren, so Emilio, hätten die vorteilhafte Luftdurchlässigkeit eines Holzfasses, geben aber wie ein Stahltank keine eigenen Aromen in den Wein ab. Außerdem fasziniert Ton als Material auch den Biodynamiker – Ton gilt als Verbindung zwischen der kosmischen und der terrestrischen Welt. Der Top-Wein Granato shopping_basket wird aber in Tonneau-Fässern ausgebaut. Für die Weißweine werden auch Fässer aus Akazienholz verwendet und die Einstiegsweine werden in Betontanks vergoren.

Elisabetta schreibt, dass sie selbst nach den ersten Jahren im Wein-Business das Gefühl hatte, ihren Weinen fehle es an Seele. Der Weg zurück zur Natur habe ihr dabei geholfen, wieder in Einklang mit ihren Weinen aber auch mit sich selbst zu kommen. Und dass sie glücklich sei, ihren Kindern ein gesundes Ökosystem weitergeben zu können. Was dabei herauskommt ist aber weit mehr, als ein für die Nachkommen bestelltes Feld. Sondern auch Weine, die mit ihrer Typizität einzigartig sind, die nicht nur Trinkfluss haben, sondern Charisma. Man kann beileibe nicht sagen, dass es diesen Weinen an Seele fehlen würde.