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Fritz Haag – vermeintlich einfach

Fast wie ein grüner Wandteppich sehen die Reben der Juffer aus, wenn man vom Weingut Fritz Haag über die Mosel schaut. Das ist echte Steillage und der Inbegriff dessen, was Mosel seit jeher heißt. Nicht nur optisch dominiert der Hang des Braunebergs diesen Abschnitt des Tals. Vor 100 Jahren wurde der gegenüberliegende Ort umbenannt, aus Dusemond wurde Brauneberg. Diese Steillage bestimmt das Tun und Denken der Bewohner des Ortes heute wie damals. Ein Beispiel ist Oliver Haag.

Als er das Familienweingut 2005 übernommen hatte, gehörte zu seinen ersten, tiefgreifenden Entscheidungen, mehr Parzellen in der Juffer zu erstehen und dafür die eine Parzelle aus dem Graacher Himmelreich, die von Seiten seiner Mutter ins Weingut eingebracht worden war, zu verkaufen. „Wir hatten schon immer einen besonderen Bezug zur Juffer, das war auch bei meinem Vater schon so.“ Oliver hat nur weitergeführt, was ohnehin schon so angelegt war, und hat das Weingut sehr konsequent konzentriert. Es wird ausschließlich Riesling gemacht, und heute sind fast alle Rebstöcke des Weinguts in der Lage Juffer, nur ein paar andere, weniger bekannte, aber „auch sehr schöne“ Lagen gibt es, die in die Gutsweine einfließen. „Und mit unserer Parzelle im Himmelreich war das am Ende nicht anders, die kam auch in die Basisqualitäten. Das machte doch keinen Sinn! Dann lieber ein bisschen mehr in der Juffer kaufen, habe ich gedacht.“

Und was ist das Besondere an der Lage, warum hat sich Oliver so beschränkt? „Die Leute wollen doch unsere Weine, weil sie genau das suchen. Fritz Haag steht für Brauneberg, so wie andere für Pünderich oder Ürzig stehen.“ Außerdem, und das geht nun mal nur in einer der großen Lagen an der Mosel, will Oliver den klassischen Moselstil pflegen. Dafür braucht es neben dem Festhalten an traditionellen Arbeitsweisen – zum Beispiel, in mehreren Durchgängen von Hand zu lesen – auch den feinen Schieferboden, ohne dessen Einfluss kein Moselwein je typisch schmecken kann. Und dann kommt Oliver ins Schwärmen: „Klar, manchmal würde mich eine der anderen tollen Weinlagen an der Mosel auch reizen. Aber ich bleibe doch dem Brauneberg treu, und wenn ich die Trauben hole, dann weiß ich auch warum.“

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Die feine Bodenauflage aus Schieferverwitterungsgestein ist nicht nur so schlüpfrig, als hätte man den Weinberg eingeseift, sondern fast durchgehend in der gesamten Juffer gleich. Wo die Sonnenuhr steht, ragen Schieferfelsen aus dem Hang hervor. Um die Felsen herum ist die Schieferauflage dünner als im restlichen Hang. „Ansonsten ist das hier relativ uniform. Deswegen fangen wir auch nicht an, irgendwelche Gewanne einzeln auszubauen oder so. Das würde nur Sinn machen, wenn es auch gravierende Unterschiede gäbe.“ Es ist noch nicht einmal so, dass es gravierende Qualitätsunterschiede aufgrund der Höhe gäbe. Eine höchste Lage, wo die Trauben nur schwierig ausreifen, gibt es in der Juffer auch nicht. „Je nachdem, von wo im Weinberg die Trauben kommen, sind sie besser für bestimmte Weinstile geeignet, aber sie haben bei aller Vielfalt diese Leichtigkeit, die ich in meinen Weinen suche.“ Das bedeutet bei der Lese viel Handarbeit, aber es lohnt sich. „So eine schöne Goldkapsel mit Botrytis, das ist das i-Tüpfelchen.“

Wenn man Oliver so reden hört ist klar, dass er eine sehr konkrete Vision hat und versucht, sich nicht davon ablenken zu lassen. Aber wo bleibt da der Spaß an der Sache? „Im Keller!“ Und damit meint er nicht, dass er zum Lachen in den Keller ginge. Sondern hier ist er in seinem Element und stellt sich immer wieder neuen Herausforderungen, die die Natur ihm entgegenwirft. Denn seine Vision ist am Ende nicht nur davon abhängig, dass seine eine Lage ideale Trauben hervorbringt, sondern auch davon, die Eigenheiten des jeweiligen Jahrgangs zu nutzen, um das „Verspielte“ zu erhalten. Das kann mal bedeuten, dass die Weine etwas länger auf den Schalen bleiben, oder dass ein größerer Anteil im Fuder vergärt wird. Alles, um das vermeintlich Einfache in der Flasche so perfekt zu präsentieren, Jahr für Jahr. 

 

2019 RIESLING TROCKEN

Schon in der Basis geht Oliver Haag konsequent den Weg, in jedem Jahr Spitzenqualitäten auf die Flasche zu bringen. „Das ist der Anspruch, den wir an uns stellen.“ So ist der Gutswein also eine Cuvée aus den verschiedenen Schieferlagen des Weingutes. Strahlend, feingliedrig, ein typisch leichter Moselaner mit Aromen reifer Pfirsiche, Aprikosen, Honigmelonen, etwas Minze kombiniert mit animierender Frische. Geradlinig, herzhaft, schlicht einfach gut und das alles zu einem unglaublichen Preis-Genuss-Verhältnis. Das ist Mosel pur und immer einer der besten Gutsweine Deutschlands.

2019 Riesling trocken (0,75l) 9,70 € im 11+1 Angebot* shopping_basket

 

2015 BRAUNEBERGE J RIESLING TROCKEN

Welche geschmackliche Verfeinerung ein paar Jahre Kellerreife bei Top-Riesling bewirken, zeigt dieser Ortswein aus dem Sensations-Jahrgang 2015. Bei Oliver Haag ist der Brauneberger J immer ein Top-Wein, und steht nicht weit hinter den Großen Gewächsen zurück – klar, ist er doch eine Lagencuvée der beiden GG-Lagen. Intensiver Duft nach reifer Frucht – Pfirsich, Mandarine, Apfel – sowie elegante Raucharomen von der Reifung. Komplex und spannend. Etwas Luft tut ihm gut und die Fruchtaromen kristallisieren sich immer präziser heraus. Er eröffnet kraftvoll, frisch und mineralisch, bleibt dabei stets sehr klar und ausdrucksstark, hallt lange nach. Ein echter Klassiker von der Mosel, jetzt im perfekten Trinkfenster.

2015 Brauneberger J Riesling trocken (0,75l) 18,42 € shopping_basket

 

2018 BRAUNEBERGER JUFFER
SONNENUHR RIESLING GG

Dass 2018 auf dem Brauneberger Weingut ein besonders guter Jahrgang entstanden ist, hat sich sicher schon rumgesprochen. Vom kleinen Gutsriesling bis zu den fruchtigen Auslesen ist hier alles so filigran, spannungsgeladen und brillant, dass man sich gar nicht entscheiden kann – und das auch nicht will. Die trockenen Spitzenweine wurden deshalb im letzten Herbst umso gespannter erwartet. Das GG aus dem Kern der Juffer, der Sonnenuhr, übertrifft alle Erwartungen. Fantastisch präzise gearbeitet, gesellen sich feines, mineralisches Salz und Säure zur moseltypisch dezent erhaltenen Fruchtsüße. Hat jahrgangstypischen Schmelz. Feine Gerbstoffe im Nachhall sorgen für gaumenwässernden Trinkfluss. Ein Riesling mit subtiler Kraft, der sich großartig entwickeln kann.

2018 Brauneberger Juffer Sonnenuhr Riesling GG (0,75l) 28,17 € shopping_basket

 

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*11+1 Angebot: 12 Flaschen kaufen, 11 bezahlen
Angebote gültig bis 02.08.2020, bzw. so lange der Vorrat reicht.