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Franck Millet – Ein Bild von einem Sauvignon

Noch keine Spur von den vielen, berühmten Schlössern und den dazu gehörigen Kreuzfahrtschiffen. Etwa 200 Kilometer südlich von Paris und fast genau in der Mitte Frankreichs (was sind schon 100 Kilometer?) liegt Sancerre. Über der Loire auf einer runden Hügelkuppe thront das Städtchen. Rein topografisch könnte man sich fast in die Toscana versetzt fühlen, wäre da nicht ein spürbarer Temperaturunterschied.

Tatsächlich zählen die Weinregionen am Oberlauf der Loire, zu denen auch Sancerre gehört, mit ihrem kontinentalen Klima und strengen Wintern zu den kühlsten Regionen, in denen Wein angebaut wird. Wäre nicht die ausgleichende Wirkung des Flusses und die Auswahl der mildesten Lagen für die Weinberge, wären wir um einen tollen Wein ärmer.

Sancerre steht heutzutage schon fast als Synonym für Sauvignon Blanc. So sehr, dass manch einer ihren Ursprung hier sucht. Dabei hat die Rebsorte, die als wilde Kreuzung aus Chenin Blanc und Traminer eine unklare Herkunft hat, erst mit der Reblaus-Katastrophe die zuvor vorherrschende Chasselas (Gutedel) verdrängt. Dass in Bordeaux die Sauvignon Blanc bis zur Reblaus-Katastrophe die vorherrschende Sorte in Sauternes war, lässt zumindest vermuten, dass Sauvignon Blanc nicht ursprünglich von der Loire stammt. Heute spricht im Übrigen kein Mensch mehr von Chasselas aus Sancerre – die Rebsorte ist für die AOP noch nicht mal mehr zugelassen. Abgesehen von Sauvignon Blanc darf nur reiner Pinot Noir für Rotwein oder Rosé als Sancerre deklariert werden.

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Neben dem Klima macht auch der Boden in der Gegend seinen Teil am Terroir geltend. Denn zum Großteil stehen die Reben auf Kalkmergel, der das Hinterland von Sancerre bildet. Das sind die gleichen Böden, die auch im Chablis und in der südlichen Champagne, den Côtes des Bar, zu finden sind, dort aber vornehmlich mit Chardonnay und Pinot Noir statt Sauvignon und Pinot bepflanzt werden. Chardonnay würde es am Oberlauf der Loire einfach zu kalt werden, mit den strengen Wintern kommt eher die Sauvignon Blanc zurecht. Außerdem zeigt sie hier eine Eigenschaft, die sonst bei der Rebsorte eher selten erwähnt wird: die Fähigkeit, den Boden auch im Wein auszudrücken. Oder handelt es sich eher um die Fähigkeiten der Winzer an der Loire, das aus ihren Reben herauszukitzeln? Jedenfalls kann man kaum über Sancerre und die Appellation auf dem gegenüberliegenden Ufer, Puilly Fumé, sprechen, ohne von Kalkstein und Feuerstein zu reden. Denn die sehr verschiedenen Böden prägen auch die Weine und machen die beiden Appellationen grundlegend verschieden.

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Mitten im Kalkstein-Gebiet von Sancerre liegt das Dörfchen Bué, das mit 40 Winzerbetrieben auf 300 Einwohner schon einen Rekord in der Tasche haben dürfte. Man ist ein wenig im Hinterland, die Loire ist mehr zu erahnen als zu sehen, während die Stadt Sancerre selbst auf ihrem runden Hügel immer noch über allem thront. Die weiß verputzte Halle am Ortseingang mit dem relativ flachen Dach, dem großen Tor und der Sonnenuhr weckt Assoziationen an den Süden. Hier leben und arbeiten die sympathischen Betty und Franck Millet. Sie haben zwar seit Neuestem auch Weinberge in den benachbarten Appellationen, aber Francks Herz schlägt doch noch am meisten für Sancerre. Sein gutes Händchen für Sauvignon Blanc tut sein Übriges dazu. Das lässt sich schon allein an der Entwicklung der Domaine ablesen, seit er 1991 das Ruder übernommen hat. Denn das Familienweingut Franck Millet hatte zu der Zeit etwa sieben Hektar, heute sind es mehr als 23. „Ich liebe die Tradition“, sagt Franck, „das mache ich zur Grundlage der meisten Entscheidungen. Ich arbeite im Keller traditionell, und verkaufe auch am liebsten zum Beispiel an Restaurants, die eine gewisse Tradition haben.“ Wobei man sich jetzt keine tiefen Gewölbe voller Fässer und Kellertuch vorstellen sollte. Die Tradition in Sancerre ist von jeher von einer gewissen Modernität geprägt. Denn auch das Ideal eines weißen Sancerre mit seiner Frische und Mineralität ist ein sehr modernes. So werden vor allem Stahltanks für die Weißweine gebraucht und die Gärung wird bevorzugt lang und kühl vollzogen. Das ist auch bei Franck Programm und nicht umsonst werden seine Weine oft genannt, wenn es darum geht, mustergültigen Sancerre zu präsentieren. Was ist sein Geheimnis? „Abgesehen von der Arbeit im Weinberg und der Selektion bei der Ernte? Vielleicht noch, dass ich die einzelnen Weinberge separat ausbaue. Damit kann jeder Bestandteil des Weins erstmal zu sich finden und sein Bestes in die Cuvée einbringen.“

So einfach kann es klingen, wenn jemand seiner Sache sicher ist. Und dass Franck seiner Sache sicher ist, das kann man seinen Weinen anmerken. Wenn der Winzer und seine Persönlichkeit ein Bestandteil des Terroirs sind, dann bei Franck Millet. Denn er ist bodenständig und realistisch, in seiner Region verwurzelt und einfach sympathisch. Genauso wie seine Sancerre-Weine.

 

2019 SANCERRE BLANC

So kann, oder vielleicht sogar, so muss Sauvignon Blanc schmecken. Der Sancerre von Franck ist frisch und saftig, dabei trotzdem schlank, aber völlig frei von allen unreifen Noten. Das Terroir hier an der oberen Loire und die Rebsorte passen einfach so absolut perfekt zusammen, dass der Wein einfach genau richtig wird. Franck hat das Händchen dafür, diesem perfekten Zusammenspiel einfach nicht ins Handwerk zu pfuschen. Das macht im Ergebnis einen wahrhaft begeisternden Sancerre.

2019 Sancerre blanc (0,75l) 14,52 € im 11+1 Angebot* shopping_basket

 

2019 SANCERRE ROSÉ

Pinot Noir aus so einem kühlen Gebiet ist eine spezielle Sache. Oft recht frisch und mit nicht ganz vollreifen Tanninen, ist es eine logische Konsequenz, Rosé aus dem Wein zu machen. Der Wein bekommt nur zwei Tage Schalenkontakt, um Farbe anzunehmen, in leichteren, kühleren Jahren kommt ein kleiner Anteil Rotwein hinzu, das war aber 2019 nicht nötig. Das Ergebnis, ein frischer, sehr floraler Roséwein, der leichte rote Beeren und Rosenblüten im Aroma aufweist. Am Gaumen kommt eine klare, mineralische Note hinzu. Ein eleganter, erfrischender Wein und eine ganz andere Spielart von Rosé, als beispielsweise die Provence bietet.

2019 Sancerre Rosé (0,75l) 12,57 € shopping_basket

 

2019 SANCERRE BLANC CUVÉE INSOLITE

Dieser Top-Sancerre ist einfach den Hauch komplexer und spannender als der kleine Bruder. Franck wählt genau aus, welche Trauben für seine Top-Cuvée in Frage kommen. Die Entscheidung trifft er schon im Weinberg, denn der Insolite wird von vornherein im Keller ein wenig anders behandelt. Die Trauben bekommen durch eine längere Kaltmazeration noch etwa mehr Struktur und Rückgrat. Gezuckerte Grapefruit, reifer Apfel und ein Hauch weißer Blüten. Saftig und mineralisch am Gaumen mit einem leichten Eindruck von Zitronenzeste. Langer Weingenuss, der jedem Anspruch, den man an Sancerre haben kann, gerecht wird.

2019 Sancerre blanc Cuvée Insolite (0,75l) 19,30 € shopping_basket

 

*11+1 Angebot: 12 Flaschen kaufen, 11 bezahlen.
Angebote gültig bis 22.11.2020, bzw. so lange der Vorrat reicht.   

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