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Faiveley – Wer will schon Schuster sein?

Côte D’Or … Was zuerst ganz harmlos als ein Tal erscheint, dass sich von Dijon aus in Richtung Süden erstreckt, entpuppt sich beim näheren Hinsehen als der Alptraum manches Weinliebhabers. Denn, näher hinsehen kann man im Burgund wirklich weit treiben. Dass die einzelnen Steine keine Eigennamen tragen ist schon alles in diesem Landstrich, der wie kein anderer auf der Welt aufgesplittert ist in kleine und kleinste Parzellen, Villages, Lieux-Dits, Premiers Crus und Grands Crus. Aber machen Sie sich keine Sorgen. Am Ende ergibt alles einen Sinn, spätestens, wenn das erste Glas degustiert wurde. 

Fangen wir mal mit dem einfachsten an, den Rebsorten. Es gibt im Burgund die beiden Stars Pinot Noir und Chardonnay. Aligoté und Gamay spielen nur eine kleine Nebenrolle sowie auch die weiteren, offiziell zugelassenen Rebsorten, deswegen ignorieren wir sie an dieser Stelle. Pinot Noir und Chardonnay haben sich durchgesetzt, weil sie perfekt auf die klimatischen Bedingungen abgestimmt sind und weil sie die Eigenschaft haben, die jeweiligen Bodenverhältnisse im Wein genau wiedergeben zu können. Das ist deswegen wichtig, weil das Burgund, wie eingangs erwähnt, sehr kleinteilig ist. Manche der Lagen sind direkt benachbart, geben aber trotzdem ganz verschiedene Weine. Und zum Teil kostet der Wein, der ein paar Meter weiter gewachsen ist, ein Vielfaches. Das ist verwirrend und schreckt im ersten Moment ab. Dabei ist noch nicht einmal erwähnt, dass in manchen Lagen viele Weingüter arbeiten, die jeweils auch noch einen eigenen Stil einbringen, sodass man sich aus der aktuellen Situation kein Bild machen kann.

Was hilft, ist ein Blick zurück, denn die feine Aufteilung der Hänge des Burgund ist historisch gewachsen. Daran hat zum einen die klösterliche Vergangenheit und zum anderen das französische Erbrecht einen Anteil. In fast allen Weinbauregionen haben Mönche eine tragende Rolle gespielt. Sogar der erste Wein in Kalifornien wurde von einem Gottesmann angebaut. Aber selten hatte die klösterliche Denkweise einen so nachhaltigen Einfluss, wie auf die Weine des Burgund. Der Grundsatz, dass ein Wein im Weinberg gemacht wird, hat hier genauso seinen Ursprung, wie die Idee, dass Wein sein Terroir ausdrücken sollte; beide hängen direkt zusammen. Denn die Orden der Benediktiner und Zisterzienser, die hier mit großen Klöstern ihren Einfluss hatten, begriffen Wein und die „Früchte der Erde“ als ein Geschenk Gottes. Darauf so wenig menschlichen Einfluss wie möglich zu nehmen, war also ihre Art, die Schöpfung zu ehren.

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Mit der Französischen Revolution wurden die Klöster enteignet und der Winzer war kein Tonsur- und Kuttenträger mehr, sondern einfach ein Bauer. Das Erbrecht, nachdem das Land unter allen berechtigten Nachkommen aufgeteilt wurde, führten zu immer verworreneren, kleinteiligeren Eigentumsverhältnissen. In diese Zeit fallen auch die Gründungen der ersten Négociant-Häuser. Das waren Traubenhändler, die zum Teil auch eigene Weine machten, ohne sie selbst anzubauen. Ihre Partner waren oft Weinbauern, die zu wenig Fläche hatten, um selbst Wein zu machen.

Ein typischer Vertreter dieses aufstrebenden Bürgertums war der Schuster Pierre Faiveley. Als echtes Kind des Burgund hegte er eine große Leidenschaft für Wein. Er hatte nicht nur selber Weinberge, sondern begann auch, als „Négoce“ Wein zu machen, eine Praxis, die sein Erbe, sein Neffe Joseph Faiveley, verfeinerte und mit einem wunderbar bauernschlauen Händlertrick vergoldete. Joseph nämlich hatte eine Schneiderwerkstatt – auch er war nicht ausschließlich Winzer. Für diese Schneiderwerkstatt brauchte es aber Tuche, die damals besonders hervorragend in Flandern und den Niederlanden hergestellt wurde. Und dort leckte sich die Bourgeoisie die Finger nach den burgundischen Weinen … Joseph tauschte also einfach Wein gegen Stoff und profitierte dadurch doppelt. Er konnte durch diese Geschäftsidee die ersten wirklich großen Lagen für das Weingut kaufen. Unter anderem den legendären Clos des Cortons, der heutzutage als Monopollage nur von der Familie Faiveley bewirtschaftet wird und, wenn man sich die Bodenpreise im Burgund ansieht, vermutlich völlig unbezahlbar ist.

Schaut man sich das Weingut heute an, fällt zunächst auf, dass das Portfolio der Weine von Faiveley unheimlich vielfältig ist. Das Weingut bewirtschaftet mehr als 140 Hektar in Spitzenlagen an der Côte d’Or, Côte de Nuits und der Côte Châlonnaise, es hat zehn Hektar Grand Cru Lagen, von denen es insgesamt gerade mal 25 Hektar gibt. Damit produziert Faiveley mehr als 60 unterschiedliche Weine in weiß und rot. Hinzu kommt noch ein kleiner Anteil an Négoce-Weinen, unter anderem aus Chablis, die unter dem Namen Joseph Faiveley verkauft werden.

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Erwan Faiveley ist seit 2005 verantwortlich für das Weingut. Und sein Stil unterscheidet sich total von dem seines Vaters, dessen Weine pompös waren, mit viel Tannin und Extraktion und viel Holz. „Bei diesen Weinen geht es um die Lagerfähigkeit“, sagt Erwan diplomatisch, „während ich Weine bevorzuge, die subtil, raffiniert und auch jung schon nahbar sind.“ Erwan hat mit der Wiedereinführung traditioneller Technik – etwa einer sanfteren Pressung – Weine geschaffen, die viel mehr dem Zeitgeist entsprechen. „Das hat natürlich eine Weile gedauert. Meine ersten Jahrgänge waren nicht so, wie ich mir das vorgestellt habe, aber seit 2012 passt alles.“ Das ist ein wunderbares Understatement, das wir nur so stehen lassen können. In jedem Fall sind die Weine von Faiveley auch durch ihre Vielfalt ein beeindruckender Spiegel dieser spannenden Weinregion. Man könnte nur mit den Weinen von Erwan eine Entdeckungsreise durch die Côte d’Or machen und man würde nicht viel verpassen.

Rückblickend können wir nur froh sein, dass Pierre Faiveley, der Schuster, nicht bei seinen Leisten geblieben ist. 

 

MONTHÉLIE 1ER CRU „CHAMPS FULLIOTS“

Die kleine Gemeinde Monthélie zwischen Volnay und Meursault an der Côte d’Or darf – im Verhältnis zum Rest der Region – als ein Geheimtipp gelten. Die Böden sind extrem karg, das Klima ist merklich trockener als in der Umgebung. Aber die Pinots, die hier entstehen sind unheimlich fein und elegant. Monthélie gilt als ein Terroir für „feminine“ Weine, wie man in Frankreich sagen würde. Gemeint sind schlanke, elegante, fein duftige Weine. Im Fall des Premier Cru Champs Fulliots gilt das auf jeden Fall. Neben seiner frischen Frucht hat er fein integrierte florale Noten von Veilchen und sogar Rosen. Das ist ein Stil, der nicht auf Kraft fußt, sondern auf Filigranität. Perfekt zu hellem Fleisch, wie Hähnchen oder Kaninchen.

2018 Mothélie 1er Cru “Champs Fulliots” (0,75l) 32,17 € shopping_basket

2017 Mothélie 1er Cru “Champs Fulliots” (0,75l) 32,17 € shopping_basket

2015 Mothélie 1er Cru “Champs Fulliots” (0,75l) 32,17 € shopping_basket

 

2016 GEVREY CHAMBERTIN 1ER CRU
„CLOS DES ISSARTS“

Der Clos des Issarts ist nicht einmal so groß wie ein Fußballfeld. Von dieser kleinsten Einzellage des Burgunds macht nur die Domaine Faiveley Wein, und Anfang der 2000er Jahre konnte das Weingut diesen Premier Cru, den die Familie lange nur gepachtet hatte, endlich kaufen. Seitdem ist viel passiert und Erwan Faiveley hat das Weingut übernommen und einen neuen Stil für Faiveley etabliert, der eher auf eine Balance aus Kraft und Eleganz setzt, als der seines Vaters. Einer Lage wie dem Clos des Issarts steht das außergewöhnlich gut. Das ist ein Wein, den man bewundern muss wie ein gewagtes Bauwerk, denn er spannt einen weiten Bogen von satter Beerenfrucht über dunkle Unterholz- und Ledernoten, einer leichten animalischen Note bis hin zu einem tollen, schmelzenden Tannin. Das ist schon die Hohe Schule des Burgund.

Sommelier Choice Noreen Rudolph:  

„Der Lage im Alleinbesitz mit ihrem fein würzigen Charakter steht exemplarisch für den Aufschwung der Domaine zur Gebietsspitze.“ 

2016 Gevrey Chambertin 1er Cru „Clos des Issarts” (0,75l) 82,86 € -limitiert- shopping_basket

 

2016 CORTON CHARLEMAGNE GRAND CRU

Beim Barte des Propheten, oder besser beim Barte des Kaisers: Karl der Große (frz.: Charlemagne) war es, der per Dekret bestimmt hat, dass die Montagne de Corton nur mit weißen Sorten bepflanzt werden dürfe. Ob es stimmt, dass er damit wiederum auf ein häusliches Dekret seiner Gattin reagiert hat, die rote Flecken im kaiserlichen Bart verboten hat, ist nicht mehr gesichert festzustellen. Was aber klar ist: der Kaiser hat damit einen guten Riecher bewiesen, denn hier gedeihen einige der besten Weißweine der Welt. Exotische Früchte, Sommerblüten und Gebäck – so duftet der Corton Charlemagne. Das ist tatsächlich eines Kaisers wert!

2016 Corton Charlemagne Grand Cru (0,75l) 204,71 € -sehr limitiert- shopping_basket

 

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