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Expansion beim VDP

„Wir wollten es ja eigentlich schon zur ProWein bekanntgeben, aber es gab da leider noch einige Abstimmungsprobleme”, erzählt Steffen Christmann bei der Pressekonferenz im Bozener Parkhotel Laurin. „Der VDP freut sich, dass wir jetzt auch fünfzehn Südtiroler Betriebe in unseren Reihen aufnehmen werden.“ Bereits zur Mainzer Weinbörse, die am 23. und 24. April stattfinden wird, werden auch die neuen Mitglieder des elitären Vereins ihre Weine präsentieren. Wer letztendlich dabei sein wird und seine Flaschen mit dem Traubenadler schmücken darf wurde noch nicht bekannt gegeben. „Wir wollen da ein wenig Spannung reinbringen“, meint Christmann, „das kann der Südtiroler Wein gut gebrauchen.” Den völlig überraschenden Coup bezeichnet Christmann als konsequente Weiterentwicklung der erfolgreichen Vereinsarbeit in Deutschland. „Unser Qualitätsdenken und die vierstufige Klassifikation sind erfolgreich und logisch“, meinte er, „es liegt ja auf der Hand, dass wir damit auch viele andere Winzer ansprechen und auf Wachstum setzen.“ Südtirol nennt er dabei nur einen „Anfang“. „Wir haben über einen Winzer, der sowohl in Tirol beachtliche Weine macht, als auch über ein Engagement in Deutschland VDP Mitglied ist, letztes Jahr eine entsprechende Anfrage bekommen“, erzählt er. Warum das dann, in einem doch eher etwas behäbigen Verein wie dem VDP so schnell gegangen ist, wollte ein Journalist wissen. „Nun ja, die äh, Italiener haben uns halt.., äh,... ein Angebot gemacht das wir nicht ablehnen konnten.“ Steffen Christmann zeigt sich jedenfalls zuversichtlich, dass dies auch in Südtirol zu einer Aufwertung der Lagenweine führt. Aus gut informierten Kreisen war zu hören, dass vorerst keine der vielen Genossenschaften in den VDP aufgenommen wird, da sie die Lagenbezeichnungen auch unabhängig von der Herkunft der verwendeten Trauben auf die Flasche schreiben wollten. „Da sind hinter verschlossenen Türen die Fetzen geflogen“, berichtete ein Insider, „ein Genossenschaftsleiter hat sogar mit einem Kasknödel nach dem VDP Vorsitzenden geworfen und dabei laut >Eure Lage kann mich mal…< gerufen.“ Im Zuge der Erweiterung wird der VDP vom Verband Deutscher Prädikatsweingüter in den Verband deutschsprachiger Prädikatsweingüter umbenannt. Das Konsortium Südtiroler Wein, dass bisher die Interessen der Winzer vertritt, zeigte sich völlig überrascht und war nur zu einer kurzen, inoffiziellen Stellungnahme bereit, „Wir haben in unseren Reihen nur Qualitätswinzer mit Top-Lagen, andere gibt es bei uns gar nicht, wir sind ja nicht in Italien.“ Die Begeisterung scheint sich dort aber in Grenzen zu halten, im Auflegen konnten wir noch ein „vaffanculo VDP“ aufschnappen.

Dass die Verhandlungen im Vorfeld auch auf österreichische Weingüter ausgedehnt wurden, wollte Steffen Christmann. Aber auch hier, berichtete uns der Insider, habe es schon Verhandlungen gegeben. Diese seien aber nach dem ersten Treffen schon wieder eingestellt worden, da die Österreicher für einen Anschluss zu hohe Forderungen gestellt hätten. Erstens sollte Deutschland in Zukunft auf den Riesling verzichten, da er ja eigentlich eine österreichische Rebsorte sei, außerdem solle Rapid Wien mit einer WildCard auch in der deutschen Bundesliga spielen dürfen, schließlich sei man ja schon mal 1938 deutscher Meister gewesen und außerdem sollte sich Franz Beckenbauer schriftlich zu einem neuen Cordoba bei der WM 2018 in Russland verpflichten. „Die Sache mit dem Riesling war ja schon durchgewunken, und Rapid Wien, ja nun, warum nicht“, berichtet der Insider, „nachdem man die Forderung von 30 Bonuspunkten zum Anfang der Saison auf 10 runtergehandelt hatte war das auch kein Problem. Aber das mit Cordoba… Erst ging es darum: Warum eigentlich Beckenbauer, da wäre doch Jogi Löw eher zuständig, aber der österreichische Verhandlungsführer meinte nur kühl >Wir wissen wer im Deutschen Fußball wirklich das Sagen hat. Mit Kaisern kennen wir uns schließlich aus.< Aber Philipp Wittmann, als Team-Manager der deutschen Weinelf zum Verhandlungsführer auserkoren, weigerte sich strikt Beckenbauer zu kontaktieren, >Ich falle dem Jogi nicht in den Rücken< rief er und streckte zwei österreichische Winzer mittels einer gekonnten Blutgrätsche nieder.“ Darauf, so unser Informant, glich der Verhandlungsraum eher einem Rugbyplatz. Wer gewonnen hat wollte er uns allerdings nicht sagen, „Wenigstens nicht Gijon“, war sein einziger Kommentar. Der Präsident Steffen Christmann wollte die Vorfälle nicht kommentieren, nur so viel war ihm zu entlocken: „Schade, ich wäre so gerne Kaiser des VDP geworden.“