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Dr. Bürklin-Wolf – Das Terroir muss grün sein

„Mach doch mal das Unkraut weg!“, soll die Mutter von Bettina Bürklin-von Guradze gesagt haben, als ihr die Begrünung der Weinberge aufgefallen ist. Das war Anfang der 2000er, die Winzerin war gerade dabei, inspiriert von Nicolas Jolys Buch „Beseelter Wein“ mit biodynamischem Anbau zu experimentieren. Namhafte Berater zum Thema, wie Andrew Lorand, Georg Meißner und Matthew Waldin gingen zu der Zeit ein und aus in Wachenheim an der Weinstraße. Das Thema war neu und die Gäste derart spannend, dass selbst benachbarte Winzer gern vorbeischauten, um sich Anregungen zu holen.

Stand anfangs das „Unkraut“ noch in einem kleinen Weinberg, in dem die neuen Methoden getestet wurden, wird es heute überall in den Weinbergen von Bürklin-Wolf ausgesät. Der Grund ist einfach: Die Weine schmeckten sofort besser. Und diese Entwicklung ist für Steffen Brahner, den Geschäftsführer, noch nicht am Ende angelangt. „Jahr für Jahr stellen wir fest, wie viel präziser die Weine werden und das schon im Moststadium! Die Herkunft wird immer deutlicher schmeckbar, je länger wir so arbeiten.“ Dass er die Herkunft dabei betont, ist nicht ungewöhnlich als Ausdruck des großen Vorteils biodynamischer Methoden. Wo auch immer man mit Winzern spricht, die sich für Biodyn entschieden haben, stets geht es dabei auch darum, die besondere Typizität der Weine stärker herauszuarbeiten. Steffen Brahner hat dafür eine ganz simple Erklärung: Weil die Reben nicht mehr an der Oberfläche mit Düngemittel ernährt werden wie im konventionellen Anbau, sind sie dazu gezwungen, tiefer zu wurzeln. „Das erschließt uns tiefere Bodenschichten, die früher nie Relevanz hatten.“ Diese buchstäbliche Tiefe der Rebstöcke führt auch zu mehr Tiefe im Wein.

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Ein weiterer Faktor ist das „Unkraut“. Die Begrünung zwischen den Rebzeilen ist alles andere als zufällig. Tatsächlich ist sie genau abgestimmt auf die jeweiligen Bedürfnisse des Weins und Weinbergs. Denn jede Pflanze hat einen anderen Effekt auf den Boden und dadurch unmittelbar auch auf die Reben und den Wein. Dem wird auch Rechnung getragen, indem auf den Basis-Weinen der Cuvée-Linie bestimmte Pflanzen abgebildet sind, die für das komplexe Ökosystem des Weinbergs stehen. Auch der eigene Kompost, der mit Kräuterbeigaben „energetisiert“ wird, spielt eine große Rolle. Sogar die Präparate aus vergrabenen Kuhhörnern, die von manchem Winzerkollegen belächelt werden, gibt es bei Bürklin-Wolf. Dabei werden Hörner von Kühen mit Mist oder zermahlenem Quarz gefüllt und im Weinberg für ein halbes Jahr vergraben. Wenn das Horn dann wieder ausgegraben wird, hat die enthaltene Substanz ihre Wirkung bekommen und kann verwendet werden. Das klingt zwar nicht so, als würde es einer genauen wissenschaftlichen Untersuchung standhalten, aber darum geht es gar nicht. Bei Bürklin-Wolf ging es von vornherein vor allem um den Wein, und wenn der davon besser wird …

Ein weiterer Aspekt, der zeigt, wie pragmatisch man bei Bürklin-Wolf dann doch zu Werk geht, ist die Konsequenz, mit der die Lagenphilosophie schon sehr früh mit Leben gefüllt wurde. Seit 1994 benutzt das Weingut seine eigene Lagenklassifikation in P.C., G.C., dazu sind seit neuestem auch Village-Weine gekommen. Die Begriffe sind dabei dem burgundischen Modell entlehnt, aber auf den Flaschen steht nicht Premier Cru und Grand Cru, sondern nur die Abkürzung. Die Einteilung der Lagen basiert auf einer alten, königlich- bayerischen Lagenkarte und zeitgenössischen Bodenanalysen. Man hat es schon seit mehr als 26 Jahren ernst gemeint mit dem Herkunftsgedanken. Was natürlich auch kein Wunder ist, wenn man über Parzellen in Lagen wie dem Forster Kirchenstück verfügt. Das ist bei weitem nicht alles, sechs P.C. und neun G.C.-Lagen hat Bürklin-Wolf. Die alle verfügen über ihren ganz eigenen, klaren Ausdruck. Das wird spätestens klar, wenn man die Weine direkt miteinander vergleicht. Steffen Brahner: „Das Terroir ist das Ziel! Das zeigt sich schon alleine daran, dass wir schon sehr lange die Rebsorte nicht mehr auf das Frontetikett schreiben. Ein Pechstein muss schmecken wie ein Pechstein und ein Kirchenstück wie ein Kirchenstück. Der Riesling ist schlussendlich nur das Medium, um das Terroir im Wein abzubilden.“

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Insgesamt war Bettina Bürklin-von Guradze wohl einfach nur ein bisschen früher dran als andere, als es um die Frage ging, woran sich der deutsche Weinbau orientieren würde. Sie hat schon früh den Blick nach Frankreich und hier besonders ins Burgund gerichtet, wo ja auch niemand die Rebsorte aufs Etikett schreiben würde. Warum denn auch? Damit hat sie Recht behalten. Bei so gut wie allen deutschen Qualitätswinzern geht der Blick heute ins Burgund, wenn man sich um Vorbilder bemüht. Und, wenn man sich beispielsweise die saftig begrünten Weinberge von Leflaive ansieht, dann ahnt man, dass auch das Festhalten am „Unkraut“ nicht umsonst war. 

 

2018 RIESLING FASS 76

Der neue Jahrgang aus dem für uns reservierten Fass 76 ist jahrgangstypisch fruchtintensiv, vielschichtig und zugleich sehr zugänglich. Das erfreut die ungeduldigen Zecher unter uns, denn er macht jetzt schon richtig viel Spaß. Auch übersteigt er gewohnte Gutswein- Qualitäten wieder deutlich, ohne dabei preislich zu sehr ins Gewicht zu fallen. Ein gewohnt starker Pfälzer Riesling für viele Gelegenheiten. Wer weniger Erfahrung mit der Rebsorte hat, kann sich hier verlieben, und auch der Riesling-Veteran wird nicht überdrüssig. Vielversprechend verströmt der Fass 76 Aromen von Zitrusfrüchten, frischen Kräutern und gelben Früchten, genauso einladend saftig und trinkfreudig schmeckt er. Jeder Schluck lässt ihn nur noch reizender erscheinen, dank seiner stoffigen Würze und der fein akzentuierten mineralischen Frische.

2018 Riesling Fass 76 (0,75l) 12,19 € im 5+1 Angebot* shopping_basket

2018 Riesling Fass 76 - Magnum (1,5l) 24,90 € statt 26,32 € shopping_basket

 

2016 WACHENHEIMER RIESLING„R“ TROCKEN

Das „R“ steht bei Bürklin-Wolf für Reserve. Ein „late release“ aus einer besonderen Partie des Wachenheimer Ortsrieslings, die länger in Fass und Flasche reifen durfte. „Wir wollen den Leuten ja zeigen das man Riesling nicht jung trinken muss“, meint Bettina Bürklin- von Guradze. Denn bei dem 2016er „R“ hat sich das Warten wieder mal gelohnt – wie eigentlich immer bei Riesling. Der Wein ist ein echtes Statement für den geduldigen Ausbau von Spitzenweinen. Die Komplexität und pointierte Kraft, die sich jetzt entfalten, sind einfach genial. Er besticht nicht durch Lautstärke, sondern feine Zwischentöne, punktet mit glasklarer Frucht, Mineralität und saftiger Frische im langen Nachgeschmack. Wirklich beachtlich, wie elegant ein Pfälzer Riesling sein kann, wenn er aus besten Trauben, von feiner Hand geleitet, all das zum Ausdruck bringen darf, was in ihm steckt, ohne zu sehr in eine Richtung gedrängt zu werden. Chapeau! Von solchen Weinen kann es nie genug geben, leider nur ist er sehr limitiert.

2016 Wachenheimer Riesling „R“ trocken (0,75l) 22,42 €  shopping_basket

 

2017 FORSTER UNGEHEUER RIESLING G.C.

Das Ungeheuer ist eine der Top-Lagen Deutschlands und mittlerweile auch international entsprechend gefragt. Sehr gutes Jahr, legendäres Weingut, Top-Lage: mehr lässt sich kaum in einem Weinglas unterbringen. So zeigt sich die üppigste aller Forster Lagen mit einer großartigen Frische und breiten Aromapalette. Feinste, gelbfruchtige Aromen spielen sich in den Vordergrund, ergänzt von Zitrusfrucht und delikater Kräuterwürze. Zupackend, griffig am Gaumen; mit einer feinen Säurestruktur, die seinem kräftigen Körper eine elegante Statur verleiht: einzigartige Finesse und beeindruckende Länge. Die Mineralik, die in dieser Lage stets stark aufspielt, ist 2017 besonders gut gelungen. Der Wein hat zwar schon ein paar Jahre ungeöffnet überstanden, aber wir glauben, noch ein paar Jahre werden das Vergnügen noch steigern.

2017 Forster Ungeheuer Riesling G.C. (0,75l) 73,11 €   shopping_basket

 

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Angebote gültig bis 02.08.2020, bzw. so lange der Vorrat reicht.