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Die Rotweine der Toskana

Die Sangiovese, das „Blut des Jupiters“ ist eine der wichtigsten Rotwein-Rebsorten Italiens und der Ausgangsstoff für viele bekannte italienische Weine. Von Chianti und Vino Nobile über Rosso di Montepulciano und Chianti Classico bis hin zum Brunello di Montalcino – für alle sind die zahlreichen Spielarten der Sangiovese verantwortlich! Doch was zeichnet diese Rebsorte aus? 

Beheimatet ist sie vermutlich in der Toskana, wo sie, ihrem Namen nach zu schließen (sange jove = Blut Jupiters), auf einen alten Ursprung zurückgeht. Man geht sogar davon aus, dass bereits die Etrusker sie kannten. Ihrer Rauheit und teils etwas störrischen Säure sowie harten Tanninen hat sie es zu verdanken, dass sie zum Großteil als Cuvée-Partner verwendet wurde und auch heute noch wird. Die Sangiovese ist eine spät reifende Sorte, die sich aber leicht an unterschiedliche Bodenbeschaffenheiten anpassen kann, doch ist insbesondere das Vorkommen von Kalk für die Rebe von Vorteil. Dieser Bodentyp scheint ihre eleganten, kräftigen Aromen hervorzuheben. In Bezug auf das Klima ist die Rebsorte im Grunde wie jeder Südländer: Es werden Sommer, Sonne, Sonnenschein bevorzugt, statt kühle und feuchte Jahre, denn dann ist die dünne Schale der Rebsorte vermehrt anfällig für Fäulnisbefall und das Geschmacksbild wird von viel Säure und hartem Tannin geprägt – ein guter Grund, dem deutschen Klima fernzubleiben! 

Die Spielarten des Sangiovese

Die Rebsorte, die wir so uneingeschränkt mit der Toskana verbinden, ist heute jedoch nicht mehr nur in dieser Region verbreitet. Die Hauptverbreitung ist Mittelitalien, das heißt neben der Toskana auch in Umbrien, Marken, Emilia-Romagna und dem Latium. So ist sie maßgeblicher Bestandteil des Rosso Piceno und des Rosso Conero (Marken), des Rosso di Montefalco (Umbrien), des Rosso di Romagna (Emilia-Romagna) und natürlich des Chianti, Brunello oder Vino Nobile di Montepulciano (Toskana). Die bekanntesten und wichtigsten Weine aus Sangiovese sind die Vertreter aus der Toskana, für die es jeweils eine bestimmte „Rezeptur“ gibt:

Chianti und Chianti Classico

Früher das Synonym für Rotwein aus Italien schlechthin – der Chianti. Das Gebiet umfasst fast ein Drittel der gesamten Toskana, wobei das Chianti Classico das Herzstück des Gebietes bildet. Für den einfachen Chianti sind mindestens 70 % und für den Chianti Classico 80 % Sangiovese vorgeschrieben. Der früher obligate Anteil an weißen Rebsorten, wie Trebbiano und Malvasia, wurde bei der letzten Revision der DOCG Bestimmungen durch Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc ersetzt. Außerdem wurde Barrique-Ausbau erlaubt. Früher verwendete man die weißen Rebsorten, um die oft etwas heftige Säure der Sangiovese abzumildern. Mit neuen und verbesserten Anbaumethoden braucht man dies nicht mehr. Außerdem sind hier noch die alten Rebsorten Canaiolo, Colorino und Malvasia Nera zugelassen. Ein Chianti Classico darf frühestens am 1. Oktober, ein Jahr nach der Ernte, auf den Markt kommen. Die meisten Qualitätsproduzenten warten aber etwas länger. 

Rosso di Montalcino und Brunello di Montalcino 

Für diese beiden Weine ist ausschließlich die Sangiovese zugelassen. Dabei ist der Rosso di Montalcino der „kleine Bruder“ des Brunello. Der Brunello muss mindestens zwei Jahre in Eichenfässern und nochmals mindestens vier Monate in der Flasche reifen. Er ist ab dem 1. Januar des fünften auf die Ernte folgenden Jahres für den Handel freigegeben, der Brunello di Montalcino Riserva erst ab dem 1. Januar des sechsten Jahres. Der Rosso di Montalcino wurde in den 1960er Jahre als Zweitwein etabliert, um auch einen Wein zu haben, den man jünger und natürlich auch günstiger verkaufen kann. Die Produktionsvorschriften in An- und Ausbau sind weniger restriktiv als beim Brunello, doch erlaubt er den Konsumenten, einen guten Wein zu niedrigeren Preisen zu kaufen.

Rosso di Montepulciano und Vino Nobile di Montepulciano 

Wie es die Namen der Weine schon verraten, werden sie ausschließlich in Montepulciano produziert. Wie beim Chianti ist hier die Cuvetierung mit anderen Rebsorten vorgeschrieben, wobei viele der besseren Erzeuger offen zugeben, dass sie ihre Weine ganz aus der Sangiovese keltern. Die ursprüngliche Rezeptur sieht jedoch 80 % Sangiovese und kleinere Mengen an Canaiolo, Malvasia und Trebbiano vor. Auch hier ist der Rosso di Montepulciano die kleine Variante des Vino Nobile. Der Wein ist jedoch nicht zu verwechseln mit der Rotwein-Rebsorte Montepulciano, die in ganz Mittelitalien verbreitet ist, aber nichts mit dem Vino Nobile oder dem Rosso zu tun hat.

Morellino di Scansano 

Dieses reine Rotwein-DOCG-Gebiet liegt im südlichen Teil der Toskana, in der Maremma. In der Gegend um Scansano wird die Sangiovese-Rebe Morellino genannt, was dem Rotwein seinen Namen einbrachte. Zur Herstellung sind 85 % Sangiovese vorgeschrieben. Typisch für den Morellino sind Noten von roten Früchten, etwas Pfeffer, Zimt oder sogar Vanille.

 

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