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Die rosarote Brille

Sommerzeit = Rosézeit ?

Jedes Jahr, wenn es auf den meterologischen Sommeranfang zugeht, wird man als Weinhändler in Deutschland mit hunderten von Rosé Angeboten traktiert. Eine veritable Menge an rosa-farbenem Altpapier landet dann in der blauen Tonne. Irgendwie sind wohl alle der Meinung: Rosé, dass läuft im Sommer wie Freibier vor einem Pokalspiel des FC. Oft erliegt man dem Angebot und kauft dann Palettenweise rosa Wein ein. Erstaunlicherweise steht er oft auch noch im nächsten Jahr da wo man ihn im Juni hingeschoben hat und wer der üblichen Geschichte, dass Roséweine immer nur jung getrunken werden sollten nicht glaubt, kann manch schönes Schnäppchen machen. Gute Roseweine können nämlich durchaus auch etwas altern. Fachhändler und ich kann nur von denen die hochwertige Weine verkaufen reden, sollten vielleicht einmal ihre Statistik bemühen, denn wenn da ein Plus von 20% für die Monate Juni bis August steht, dann ist es schon viel. Wenn man berücksichtigt, dass man in diesen Monaten ja den Roséwein besser platziert und bevorzugt anbietet, geradezu Marginal.

Das wollen wir natürlich ändern und einem wohlfeilen Vorurteil zu seinem Recht verhelfen, deshalb möchten wir Ihnen hier vier unserer Lieblingsroséweine vorstellen. Weine, die bei diesem seltsamen Nicht-Wetter draußen vielleicht so etwas wie Sonne vermitteln, die aber auch ganz wetterunabhängig besonders gut schmecken.

Der Rosé-Klassiker muß natürlich aus der Provence kommen. Das Land ist ja sozusagen die Toskana in Lavendeltönen. Wenn der Name nur fällt hellen sich die Gesichter auf und man denkt an sanfte Hügel und sonnendurchflutete Landschaften. So sollte natürlich auch der Wein schmecken, sanft aber erfrischend, mit dem würzigen Aroma provencialischer Kräuter, aber nicht zu streng und natürlich mit dem verführerischen Duft nach Lavendel und reifen Cavaillon Melonen, dabei aber nicht süß. Für uns wird das alles am besten durch das Château Minuty repräsentiert. Vor den Toren von Saint Tropez wächst der herrliche Cuvée l´Oratoire . Die Cuvée aus den typischen Provence Rebsorten Grenache, Tibouren und Cinsault, gehört zu den Top Cru Classé der Region und ist dabei erstaunlich günstig geblieben. Was passt wohl besser zu einem Rattatouille oder Taboulé?

Etwas leichter und sozusagen der Repräsentant der sommerlichen Unbeschwertheit ist dann der Rosé vom Weingut Reichsrat von Buhl . Aus Spätburgunder und etwas Portugieser wird hier ein Wein mit nur 11,5% Alkohol und einer wunderbar leichten Frische gekeltert. Das ist gut gekühlt nun wirklich der ultimative Terrassen-in-der-Sonne-sitzen-Wein.

Die eher kräftige Variante ist der Rosé di Toscana vom Top-Chianti Weingut Riecine. Er wird reinsortig aus Sangiovese Trauben im sogenannten Saignée-Verfahren bereitet. Um bei den Spitzenrotweinen die Exktraktion an Farbstoffen und Tanninen zu erhöhen, wird ein kleiner Teil des Mostes kurz nach der Pressung abgezogen. Dieser hat schon etwas von den Farbstoffen der Beerenhäute abbekommen und leuchtet dadurch brilliant Rosafarben. Den großen Rest beläßt man bei den Trauben und weil jetzt weniger Flüssigkeit auf mehr Beerenschalen trifft, ist nach der Maischung der Anteil an Farb- und Gerbstoffen höher. Der Rotwein wird besser und es gibt ein erfreuliches Nebenprodukt, dass mit seinen kräutrigen Noten und der frischen kirschigen Säure perfekt zur deftigen Landküche der Toskana passt. (Leider gibt es nur sehr geringe Mengen!)

Wer gerne perlenden Rosé mag kann mittlerweile auf eine unüberaschaubare Vielzahl von Schaumweinen zurückgreifen. Besonders Rosé-Champagner haben in den letzten Jahren einen regelrechten Boom erlebt und sind, weil es geeignete Reben nur sehr begrenzt gibt, auch entsprechend teuer geworden. Wir waren daher sehr erstaunt, als wir im kleinen Familienweingut Chapuy noch einen exzellenten, bezahlbaren Rosé fanden. Den Carte Noir brut Rosé haben wir sogar gerade im Angebot für nur 21,90 €.

Am Wochenende soll ja auch wieder mal die Sonne dauerhaft scheinen und wenn es auch nicht wahr ist, dass unsere Kunden im Sommer wie von Sinnen Rosé kaufen, so ist sicherlich wahr, dass Rosé im Sonnenschein am besten schmeckt.

Also viel Spaß damit.