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Die besten Weinberge der Mosel

An der Mosel gibt es fast so viele Sonnenuhren wie Winzer. Na gut, heillos übertrieben, aber trotzdem hat etwa der Ort Wehlen sich zum Ziel gesetzt, zum Dorf der 100 Sonnenuhren zu werden. Etwas mehr als 50 davon haben sie schon in Wehlen. Dass Sonnenuhren als Namensgeber vieler hervorragender Weinbergslagen fungieren, hat durchaus einen Sinn. Denn die sonnigsten Hänge waren nicht nur für die Zeitmesser, sondern auch die Reben ideale Standorte.

Der erste Ort an der Mosel, wo eine Sonnenuhr dem Wein den Namen gibt ist Brauneberg. Klar, auch in Trittenheim gibt es eine Sonnenuhr am Fährfels gegenüber des Ortes. Aber die offizielle Sonnenuhr in der Lagenkarte gibt es zuallererst inmitten der Brauneberger Juffer. Hier arbeitet Oliver Haag unermüdlich daran, seinen klassischen Moselstil bestmöglich in die Flasche zu bringen. Die Parzelle um die Sonnenuhr inmitten der größeren Juffer ist seiner Erfahrung nach besonders fein und wird deswegen auch separat ausgebaut.

Juffer Sonnenuhr in Brauneberg

Von Brauneberg aus geht es einmal um die Moselschleife von Bernkastel-Kues und nur ein kleines Stück weiter erreicht man gleich zwei vinophile Sonnenuhren nebeneinander. Etwas bekannter ist die Wehlener Sonnenuhr. Ihr kommt der Titel der ältesten, noch bestehenden Sonnenuhr in einem Mosel-Weinberg zu. Erbaut wurde sie von Jodocus Prüm, einem Vorfahren der Inhaber des Weinguts Prüm. Klar, dass es für diese Station ein Wein von Katharina Prüm sein muss.  

Jodocus hat sich übrigens dazu entschieden, auf dem Zifferblatt der Uhr die 7 einfach wegzulassen. Der Grund dafür ist einfach: um sieben Uhr liegt die Uhr ohnehin im Schatten. 

Wehlener Sonnenuhr - Markus Molitor Rieslingtraube - JJ. Prüm

Gleich nebenan ist die nächste Sonnenuhr, das Zeltinger Exemplar. Auch sie kann einen Rekord für sich verbuchen. Die Zeltinger Sonnenuhr ist nämlich die größte Sonnenuhr in einem deutschen Weinberg. Wie alle anderen Sonnenuhren zeigt auch sie die “Wahre Ortszeit” an, was bedeutet, dass Sonnenuhren hier an der Mosel etwa eine halbe Stunde nachgehen. Die amtliche Zeit entspricht nämlich der Ortszeit weiter östlich, ungefähr dort, wo die Grenze zu Polen verläuft. Das stört aber die Riesling-Reben von Markus Molitor kein bisschen, denn die genießen die Sonne und ergeben eine fantastische Spätlese, deren trocken ausgebaute Variante uns besonders gut gefällt.

Moselkarte

Nun lassen wir uns mit der Mosel noch ein Stückchen weitertreiben, denn im Ort Ürzig gibt es noch eine Sonnenuhr, die zwar mit der Umstellung des Deutschen Weinrechts 1971 als Lage nicht mehr existiert, aber sie steht mitten im heutigen Würzgarten und darf so auch ein bisschen dafür zeugen, dass hier im Würzgarten ordentlich die Sonne scheint. Das weiß nicht zuletzt Ernie Loosen, der aus dem Würzgarten ein ganz wundervolles Großes Gewächs macht.  

 

PS: Sollten Sie diese Reise am Glas nachvollziehen wollen, würden wir für die umgekehrte Reiserichtung plädieren und uns von trockenen immer weiter zu den restsüßen Weinen vortasten.