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David gegen Goliath: Schaumwein

Spielregeln von „David gegen Goliath“
In unserer Rubrik “David gegen Goliath” treten jeweils zwei Weine “gegeneinander” an: “große” gegen “kleine”, kostspielige gegen günstige Weine oder berühmte gegen unbekannte Weingüter, wobei interessanterweise immer davon ausgegangen wird, dass sich die Bekanntheit auch auf die Qualität des Weins auswirkt. Auf den ersten Blick hat also einer klar die Nase vorn. Auf den zweiten Blick stellt sich (wie meinstens) heraus, dass man doch gar nicht so leicht einen Sieger feststellen kann. Zum Glück gibt es bei Wein nicht nur Sieg, Niederlage und Unentschieden wie im Fußball, sondern auch die beste aller Lösungen: sowohl als auch!

Deutschland gegen Frankreich im Finale

Dass der Merksatz “was gut ist, muss auch teuer sein” nicht immer stimmen muss, kann man an dieser Paarung ablesen. Ein Jahrgangs-Schaumwein, Blanc de Blancs, reinsortig aus Chardonnay, mehr als drei Jahre auf der Hefe gelagert, damit die Perlage wunderbar fein wird … Klingt, als sprechen wir hier vom teureren Wein? Stimmt zwar, aber es geht tatsächlich um den Überschwang von Raumland. Der bezirzt mit frühlingshaften Blütenaromen, frischen Äpfeln, Mirabellen und einer dezenten Nussigkeit. Am Gaumen kein Kind von Traurigkeit, sondern animierend mit Frische und faszinierend feinem Mousseux.

Viel berühmter ist der Deutz Brut Classic. Er basiert auf einer klassischen Champagner-Cuvée und ist dadurch etwas runder, spielt mit einer Pfirsich- und Zitrusaromatik. Nicht fehlen dürfen natürlich die charakteristischen Brioche-Aromen und die sinnliche Perlage, die einen Champagner auszeichnen.

Zudem ist der Deutz absolut preiswert im Vergleich zu anderem Champagner. Aber das gigantische Renommée der Region, ihrer Weine und des Champagnerhauses Deutz wirken sich eben doch auch auf den Preis aus. Qualitativ sind beide Schaumweine auf Augenhöhe, obwohl sie sich stilistisch schon allein dadurch unterscheiden, dass der Überschwang als reiner Chardonnay filigraner und blumiger ausfällt.

Champagner-Methode

Vor allem in der Champagne experimentierte man früh damit, eine zweite Gärung in der Flasche durchzuführen, das hatte nämlich den Vorteil, dass die Kohlensäure nicht mehr entweichen konnte und der Wein deutlich mehr prickelte. Vom herrlichen Plopp, dass der Spezialkorken beim Öffnen macht, mal ganz zu schweigen. Stillem Grundwein wird eine Mischung aus Hefe und noch etwas Zucker zugesetzt, um die zweite Gärung in der Flasche herbeizuführen. Über Monate oder gar Jahre bleibt der Wein auf der Hefe in der Flasche, je länger, desto feiner löst sich die Kohlensäure im Wein, dadurch wird auch die Feinheit der Perlage erzielt. Nach Entfernen der Hefe wird die Versanddosage hinzugefügt. Diese besteht aus einem Mix von Wein und Zuckersirup (die Zusammensetzung ist in allen Häusern ein gut gehütetes Geheimnis) um den Geschmack abzurunden und bestimmt zudem den Schaumweintyp. Je nachdem, wie hoch der Zuckeranteil der die Dosage ist, ergeben sich beispielsweise Demi-sec, Brut oder Extra Brut – aber Vorsicht! Wie viel Süße genau sich dahinter verbirgt, erschließt sich nicht unmittelbar. Was in Deutschland “trocken” heißt, entspricht keineswegs dem “brut” der Champagne.

 

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