Ein Unternehmen der

REWE Group Logo

Château La Croix-Davids – Großer Bordeaux für Alle!

Das kleine Bourg am rechten Ufer der Dordogne war offensichtlich eine gefragte Stadt. In den französisch-englischen Kriegen im 13. und 14. Jahrhundert um die Vorherrschaft in Aquitanien wechselte der wichtige Flusshafen immer mal wieder den Besitzer. Ein Relikt dieser kriegerischen Zeit findet man bei der Familie Meneuvrier auf dem Weg ins Wohnzimmer. Das Haus ist nämlich direkt an einen mächtigen mittelalterlichen Wehrturm gebaut, dessen schmaler, spiralförmiger Aufstieg das Treppenhaus der Meneuvriers bildet. Am Ende der schmalen Stiege liegt das Wohn- und Esszimmer der Familie, und wenn man es betritt, ist man erstaunt und überwältigt zugleich. Alte Holzdecken, Stofftapeten mit Blumenmustern und aufgemalten Jagdmotiven, Tische und Stühle aus vielen Epochen, gold. bemalte Fayencen, Teller, Vasen, Tierfiguren. Man traut sich kaum, sich umzudrehen, um nicht irgendwo anzustoßen. „Ja, das ist ein wenig wie ein Museum“, meint Madame Meneuvrier, „aber wir sind eine große Familie und da kommt im Laufe der Zeit einiges zusammen.“

675x900_Familie-Meneuvrier_Chateau-La-Croix-Davids.jpg

Ja ein Museum ist der richtige Begriff, ein Museum der bürgerlichen Gebrauchskultur, das auch zeigt, was das Bordeaux immer war: Ein Zentrum des Handels. Und auch in früheren Zeiten handelten nicht die sich als staatstragend fühlenden Adeligen, sondern die Kaufleute, zumeist einfache Bürger. So war auch der Wein aus Bordeaux in erster Linie eine Handelsware. Er wurde von Kaufleuten bereitet und von ihnen verschifft. Es ging in den Jahren als die großen Châteaux entstanden, weniger um die beste Interpretation des Terroirs, als um möglichst gute Weine, und das hieß vor 200 bis 300 Jahren eben auch verlässliche Weine fürs Geld. Im Burgund setzte man auf eine Rebsorte und eine Lage, im Bordeaux cuveetierte man mehrere Rebsorten und der Name des Château (und in früheren Jahren noch mehr der Name des Händlers) stand für die Qualität des Weins. Das Bürgertum des Bordeaux ist mit dieser Strategie reich, selbstbewusst und infolgedessen oft auch adelig geworden. Und in den Zeiten, in denen mancher vererbte Marquis und Comte um seinen Kopf fürchten musste, stellten die Bürger der reichen Städte selbstbewusst goldverzierte Schüsseln auf den Tisch und bespannten die Wände mit bemalten Seidentapeten. Et voilà, so interpretierte man die égalité.

Der Weinhandel ging über all diese Zeiten erfreulich weiter, mal besser, mal etwas schlechter, aber am System änderte sich kaum etwas. Im Médoc ist die Einteilung der Weingüter jetzt immerhin 165 Jahre alt, und seitdem hat nur ein Weingut seinen Rang geändert. Nicht immer hat die Zahl vor dem Cru etwas mit der wirklichen Qualität der Weine zu tun. Aber in so einem Umfeld sind Revolutionen nur schwer umsetzbar und manchmal muss man genau hinschauen, um sie zu entdecken, vielleicht weiß der Revolutionär selber ja gar nicht, dass er einer ist.

Mit Louis stehen wir auf einem Hügel kurz hinter Bourg. Lansac heißt der benachbarte Ort. Louis erzählt von dem Terroir der paar wenigen Hektar Weinberg vor ihm, in dem gerade ein Pferd den Boden umpflügt. Der Boden ist hier heller, weil der kalkige Unter- grund durchkommt, während der ein paar Meter weiter, da wo der Hügel nach Lansac abfällt deutlich dunkler, also lehmiger, ist. In seinen Château Croix Davids kommen nur die Trauben aus diesem Weinberg, alles andere wird unter einem Zweitnamen vermarktet. Seinen persönlichen Icon Wein erntet er in einem Weinberg direkt vor den Toren Bourgs unten am Fluss oder besser über ihm. „Au Roc“ ist die Flurbezeichnung, und die alten, ertragsschwachen Merlot-Reben wollte der Vorbesitzer schon längst ersetzen. Aber Louis packt die Trauben einfach in einen kleinen eckigen Zementtank, lässt sie lange vorsichtig maischen und vergären und nach gut einem Jahr im Barrique wird daraus der Burgus. Auch Vater Didier ist nicht ganz in Rente gegangen, er hat noch eine kleine Parzelle etwas weiter oben, mit uralten Malbec- und Merlot-Reben bestockt. Gerade einmal genug für 1.000 Flaschen, aber auch das ein echtes Highlight, und weil der Weinberg keinen eigenen Namen hatte, bekam er einfach den seiner Tochter oder zumindest so ähnlich, denn Margaux konnte er den Wein nunmal schlecht nennen.

1200px_Weinberge-von-Croix-Davids-in-Lansac-Bourg-Bordeaux.jpg

Der Keller ist schnell erzählt, den Burgus macht Louis in einem alten Handelskontor hinter dem Haus. Oben wohnt er, unten gibt es den Tank und ein paar Fässer, alles andere wird im alten Weingut oben in Lansac bereitet. Alte Betontanks, hier und da etwas Stahl, im Keller ein paar Fässer. Kein Glamour, keine Grandezza, keine architektonischen Highlights, hier wird einfach Wein gemacht.

Aber ohne dass sie es wirklich merken oder gewollt haben, ist bei Louis und Didier etwas für das Bordelais fast Unerhörtes in ihre Weine gekommen. Wir fühlten uns bei dem Gespräch mit den beiden oft eher ans Burgund erinnert als an das Bordeaux. Es war kaum von Kellertechnik, Cuvées oder der richtigen Assemblage die Rede als viel mehr vom Terroir. Der Croix Davids aus einem Weinberg mit viel Kalk, der Burgus-Cru blickt auf die Citadelle der Stadt und viel mehr als 3.000 Flaschen werden es nie werden. Und selbst die Reben für Papa Didiers Clos Margueritte stehen, obwohl zwei unterschiedliche Rebsorten, dicht an dicht in einer schmalen Parzelle. Voilà, une petite révolution. Dabei sind die Weine der beiden sehr Bordeaux-typisch und können locker mit vielen der großen Namen auf der anderen Seite mithalten. 

 

2016 CHÂTEAU CROIX-DAVIDS

Der große Jahrgang 2016 hat auch beim „kleinen“ Croix Davids seine Spuren hinterlassen. Die Merlot- und Malbec-Trauben stammen von einem einzelnen Weinberg, der auf einer Kuppe beim Örtchen Lansac liegt. Hier ist die Lehmauflage auf dem Kalkstein eher dünn und die Wurzeln der Reben müssen sich ihren Weg tief in den Kalkfels bahnen. Die Parzelle ist so besonders, dass die Familie Meneuvrier sie nur per Hand oder mit dem Pferd bewirtschaftet. Erstaunlich ist nicht nur der Wein, der dabei herauskommt, sondern auch der Preis, für den er zu haben ist. In 2016 mit dem eher kühlen Frühjahr und dem perfekten Herbst ist er der richtige Stoff für alle, die klassische Bordeaux-Weine lieben. Aber da die Tannine schon jetzt wunderbar reif sind und gut integriert muss man auf ihn nicht mehr fünf bis zehn Jahre warten – man darf es aber gerne. Super saftig, trotzdem mit toller Konzentration und Würze, die Frucht wird nirgends marmeladig und für 90 Prozent Merlot hat er erstaunlich viel herbe Fülle. Der beste Beweis, dass man auf dem rechten Ufer noch richtige Bordeaux-Schnäppchen finden kann.

2016 Château Croix Davids (0,75l) 16,47 € im 5+1 Angebot* shopping_basket

 

2016 BURGUS

Der Begriff Garagenwein ist oft und zumeist sehr falsch bemüht worden. Hier ist er zutreffend wie selten. Das Gebäude, in dem er bereitet wird, ist zwar schon ungefähr 500 Jahre vor dem ersten Automobil entstanden, aber da es als Lagerhaus für einen Kaufmann aus Bourg diente, wird auch sicher die ein oder andere Kutsche in ihm gestanden haben und tatsächlich einige Jahre auch mal ein Automobil. Jetzt keltert Louis Meneuvrier hier aber seinen einzigartigen Wein. Einzigartig nicht nur, weil er mittlerweile der einzige noch innerhalb der alten Stadtmauern von Bourg bereitete Bordeaux ist, sondern auch weil er von einem echten Cru stammt. Der Weinberg mit alten Merlot-Reben bestockt befindet sich nur einen Steinwurf von der alten Zitadelle von Bourg entfernt, direkt am Ufer der Dordogne. In mengenmäßig akzeptablen Jahren wie 2016 sind es nicht einmal 3.000 Flaschen, die der Weinberg hergibt, und jede einzelne davon ist beeindruckend. Der Burgus, der lateinische Name für seinen Herkunftsort, ist für uns so etwas wie die Essenz eines bordelaiser Merlot. Extrem saftig, mit runden Tanninen, genussfreundlich und bei allem Hedonismus doch ein großer und komplexer Wein. Eine Art Mozart unter den Bordeaux, weil er so „lecker“ ist übersieht man schnell seine Komplexität. Für uns einer der absoluten Geheimtipps der Region.

2016 Burgus (0,75l) 35,90 € statt 38,02 € shopping_basket

 

Alle Weine von Château la Croix Davids ansehen

 

*5+1 Angebot: 6 Flaschen kaufen, 5 bezahlen.
Angebote gültig bis 22.11.2020, bzw. so lange der Vorrat reicht.  

1200x250_BannerBlog_TasteFrance.jpg