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Auf Augenhöhe mit den Grossen

Der junge Mann am Mietwagenschalter hat was von einem “grandiosen Upgrade” erzählt, freundlich gelächelt und mit einem Jaguar-Schlüssel gewunken. Jetzt kommt es mir so vor, als habe das Lächeln einen leicht zynischen Unterton gehabt. Obwohl der schwarze SUV an allen Ecken piepst, blinkt und mir mit Kameras einen Rundumblick verschafft, ist es eine sportliche Höchstleistung, durch die Gassen von Bourg zu kurven, ohne jemandem das Baguette aus der Hand zu fahren. Beim Versuch zu parken fluche ich lautstark. “Ein Königreich für einen Panda!”, grolle ich vor mich hin, aber weder wird der Wagen kleiner, noch die Parklücke größer. Aber Annie Meneuvrier ist schon aus dem alten Geschäft in der engen Hauptstraße geeilt, um uns beizustehen. Fremde scheinen hier sofort aufzufallen. Madame Meneuvrier ist mit Verstärkung unterwegs. Eine pensionierte Deutschlehrerin hat sie organisiert, damit es bei unserem Besuch nicht zu irgendwelchen Übersetzungsverlusten kommt. Die Parkplatzsituation ist zum Glück schnell gelöst. Ein Lieferfahrer bequemt sich nach dem morgendlichen Café Crème, uns Platz zu machen, und schon sind wir bei den Meneuvriers zu Hause.

Das alte Bürgerhaus unweit des Marktplatzes vereinigt so ziemlich alle Baustile Frankreichs in sich. Der linke Teil erscheint eher mittelalterlich trutzig, der Rechte erinnert an das Frankreich vor dem Sonnenkönig, unten findet man zwei Löwen und einen Früchtekorb in eher barocker Manier, während das ehemalige Ladengeschäft sandbraun und fliederfarben gefliest ist, was irgendwann in den geschmacklichen Wirren der 60er oder 70er Jahre entstanden sein dürfte. “Hier war früher mal unsere Metzgerei”, erklärt Madame Meneuvrier auf Englisch, was die Dolmetscherin sofort ins Deutsche übersetzt, während Marco zeitgleich auf Französisch fragt, ob das denn hier auch das Weingut sei. Wenn wir es jetzt noch schaffen, nicht alle gleichzeitig zu sprechen, dürfte das mit der Verständigung wohl gar kein Problem sein. Im Schaufenster liegen ein paar Flaschen von Croix-Davids, im Inneren, in dem alles wohl mehr oder minder wie in den 20er Jahren geblieben ist, stehen noch mehr Weine und auf einem alten Marmortisch kann man sogar verkosten. “Hier hat mein Großvater früher das Fleisch zugeschnitten”, meint Madame Meneuvrier und ergänzt, “das Weingut ist natürlich woanders.” Wir werden noch sehen, dass es mehr als ein Weingut gibt, oder was man im Bordelais so nennt. Erst einmal lernen wir aber die Familie kennen, Annies Mann Didier, den Sohn Louis, seine Verlobte und dann noch den Haushund. Es werden später noch ein paar Leute dazukommen. Louis ist zuständig für den Wein, jedenfalls zum größten Teil, und er will mit uns erst einmal in die Weinberge und zum Weingut fahren. Also den großzügigen Parkplatz wieder aufgeben und hinauf zum kleinen Örtchen Lansac.

Mit dem Wagen im Weinberg

Hier auf einer Hügelkuppe liegen die Weinberge für den Croix-Davids, den Hauptwein des Hauses. Hier steht auch alles, was man für die Weinbereitung benötigt. Wer nach Bordeaux kommt denkt sofort an moderne Kellereien und Hightech für teure Weine, aber die Wahrheit sieht erstaunlicherweise meist anders aus. Oft wie hier. Gebäude undefinierbaren Alters wurden auf offensichtlich noch ältere Keller gebaut und viele Einrichtungen sind nicht mehr “state of the art”. Dass man trotzdem erstaunliche Weine machen kann, werden wir bei der Familie Meneuvrier schnell sehen. “Wir haben uns erst einmal auf den Weinberg konzentriert”, meint Louis und Didier ergänzt: “in unseren besten Parzellen haben wir sicher die Möglichkeit, den Weinen von der anderen Seite”, er zeigt wage Richtung Médoc, “Paroli zu bieten.” Im sehr gepflegten, dicht bestockten Weinberg auf der Kuppe des Hügels zieht ein weißer Ackergaul langsam seine Bahnen. Tibou bewegt mit der stoischen Gelassenheit des Kaltblüters einen Pflug durch die schmalen Reihen. Sein Lenker Dominique steuert ihn mit einer verblüffenden Leichtigkeit. “Wir haben hier einen massiven Kalkboden mit einer dünnen Lehmauflage”, erzählt Louis, “wenn wir das mechanisch bewirtschaften, verdichten wir den Oberboden zu sehr, und da die Regenmengen sehr stark schwanken haben wir dann Probleme mit dem Wasserhaushalt.” “Wenn es sehr stark regnet kann der Boden nicht genug Wasser aufnehmen und schwimmt uns weg, und wenn es zu trocken ist, dann hat sich im Kalk nicht genug Wasser gesammelt”, ergänzt Didier und sein Sohn erklärt noch, “das Pferd ist auch perfekt für die Mikroorganismen im Boden. Daher machen wir das jetzt seit drei, vier Jahren so. Mal sehen, was da noch draus wird.” Tibou und Dominique sind übrigens ein eigener Kleinbetrieb. “Och wir machen das hier und da …” und er erzählt von ein paar Weingütern, für die er arbeitet, deren Namen jedem Weinfreund auf der Welt bekannt sind.

Tibou im Weinberg von Croix DavidsIm Weinkeller von Croix Davids

Vom Hügel runter schaut man auf die alte Kirche von Lansac. Romanische Bögen und ein spitzer Turm inmitten von drei bis vier Häusern. Schon im 12. Jahrhundert, als hier die ersten Säulen aufgestellt wurden, blickte sie auf Weinberge. “Hier am Hang, das gehört auch zu uns”, meint Louis, “kommt aber zumeist in den einfacheren Wein, da die Böden schwerer sind und der Wein nicht so viel Finesse besitzt. Die drei Parzellen hier oben, die alle in den Croix kommen, sind die Spitze.” Wir waren bisher davon ausgegangen, dass das Bordeaux gar keine Einzellagen kennt, die Meneuvriers dagegen scheinen sich permanent über ihre Lagen Gedanken zu machen. Sechs Jahre haben Vater und Sohn das Weingut zusammen gemacht, jetzt geht Didier mehr fischen oder kümmert sich um seinen Gemüsegarten und Louis ist der Chef des Château. Ob er viel geändert hat, wollen wir wissen. “Nein, wieso?” kommt die Frage unvermittelt zurück, “ändern … nun ja, wir ändern ja permanent etwas, aber im Weinbau wirft man ja nicht von heute auf morgen alles über den Haufen. Obwohl”, sagt er etwas nachdenklich, “manchmal macht man vielleicht doch etwas Ungewöhnliches.”

Weinberg Croix Davids bei Lansac

Wir fahren über kleine Feldwege, auf denen wir merken, dass ein moderner SUV sich genauso wenig für das Gelände eignet wie für die mittelalterliche Stadt, wieder Richtung Gironde. Irgendwann bremst Louis vor uns abrupt ab und sein Vater zeigt auf ein paar Reihen mit alten Rebstöcken und einem Schild: Clos Marguerite. Er ruft uns irgendwas zu, ich kann noch aussteigen und ein Foto machen, dann geht es schon weiter. An einem nach Südwesten geneigten Hang ungefähr einen Kilometer hinter Bourg halten wir an. Weiter unten fließt braun und träge die Dordogne in die Gironde. “Burgus”, erklärt Louis, “100 Prozent Merlot, alles mindestens 50 Jahre alte Reben.” Die Parzelle hebt sich deutlich von den anderen drum herum ab. “Der Winzer, dem wir das abgekauft haben, war sichtlich froh, dass er das los wurde. Nur ein halber Hektar und dann noch hier am Hang. Deutlich schlechter mit der Maschine zu bearbeiten und dann meinte er auch noch, das müsse dringend neu bestockt werden. Zu geringer Ertrag.” Louis lächelt, “dabei steht hier ein herrlich aromatischer Merlot, der Wasserabzug ist perfekt und die leichte Hangneigung und der Temperaturausgleich vom Fluss lässt das hier perfekt reifen. Und weil an der Kante fast immer ein Wind weht, hab’ ich auch kaum Probleme mit Krankheiten.” Louis baut diesen Wein jetzt seit 2015 seperat aus, direkt unter seiner Wohnung sozusagen.

Burgus Weinberg an der GirondeClos Marguerite Bourg Bordeaux

Wir fahren zurück nach Bourg. Hinter dem Wohnhaus der Meneuvriers, steht auf einem Platz eine kleine Halle aus Sandstein. “Hier hat unsere Familie früher Wein gelagert und gehandelt”, erzählt uns Madame Meneuvrier, die wieder dazu gekommen ist. “Da oben”, sie zeigt auf den ersten Stock, “ haben wir für Louis eine Wohnung eingerichtet.” Aber unten ist so etwas wie eine Garage-Winery. Hinter der blauen Tür verbergen sich zwei gelb gestrichene Räume. Ein Betontank, in den maximal 40 Hektoliter passen, ein Kühlagregat, ein kleiner Metalltank und ein paar Barriquefässer. Hier wird Wein gemacht, extrem minimalistisch. Trauben ernten, Rappen ab und alles rein in den kleinen, sehr futuristisch aussehenden Tank. “Das Wichtige ist”, sagt Louis, “dass ich den Tank runterkühlen kann. Dadurch bekomme ich eine ganz saubere, recht lange Mazeration hin und kann mit sehr reifem Lesegut arbeiten. Gerade der Merlot mag das. 2015 ist schon ein erstaunlich dichter, vielschichtiger und dabei noch ungemein trinkfreudiger Stoff, von dem es gerade einmal 3.000 Flaschen gibt. “Wow”, meinen wir bei der Verkostung, “hast du eigentlich hier in Bordeaux Weinbau studiert?” “Nein”, meint Louis, “ich habe das alles bei meinem Vater gelernt und einfach zugeschaut, was die Anderen so machen.” Doppelt wow, denn neben dem gigantischen 16er der noch im Fass liegt, dürfen wir auch den 17er verkosten, der noch nicht ganz mit der Gärung aufgehört hat. Soweit man das einschätzen kann, wird der wesentlich filigraner und mutet geradezu burgundisch an, ist in jedem Fall ein großer Wein. “Ja”, meint Louis, “das Jahr war schwierig, aber wenn man sieht, was da für ein Wein draus geworden ist, kann man ermessen, was das Terroir und die Reben ausmachen.” Leider wird es nicht mal ein Drittel der “normalen” Menge geben.

Madame Meneuvrier ruft zum Essen. Es ist schwer im Bordelais mit Winzern Termine zu machen und an einer Vollverköstigung vorbeizukommen (wie im Übrigen in fast allen Weinregionen – Genussmenschen halt). Es macht den Eindruck, als denke der Bordelaiser, alle Gäste kämen grundsätzlich aus Ländern mit notorischem Kalorienmangel. Wir drängeln uns also eine schmale, alte Steinstiege hoch, in der ein Bodybuilder unweigerlich mit den Schultern hängen bleiben müsste. “Der Turm ist der älteste Teil des Hauses”, meint Madame Meneuvrier, “der hat im frühen Mittelalter wohl einmal zu einer Befestigungsanlage gehört.” Im Wohnzimmer im ersten Stock erschrecken wir ein wenig. Bloß nicht umdrehen, denke ich. Überall stehen alte Porzellanschalen, alte Tische, Kristallgläser, Goldverzierungen leuchten von den Wänden, Schmucktapeten verweisen auf Louis-den-Soundsovielten und die schweren Teppiche dämpfen das Knarzen des alten Dielenbodens. “Ein wenig wie ein Museum”, sagt Madame Meneuvrier, “aber die Einrichtung hier war schon immer so und viele der anderen Sachen sind mit der Zeit dazugekommen. Wir waren eine große Familie und man kann doch Erbstücke nicht einfach verkaufen.” Abstauben möchte ich hier nicht. Natürlich hat Madame Meneuvrier einen Koch besorgt, einen Freund des Hauses, der in der Nähe ein kleines Bistro eröffnet hat und genauso selbstverständlich kommt das Wildschwein aus der eigenen Jagd. Den Safran baut Didier selber an, worauf er besonders stolz ist und uns direkt mal seine Jahresernte in einem Weckglas präsentiert. Wir probieren den Croix-Davids und den Burgus zu den herbstlich-deftigen Speisen und sind uns sicher, dass wir hier einen der Geheimtipps des Bordeaux gefunden haben, als Papa Didier noch ein Flasche hervorholt. Clos Marguerite steht darauf. “Ich habe den nach meiner Tochter benannt”, meint er. Die heißt aber Margaux, haben wir zwischendurch aufgeschnappt … “Nun ja”, sagt er süffisant, “das konnte ich ja schlecht draufschreiben … Aber das ist ja auch nur eine Kosefrom von Marguerite.” Der Stoff ist einzigartig und vielleicht hätte die Koseform ihm doch gut gestanden. “Ok”, meint Marco, “rüber nach Pauillac und so brauchen wir gar nicht mehr zu fahren, wir bleiben einfach hier …” Was ist das? “Ihr erinnert euch an das Schild”, fragt Didier, “als wir zum Burgus Weinberg gefahren sind. Da stehen ein paar Reihen uralter Merlot und Malbec. Als klar war, dass Louis das Weingut bald alleine machen würde, bin ich hingegangen und hab’ die für mich selber gekauft. Ich dachte, das könnte ein netter Rentnerwein werden.” Didier stapelt verlässlich tief. Es scheint so eine Art geheimen Wettbewerb zwischen Vater und Sohn zu geben, denn als Louis mit dem Burgus anfing, kam Didier direkt mit dem Clos Marguerite um die Ecke. “Malbec ist ja eigentlich eine der typischen Rebsorten der Region, aber man hat lange zu sehr auf Modernität gesetzt. Vor allem ist der Malbec nicht einfach, er reagiert empfindlich auf Frost, zieht den Mehltau fast magisch an und für gesunde Beeren muss man viel tun. Daher gibt es nicht mehr so viele alte Reben.” Kurz gesagt hat sich Didier, der seine Zeit mittlerweile meist in einer Fischerhütte am Fluss verbringt, überlegt, dass er doch aus dem großartigen Rebmaterial mal nebenbei den besten Wein von Bourg machen könne. Wir sind perplex, denn das ist ihm – mal eben so – gelungen. Auf die Frage, was er denn mit dem Wein mache, kommt die lapidare Antwort, “ernten, vergären, abfüllen, also nichts Besonderes.” “Was soll der denn kosten?”, fragen wir. “Nun ja, eigentlich will ich den gar nicht verkaufen. Ich hab’ ja nur 1.000 Flaschen gemacht und die könnte ich auch mit meinen Freunden trinken.” Natürlich wird er uns am Ende ein paar Flaschen verkaufen, wenn auch gerade einmal 150, aber er dann kommt noch nachgeschoben, “wenn es der beste Wein von Bourg ist, muss es natürlich auch der teuerste sein” und er ruft einen für die Region erst einmal stolzen Preis in den Raum. Es spricht für den Wein, das Marco keine Sekunde daran denkt zu verhandeln und sofort sagt: “Top, nehmen wir!”.

Mittlerweile sind wir beim Dessert angelangt. Die Gespräche gehen wild auf Französich, Englisch und Deutsch durcheinander, als von oben ein wildes Gestampfe auf den Dielenböden zu hören ist, aber nicht wie von einem Kind, eher in einem unregelmäßigen Rhythmus. Wir schauen unwillkürlich nach oben. “Das ist unser Musiker”, sagt Madame Meneuvrier, “der übt am Klavier.” “Man hört aber gar keine Musik?” “Ja, wir haben ihm vor einigen Jahren ein elektronisches Klavier gekauft, da das ständige Üben dann doch etwas enervierend war.” Der Musiker, übrigens ein bekannter Jazzpianist und Universitätslehrer, der ein wenig aussieht wie Houellebecq mit Meerschaumpfeife, kommt schließlich auch noch auf ein Glas runter, genau wie Louis’ über neunzigjährige Oma, die früher in der Metzgerei gearbeitet hat und immer noch ihre Kittelschürze aus den 50er Jahren trägt. Es stellt sich heraus, dass Louis und seine Mutter nebenbei auch als Musikagenten tätig sind. Louis organisiert Vie Sauvage, ein Rockfestival in Bourg, seine Mutter klassische Konzerte. Die großartigen Weine geraten jetzt irgendwie in den Hintergrund, denn Papa Didier, als er erfährt, dass ich gut kochen kann, will unbedingt mit mir in den nächsten Tagen noch Lamproie angeln gehen, außerdem könnte man noch etwas Safran ernten und vielleicht auch noch jagen. Oma Meneuvrier hat sichtlich ihren Spaß, aber irgendwie müssen wir ja noch unseren überdimensionierten Wagen in die Altstadt von Libourne und auf den engen Hotelparkplatz bringen. Aber beim nächsten Mal versprechen wir zum Festival, Angeln und allen anderen Dingen vorbeizukommen. Die Oma lacht zustimmend und ruft uns nach, “aber wartet nicht zu lange, sonst bin ich vielleicht nicht mehr da …” was Madame Meneuvrier mit einem strengen “mais Maman …” quittiert. 

 

 

2014 CHÂTEAU LA CROIX-DAVIDS

A.O.C., Bourg

Bordeaux’ aus Jahrgängen die nicht den Zusatz “Jahrhundert-” oder sonstige Superlative tragen, haben es zusehends schwer. Aber ehrlich: Jahrgänge kann man ebensowenig trinken wie Punkte. Wir haben jedenfalls noch einmal alles von diesem herrlichen Nicht-Jahrhundert- Jahrgang nachbestellt, was zu bekommen war. Denn seine Finesse ist einfach unwiderstehlich, ein Zeichen des 14er bei guten Winzern. Im Duft mit ungemein attraktiver Süße von Herzkirschen und Waldbeeren ausgestattet, mit edlen, ätherischen Umrissen vom Holzfassausbau, die an Zedernholz und frische Minze erinnern. Am Gaumen saftig, ausgewogen und angenehm frisch mit zarter Würze und langem Nachhall. Vorher dekantieren.

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2015 CHÂTEAU LA CROIX-DAVIDS

A.O.C., Bourg

Tibou, der Kaltblüter, hat auch im gefeierten Jahrgang 2015 seine Arbeit mit stoischer Ruhe gemacht. Ihm ist es sicher egal, wie gut der Wein wird, aber sein Anteil daran ist nicht zu unterschätzen, denn die sorgfältige Bearbeitung und die gute Durchlüftung des Bodens sorgt auch in mächtigen Jahren wie 2015 für ein gute Finesse in den Weinen. Jahrgangstypisch gibt es in der Nase erst einmal einen beeindruckenden Reigen dunkler Früchte. Etwas getrocknete Datteln, Orangenkonfit und Eukalyptus. Was für eine geniale Reife! Vollmundig und mild im Geschmack trägt er seine Konzentration zur Schau, ohne dabei die feinen Zwischentöne vermissen zu lassen. Sehr langer Nachhall mit großzügiger Saftigkeit. Konzentration ist nicht alles! Feine Gerbstoffe, die aber auch die frischen Fruchtnoten nicht völlig überdecken. Das hat Klasse. Ein Wein für hier und jetzt zu einem erstaunlichen Preis. Passt sehr schön zu Wildgerichten. Vorher dekantieren.

**Guide Hachette

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2015 BURGUS

A.O.C., Bourg

Der Weinberg mit Blick auf Bourg und die endlose Fläche der Gironde sind spektakulär. Hier bereitet Louis Meneuvrier seinen “Garagenwein”. In guten Jahren nicht mehr als 3.000 Flaschen einer ganz besonderen Essenz. Ein reiner Einzellagen-Merlot, so etwas findet man im Bordelais nur äußerst selten. Ein beeindruckend intensiver und klarer Duft von dunklen Kirschen und feinsten ätherischen Noten vom mit feiner Hand eingesetzten Holz. Schmeckt offenherzig und super elegant. Üppiger, saftiger Fruchtgeschmack wird von einer herrlich delikaten Säure durchkreuzt. Bleibt immer balanciert und endet lang mit seidigen Tanninen, die an Bitterschokolade erinnern. Feinsinniger Hedonismus pur. Stilsicher hat Louis hier einen großartigen Referenzwein für die Appellation geschaffen, modern und typisch zugleich. Kann mit den großen Weinen des rechten Ufers locker mithalten. Hat jemand gesagt, dass Merlot keine große Tiefe haben kann? 

***Guide Hachette

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2015 CLOS MARGUERITE

A.O.C., Bourg

Vielleicht ist es eine Art freundschaftlicher Wettbewerb zwischen Vater und Sohn, vielleicht auch nur das Hobby von Didier, wahrscheinlich beides. Als Sohn Louis mit der Idee des Burgus heraus rückte, hatte Vater Didier schnell ein paar eigene, besondere Rebstöcke zur Hand. Klar, er kannte sich ja in der Region bestens aus. Gar nicht weit weg vom Burgus Cru, steht eine kleine Parzelle mit uraltem Merlot und Malbec auf einem besonders kalkreichen Boden. Der Nachbar war froh, sie los zu werden, zu wenig Ertrag. Didier benannte den Weinberg kurzerhand nach seiner Tochter, so entstand Clos Marguerite. “Ich wollte einfach den besten Wein von Bourg machen”, sagt er ohne jede Ironie, und wenn man den Clos Marguerite verkostet hat, weiß man, dass er seine Idee genial umgesetzt hat. Fast chimärenhaft wandelt er zwischen der kühlen atlantischen Frische des linken und der Fülle und Ausgewogenheit des rechten Ufers und lässt sich doch nie ganz fassen. Stabil gebaut und von urwüchsiger Kraft mit einer vollen Ladung schwarzer Waldbeeren und süßer, reifer Kirschen. Ein wilder Reigen von Früchten und frischen Kräutern, würzig und versöhnlich beerig zugleich. Verbindet Hitze und Kühle, Saft und Kraft zu einem grandios langen Abgang. Ein individuelles Kleinod, das von großen Ambitionen und großer Gelassenheit zu berichten weiß. Das hat Grand Cru Charakter. So etwas schafft man nur mit viel Erfahrung und dem perfekten Terroir. Chapeau Didier! Leider sehr limitiert.  

***Guide Hachette

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*Angebote gültig bis 11.11.2018, bzw. so lange der Vorrat reicht.