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Château Franc-Baudron – Die Mutigen

„Bio im Bordeaux, das geht gar nicht ...“, war 2010 noch die einhellige Meinung. Viel hilft viel, war damals eher die Devise und wahrscheinlich gibt es auch heute noch genug Erzeuger, die so denken. Darüber lachen Charles und Sophie Guimberteau nur. „Ja, das mit der ganzen Chemie“, meint Sophie, „klingt wahnsinnig verlockend und einfach, aber am Ende ist es eine Sackgasse.“ „Mein Vater hat als Außenbetriebsleiter die BioDyn-Umstellung bei Michel Chapoutier an der Rhône geleitet“, erzählt Charles, „da hieß es auch immer: Das geht schief ...“ Ging es aber nicht, wie wir alle wissen. „Die Umstellung ist die schwierige Zeit, die Reben müssen ja erst wieder widerstandsfähig werden. Aber da hatten wir es ganz gut, denn mein Vater hat schon viel länger fast ausschließlich ohne chemische Hilfsmittel gearbeitet. Die Weinberge waren also nicht auf Entzug.“

Das Weingut ist 2005 schon für ‘nachhaltigen Weinbau zertifiziert worden, auch das damals im Bordeaux ungewöhnlich. „Es gab Winzer, die hatten Angst, dass bei uns in den Weinbergen die Schädlinge einfallen und sich dann fröhlich gesättigt und vermehrt über die der Nachbarn hermachen ...“ Wir hatten davon immer wieder gehört, einige der ersten Bio-Winzer der Region sollen von ihren Nachbarn sogar bedroht worden sein. Jetzt überlegen sogar viele der Grand Châteaux', sich zertifizieren zu lassen. „Aber klar“, erzählt Charles, „es gibt Dinge, da ist es für den Bio-Winzer immer noch schwer. Mehltau ist da so ein Thema, vor allem da die Region eher feucht und warm ist, und wenn dann mal der Wind nicht weht ... Aber wo andere erst nachher was machen, müssen wir halt früher wissen, wie die Rebe tickt und wo etwas passieren könnte. Man lernt ganz anders umzugehen mit den Pflanzen.“ Und dass er das kann, hat er fünf Jahre lang bei einem der besten Weingüter Frankreichs bewiesen, bei Marcel Deiss im Elsass, wo er dann auch Sophie kennengelernt hat.

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Das Weingut der Familie Guimberteau war anfangs noch ein ganz klassischer Mischbetrieb. Hier oben in den Montagne, den Bergen von Saint-Émilion konnte es sich niemand leisten, nur Wein zu machen. Dafür waren die Weingüter zu unbekannt. Bis in die 70er Jahre hinein betrieb man auf dem Bauernhof noch Viehzucht und andere Landwirtschaft, aber als Charles’ Vater Michel den Hof übernahm verkaufte er alle Kühe. „Für die Tiere hatte ich kein Händchen,“ meint er lachend und seine Tochter ergänzt, „aber für den Wein.“ Auf jeden Fall, denn die Weine von immerhin 27 Hektar verkauften sich in den Brasserien in ganz Frankreich hervorragend. Im Jahr 2000 hatte Michel dann aber eine Idee. „Wir haben zwei Parzellen mit alten Rebstöcken und einem ganz besonders guten Terroir“, erzählt er, „das erinnert stark an den Boden rund um Saint-Émilion.“ Er meint damit die Hügel, auf denen die Stadt und auch die besten Weingüter liegen. „Ich dachte, versuch doch einmal die getrennt von den anderen Weinen auszubauen. Mal schauen, was dabei herauskommt.“ Was dabei herauskam, war hervorragend und ein Beweis, dass man auch in Montagne große Weine machen konnte. Schließlich hat die Region in ihren besten Weinbergen nicht nur das gleiche Terroir, wie die besten Weinberge des berühmten Nachbarn, auch das Klima ist fast dasselbe. Bis auf 0,1 °C ist die Durchschnittstemperatur in Montagne mit der in Saint-Émilion identisch und auch das mit den Bergen stimmt ja nicht so ganz. In Saint-Émilion liegen die besten Weinberge auf 60 bis 90 Metern über N.N. in Montagne, nun ja, Baudron liegt auf 60 Metern und die Weinberge bis zu 20 Metern höher. Aber was in Montagne natürlich fehlt, ist ein nach außen strahlendes Grand- Cru-System und ein paar große Namen mit Strahlkraft. Nicht zu 1 vergessen natürlich die Stadt selber mit Heiligem, Pilgerstätte und berühmten Kloster, die jedes Jahr Scharen von Touristen anziehen. „Montagne“, damit kann man die Nachbargemeinde mal eben zum hinterwäldlerischsten Winkel von Frankreich abklassifizieren, auch önologisch. Die Guimberteaus scheint das nicht wirklich zu stören. Während andere Winzer über Parker-Punkte sprechen und darüber, dass ihr Wein jedes Jahr besser wird und was man nicht alles tut, damit jede Traube perfekt wird, spricht man mit Michel, Charles und Sophie viel über die lokalen kulinarischen Spezialitäten und welche Weine dazu passen, wie schön es ist, mit Wein arbeiten zu dürfen und das Privileg im Bordeaux zu leben. Diese fröhliche Zufriedenheit spiegelt sich auch in ihren Weinen wider. Sie sind was sie sind, klassische Bordeaux-Weine mit dem leicht rustikalen Touch, den Bordeaux-Kenner so lieben und in den letzten Jahren immer öfter vermissen, mit viel Genussfreude und trotz allem großartiger Eleganz. Für das manchmal etwas versnobt herüberkommende Bordeaux ist man hier in Montagne wirklich auf einem erfrischenden Hügel.

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2016 CHÂTEAU FRANC-BAUDRON

Wir hören immer wieder, dass es authentischen Bordeaux gar nicht mehr gibt. Alles modernisiert, alles parkerisiert. Wenn man damit die unreifen oft schrecklichen Weine der 60er und 70er Jahre meint, dann stimmt das. Wenn man damit aber Weine meint, die von der Landschaft und von den Winzern erzählen, Weine, mit denen man früher in jedem französischen Restaurant den Sonntagsbraten begleitet hat und fröhlich seinen Nachbarn und der Familie zuprostete, dann gibt es diese Weine selbstverständlich immer noch. Der Château Franc-Baudron ist ein solcher Wein, selbst im kraftvollen Jahrgang 2016 verliert er nicht seinen Trinkfluss. Die Früchte sind wunderbar präsent, wirken aber nie konzentriert oder ölig. Die leicht rustikale Note vermisst man leider bei allzu vielen Bordeaux-Weinen, da merkt man, dass die Bio-Winzer ihre Trauben perfekt kennen. Kein Stück zu spät gelesen, so bleiben Tannine und Frucht einfach Bordeaux-typisch. Ein Wein, der zu allem passt, was die französische Landküche hergibt und dem man ungesehen jedem normalen Weintrinker, aber auch jedem Bordeaux-Kenner, anbieten kann.

2016 Château Franc-Baudron (0,75l) 10,90 € statt 12,19 € shopping_basket

 

2016 L’AUDACIEUX DE FRANC-BAUDRON

Jetzt ist sie endlich da, die Selection-Parcellaire der Familie Guimberteau, der L’Audacieux aus dem Top-Jahrgang 2016. Ein großes Stück Bordeaux zum Superpreis. Die klassiche Cuvée aus Merlot, Cabernet Franc und Cabernet Sauvignon wird von den ältesten Rebstöcken des Weinguts gewonnen, die auf zwei Parzellen in der Nähe des Dorfes Montagne auf reinem Kalkfels stehen. Was mit sich bringt das die Produktionsmenge äußerst begrenzt ist. Der L’Audacieux bietet reichlich Saft und Kraft, reife Tannine und einem klitzekleinen Hauch von Rustikalität, der bei einem Wein aus dieser Appellation immer dazu gehört und ihn umso spannender macht.

2016 L’Audacieux de Franc Baudron (0,75l) 19,90 € statt 22,32 € shopping_basket

 

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Angebote gültig bis 22.11.2020, bzw. so lange der Vorrat reicht.   

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