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Der Bordeaux Pragmatiker

Es ist etwas verwirrend. Wir haben einen Termin mit Yves Glotin, dem Inhaber von Château Brondeau du Tertre, er ist auch der Vorsitzende der A.O.C. Graves de Vayres. Wir treffen ihn auf Château Goudichaud und von den Weinen, die wir von ihm im Sortiment haben, trägt nur einer den Namen dieser Appellation. “Das ist wirklich etwas verwirrend”, sagt er, “aber steigt mal ein, ich erkläre euch das.”

Wir fahren ein kleines Stück Richtung Osten. “Das hier ist Château Fage”, erklärt er, “hier mache ich die Weine von Brondeau du Tertre und von Fage.” Er nennt noch zwei weitere Châteaux, die er besitzt. Wir sind beeindruckt. “Yves, sammelst du Château wie andere Briefmarken?” Er lacht. “also das einzige Château, was seinen Namen in dem Sinne, den ihr meint, verdient hat, ist Goudichaud. Das ist tatsächlich ein echtes Schloss, übrigens vom gleichen Baumeister erbaut wie Le Lau, wo ihr ja gestern gewesen seid, und die Oper in Bordeaux. Goudichaud ist auch die Urzelle sozusagen. Das Château hat meine Großmutter in den 30er Jahren gekauft, dafür hat sie sich ihr Erbe auszahlen lassen. Aber da stand der Wein nicht im Mittelpunkt. Sie wollte näher bei ihren Freundinnen sein, den Töchtern von Gustave Eiffel. Sie hat dann 40 Jahre hier gelebt und natürlich auch Wein gemacht, oder besser machen lassen.” “Also keine klassische Winzerfamilie”, frage ich. “Nicht wirklich, aber hatte auch schon was mit Getränken zu tun”, meint Yves, “einer meiner Vorfahren war so klug, in die Familie Marie Brizard einzuheiraten. In den 30er Jahren war das wahrscheinlich der meistgetrunkene Likör in Frankreich.” Nach seiner Großmutter kam der Vater und hatte die großartige Idee, das Weingut noch zu vergrößern. Aber mit der Anzahl der Hektare, stieg auch die Höhe des Verlustes. “Damals dachten alle, Wein laufe von alleine, tat er aber nicht und die Genossenschaft oder die großen Abfüller zahlen so wenig, dass man den Weinbau dann auch lassen kann.”

Chateau GoudichaudWeinberge in Graves de Vayres

Yves hat das Weingut 2002 übernommen und ist wahrscheinlich der erste in der Familie Glotin, der sich ausschließlich dem Weinbau widmet. “Es ging auch erst einmal um das Mögliche”, erklärt er. “Einen ordentlichen Basis-Bordeaux, darauf konnte man ja aufbauen. Aber nicht einmal den hatten wir damals.” Ein Winzer also, der eigentlich keinen Wein hat. Das klingt nach echter Aufbauarbeit. “Mein Vater hatte einfach hier und da dazugekauft. Günstig war damals eigentlich alles. Also an sich keine schlechte Idee, aber es fehlte das Konzept.” Yves ordnete erst einmal das System. “Der Großteil unserer Flächen liegt innerhalb der Appellation Graves de Vayres. Wenn wir die aber entwickeln wollen, dann kann man das nicht einfach auf jeden Wein drauf schreiben, sondern nur auf die Besten. Das sehen zum Glück die meisten Winzer innerhalb der Region so, sind ja auch nicht viele. Dann haben wir Weißwein, der Entre-Deux-Mers, und die einfachen Rotweine, die gibt es als Bordeaux AC.”

Unterdessen stehen wir vor dem Château Fage. Der Begriff Château führt wirklich etwas in die Irre. Das Landhaus wird vor vielleicht 100 Jahren sicher einmal sehr charmant gewesen sein, aber jetzt ist es halb verfallen. Das eigentliche Weingut ist eine funktionale Halle in einer Senke, ein paar 100 Meter entfernt. “Wir wollen das aber erhalten und fangen in den nächsten Tagen an, umzubauen. Das soll ein schönes Bed & Breakfast geben. Wenn wir da jetzt nicht anfangen, dann kann man das irgendwann nur noch abreißen. Brondeau du Tertre kann ich euch gar nicht zeigen”, erklärt er dann lachend, “da steht nämlich gar nichts.” Wie? Ein Château ohne Château? “Brondeau du Tertre heißt eigentlich nichts anders als “Die Weinberge oberhalb von Brondeau” und das Château Brondeau steht nett unten am Fluß, aber ein Teil der Weinberge sind irgendwann an Château Fage verkauft worden und die hat man da immer getrennt ausgebaut. So kann man auf einem Weingut zwei Châteaux machen.” Yves behält das so bei. “Es muss Sinn ergeben”, sagt er “sowohl vom Terroir her, als auch vom Markt. Es macht wenig Spaß, das getrennt auszubauen, nur weil die Böden ein wenig anders sind. Vor allem vom Excellence kann ich ja nicht viele Flaschen machen, da die Weinberge nur zum Teil in der Appellation liegen. Wenn das niemand kauft, dann mache ich stattdessen lieber mehr von einem einfachen Bordeaux Rouge. Aber der Excellence läuft ja zum Glück ganz gut bei euch.” Überhaupt scheint Yves sehr geerdet zu sein. Icon-Weine? Lass uns doch erst einmal vernünftige Weine mit einem guten Preis-Genuss-Verhältnis machen. Basis-Bordeaux? Da hat die Region geschlafen. Das meiste hat man in Frankreich verkauft, da bricht der Markt zusehends weg und vieles ist international gar nicht konkurrenzfähig. Also das Jammern aufhören und bessere Basis- Weine machen. Entre-Deux-Mers? Immer noch eine tolle Region, man muss nur sehen, dass die Weine wieder sauberer werden. Bei alledem macht Yves ja schon einen sehr guten Job.

Weinberge in Graves de Vayres

“Früher war das für die Winzer hier in der Region einfacher”, erzählt er, “da kam einmal im Jahr ein Makler und hat ein paar Fassproben gezogen. Dann wurde das auf eine große Verkostung gestellt und die großen Markenhersteller kamen und versuchten, die besten Partien zu ergattern. Das landete dann in Weinen wie Mouton-Cadet. Aber viele der Markenbordeaux’ machen das jetzt anders. Die haben ihre Vertragsgenossenschaften.” “Na ist doch besser,” sage ich. “Ja,” meint Yves, “sieht auf den ersten Blick so aus. Aber auf der einen Seite zahlen die so wenig für den Wein, dass es schwer ist, dafür kostendeckend zu produzieren, auf der anderen Seite müssen die aber dann auch alles abnehmen. Egal wie gut es ist. Wenn du jedes Jahr 15 Millionen Flaschen unter einem Etikett auf den Markt bringen musst, hast du natürlich auch einen gewissen Druck.”

im WeinbegrVerkostung

Wir stehen vor Château Goudichaud. Louis Victor war wirklich ein Architekt, der eindrucksvoll schlicht bauen konnte. “Das ist Daniel”, stellt uns Yves seinen Kellermeister vor, der begrüßt uns mit einem eindeutig schwäbischen Akzent. “Na i komm us Stuggert”, mittlerweile mischt sich aber schon das Französische mit rein. Daniel Schanz ist der Liebe wegen ins Bordelais gezogen. Er zeigt uns den Keller und wir verkosten ein paar Weine zusammen. Erstaunlicherweise fällt er, wenn es um Weinfachbegriffe geht, immer wieder ins Französische. “Bis ich nach Bordeaux kam, hatte ich gar nichts mit Wein zu tun”, sagte er, “aber dann hab’ ich hier Weinbau studiert.” Logisch. Goudichaud liegt oberhalb eines kleines Baches, an dem früher eine Mühle stand. Viele Weinberge. Aber auch dichter Wald rundherum. Man hat den Eindruck, weit weg von allem zu sein. “Ich gehe hier gerne auf die Jagd”, erzählt Yves. “Und was jagt ihr hier so?” “Och, alles mögliche. Aber eigentlich mag ich das schießen an der Jagd nicht so. Daher gehe ich am liebsten auf die Schnepfenjagd. Davon findet man nur ganz selten welche und dann fällt es nicht so auf, wenn ich vorbeischieße.” Klare Pläne hat der Mann.

 Yves Glotin - Der pragmatische Winzer

 

2015 CHÂTEAU BRONDEAU DU TERTRE ROUGE

A.O.C., Bordeaux Superieur

Im warmen Jahr 2015 ist der rote Brondeau du Tertre besonders charmant ausgefallen. Ein saftiger, zugänglicher und im besten Sinne schnörkelloser Bordeaux mit attraktiver Frucht und weichen Tanninen. Der geht eigentlich immer und passt perfekt zu einfacher Hausmannskost. Ein Bordeaux Supérieur, wie er sein sollte.

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2017 CHÂTEAU BRONDEAU DU TERTRE BLANC

A.O.C., Entre-Deux-Mers

Erinnert an die Zeit, als man Entre-Deux- Mers noch frisch und aufregend fand. Ganz typischer Duft von Stachelbeeren, Honigmelone und gezuckerter Grapefruit. Leicht grasige Konturen. So wirkt er zu keiner Zeit kitschig, wie das vielleicht bei manchem Übersee-Sauvignon passiert. Am Gaumen weinig und angenehm trocken ausgebaut. Geradlinig und frisch mit zart-herber Länge. Eben so, wie man sich einen guten Entre- Deux-Mers vorstellt. Erstaunlich viel Wein fürs Geld.

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2012 L'EXCELLENCE DU CHÂTEAU BRONDEAU DU TERTRE

A.O.C., Graves de Vayres

Der Excellence du Château Brondeau du Tertre ist Winzer Yves Glotin eine Herzensangelegenheit, ist er doch Präsident der Appellation Graves de Vayres. Wir sind sehr glücklich, dass wir diesen klassischen Bordeaux mit dem sensationellen Preis-Genuss- Verhältnis exklusiv in Deutschland anbieten dürfen. Von unserem Jubiläumsjahrgang, dem 2012er, gibt es jetzt noch knapp 400 Flaschen, also nicht mehr viel. Weil aber günstige, gereifte Bordeaux in guter Qualität recht selten sind, wollen wir ihn hier noch einmal zeigen. Ein ausgewogener Roter, der typisch für den Jahrgang nicht übermäßig konzentriert, sondern sehr klar und strukturiert daherkommt. Er duftet nach Schlehen, Hagebutte und Minze. Am Gaumen zeigt er eine attraktive reife Kirschfrucht, feine Tannine und eine tolle Frische. Nach sechs Jahren immer noch keine Spur von Müdigkeit. Da bekommt man gleich Lust, etwas zu kochen.

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2015 L'EXCELLENCE DU CHÂTEAU BRONDEAU DU TERTRE

A.O.C., Graves de Vayres

Im warmen Jahr 2015 zeigt sich der Excellence vollmundiger und saftiger als der Vorgänger. Trotzdem zeigt er auch diese verführerische Frische, die die Linie von Yves Glotin ist. “2015 kam es darauf an, nicht zu spät zu lesen”, erzählt er uns, “wir wollen ja klare, elegante Weine in der Flasche und keine Marmelade.” Die reifen Beeren und süß anklingenden Gewürze geben dem Wein eine immer noch saftig daherkommende Milde und hedonistische Opulenz. Jetzt schon ein ungeheures Trinkvergnügen, das sich sicher noch steigern wird.

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Hier finden Sie alle Weine von Château Brondeau du Tertre. 

*Angebote gültig bis 11.11.2018, bzw. so lange der Vorrat reicht.