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Champagne Dehours - Die Besonderen

Jérôme Dehours
Vallée de la Marne, Cerseuil

Der kleine Ort Cerseuil liegt ein paar Kilometer westlich von Épernay oberhalb der Marne. Die Weinberge besaßen lange Zeit den typischen Dreiklang der nördlichen Champagne: Chardonnay, ungefähr gleich viel Pinot Meunier und etwas Pinot Noir. Aber die Pinot Meunier ist seltener geworden in der Champagne, vor allem wurde er in den letzten Jahren irgendwie eher verschämt in den Cuvées versteckt. Vielleicht traut man der Rebe einfach nicht wirklich etwas zu. In Württemberg trägt sie den Namen Schwarzriesling und bringt leckere, aber eher unspektakuläre Schoppenweine hervor, eine erstaunliche Wandlung macht sie aber in der Champagne durch, wenn man sie denn versteht.

Jérôme Dehours ist so ein Pinot-Meunier-Versteher, bei ihm macht die Pinot Meunier 60% der Rebfläche aus und wahrscheinlich freut sich Jérôme jetzt, dass er nie nach der Mode gegangen ist und ihn durch Chardonnay ersetzt hat, denn die Pinot Meunier erlebt eine Renaissance. Champagner-Fans in aller Welt schwärmen plötzlich davon, wie eigenständig, wie besonders und ausdrucksstark die Champagner mit einem hohen Meunier-Anteil sind. In seinem „Basis-Champagner“ beträgt der schon 45%, ergänzt durch etwas Chardonnay und einem großen Anteil an sogenannten „Reserve-Weinen“. Das sind Chargen, die lange Jahre in Fässern gelagert worden sind und dem Wein eine enorme Komplexität geben. Außerdem arbeitet Jérôme mit einer sehr niedrigen Dosage und vermerkt sie auf jedem Etikett, wie auch den Zeitpunkt des Degorgements. Brut und Extra Brut zeigen mit ihrer Frische und der zupackend schlanken Art schon an, wie sehr sich Jérôme dem Mainstream des Champagners entzieht.Noch eine große Besonderheit sind die Einzellagen-Champagner bei ihm. Kaum einertreibt das so auf die Spitze.

Die Lagen werden in extrem geringen Auflagen sehr spät auf den Markt gebracht. Nur wenn die Grundweine perfekt sind, kommen sie überhaupt in die Einzellagen-Champagner, sodass sich hier beständig etwas ändert. Sehr verwirrend für uns, was da jetzt gerade im Verkauf ist, aber eben auch sehr spannend. Es gibt einen Blanc de Meunier Extra Brut aus 100% Pinot Meunier, der ’07er ist nach fast acht Jahren Reife jetzt perfekt, aber leider auch schon beinahe ausverkauft. Noch2 Jahre mehr reifen durfte der „La Côte en Bosses“ aus einer Lage oberhalb von Mareuil-le-Port. Der Pinot Meunier spielt hier die Hauptrolle, wird aber ergänzt durch Chardonnay und Pinot Noir. Sehr komplex braucht er eher ein Weinglas und etwas Luft. Mit nur 2 g Dosage zeigt er sich sehr puristisch, mit tollen Brioche-Noten und Zitronenzesten. Perfekt zu französischen Pâtés oder gereiftem Comté-Käse (2.400Flaschen produziert). Auch aus 2005 ist der „Brisefer“, er wird von einer Parzelle mit über 50 Jahre alten Chardonnay-Reben, die Jérômes Großvater gepflanzt hat, vinifiziert. Ein extrem expressiver Champagner. Am Anfang wirkt er sogar ein wenig aggressiv, am besten aus einem Chianti-Glas trinken. Zitrusfrüchte, reife gelbe Äpfel, salzige Mineralität, kommt fast ohne jede Süße aus und wirkt (nach einiger Zeit im Glas oder dekantiert) rund und gleichzeitig extrem spannend (nur 1.800 Flaschen produziert). „Les Genevraux“ ist dann wieder 100 % Pinot Meunier, erstaunlicherweise in einer Lage, die eher eine Nordorientierung besitzt. Hier reifen die Weinreben sehr langsam und können spät geerntet werden. Ein zupackender Champagner, dem der tonhaltige Boden der Lage sehr changierende Aromen bringt. Ist das Süße oder Salzigkeit, Frucht oder eher Mineralität? Man kann stundenlang probieren. Jérôme empfiehlt dazu eine Ente mit Preiselbeeren oder ein Huhn in Estragonsauce. Davon werden gerade einmal 2.000 Flaschen produziert.

Eine Besonderheit ist auch der Trio S, unseres Wissens nach der einzige Champagner,dessen Grundweine nach dem Solera-Verfahren hergestellt worden sind. Seit 15 Jahren werden die Fässer nun immer weiter bestückt und umgefüllt. „Ein Experiment“,meinte Jérôme. Wir finden, diesem Stadium ist der Trio S schon längst entwachsen. Mit den ganz leicht oxidativen Noten ist er unsere erste Wahl zum Hummer. Es gibt aber noch mehr: Der Confidentielle ist das, was früher einmal in der Region als „Crémant de Champagne“ bekannt war. Ein Champagner mit deutlich weniger Kohlensäure. Nicht vergessen dürfen wir natürlich den Stillwein Chardonnay „Les Rieux“, ein Coteaux Champenois, den Jérôme noch macht. Extrem selten und extrem spannend. Er kommt aus der Parzelle Les Rieux und wurde 18 Monate im Barriques ausgebaut. Der ’10er steckt freilich noch in den Kinderschuhen, also unbedingt dekantieren.

Das ist immer noch nicht alles, was Jérôme so macht, und es ändert sich auch Jahr für Jahr. Solch eine extreme Vielfalt ist uns in der Region noch nie begegnet und da wir Ihnen diese Vielfalt abseits des Mainstreams einmal näherbringen wollen, können Sie auch einige der sehr limitierten Weine zum Vorzugspreis erwerben. Es lohnt sich also, ein kleines Dehours Probierpaket zusammenzustellen.


Unsere Champagner-Tipps

Der Grand Reserve Brut und der Extra Brut basieren auf derselben Grund-Cuvée. DerAnteil von Pinot Meunier liegt bei 45 %, der Anteil der Vin de Reserve ist mit 37 %recht hoch. Dadurch erhält auch die Haus-Cuvée von Dehours eine enorme Komplexität und feine Reife. Alle Trauben für die beiden Cuvées kommen aus eigenen Weinbergen. Beide Weine wirken sehr trocken und trotzdem extrem ausdrucksstark. Der Brut ist etwas würziger, neben den Zitronennoten mischen sich noch Orangenzesten und eine feine Würze ins Aromenspektrum. Natürlich ein perfekter Aperitif, aber auch wunderbar zu Austern und Langustinen. (Trinken bei ca. 12 °C) Der Extra Brut bekommt nur 2 g Dosage, aber um auch hier eine gute Harmonie zu erzielen, bleibt er ein Jahr länger auf der Hefe. Sehr mineralisch, Noten von Blutorangenund Ingwer, ein Hauch Exotik, dabei aber schlank und fordernd. Man sollte ihn nicht zu kühl trinken. „12 °C“, sagt Jérôme, „weniger nicht, sonst wirkt er zu aggressiv und die mineralische Finesse geht verloren.“ (Leider sehr limitiert.)

Grande Reserve Brut, Jérôme Dehours 0,75l statt 29,00 € nur 26,90 €

Grande Reserve extra brut, Jérôme Dehours 0,75l 35,00 €

 

Der Trio S ist unseres Wissens der einzige Champagner, dessen Grundweine in einem Solera-Verfahren hergestellt werden. Aus Jérômes Experiment ist längst ein extrem spannender Champagner geworden, den Sie unbedingt aus einem Weißweinglas genießen sollten. Weiße Blüten und gelbe Früchte wetteifern in der Nase, Minze, Malz und kräutrige Nuancen gesellen sich dazu. Stoffig und mit sehr feiner, eleganter Perlage. Angenehm frisch und trotzdem druckvoll mit feinem, zarten Gerbstoffgerüst.Perfekt zum Hummer.10 °C

Trio S, Jérôme Dehours 0,75l statt 49,50 € nur 47,50 €


Neu im Weinkeller ... und fast schon wieder weg.

Es ist ein wenig schade, dass Jérôme Dehours den Confidentielle in absehbarer Zeit nicht mehr produzieren will, denn er ist ein großer, klassischer Champagner. Irgendwannim 19. Jahrhundert, als man die Flaschengärung besser im Griff hatte und durchweg eine intensivere Kohlensäure erreichte, fingen Winzer auch an, bewusst Champagner mit etwas weniger Druck zu produzieren. Crémant nannte man diese damals. Leider wurde der Begriff nie geschützt und so wurde Crémant zum Namen für den französischen Schaumwein außerhalb der Champagne, wodurch dieser Stil in der Champagne selbst langsam ausstarb. Jérôme hat diese Tradition noch einmal aufleben lassen, sein Confidentielle besitzt nur halb so viel Kohlensäure wie andere Champagner. Er wirkt daher deutlich weiniger, aber eben auch sehr vielschichtig und spannend. Brioche, frische Walnüsse, Lindenblüten, Anklänge an Honig und Kardamon findet man im Glas. Er wirkt sehr elegant und lebendig zugleich. Durch die zurückhaltende Perlage ist er feingliedrig, mit zart hefigen Noten am Gaumen, aber gleichzeitig sehr komplex und lang im Abgang. Ein erstaunlich guter Begleiter zu Speisen mit einem exotischen Einschlag. (Leider sehr limitiert.) 12 °C

Confidentielle Brut, Jérôme Dehours 0,75l statt 34,00 € nur 29,90 €

 

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Gültig bis 31.12.2015, bzw. so lange der Vorrat reicht.