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Fonterutoli liegt 5 km südlich von Castellina in Chianti (Siena), auf den Hügeln oberhalb des Val d’Elsa, im Herzen des Chianti Classico. Es ist seit 1435 im Besitz der Familie Mazzei und hat seine ursprüngliche Form eines ruhigen historischen Dorfes beibehalten: ein paar alte Steinhäuser, die Kirche von San Miniato und die Villa der Familie Mazzei, die Ende des 16. Jahrhunderts an der Stelle errichtet wurde, wo früher das mittelalterliche Schloss stand.

Das Weingut wird heute von den Brüdern Filippo und Francesco Mazzei geleitet. Insgesamt ist Fonterutoli 650 Hektar groß, davon sind aber nur 117 Hektar Weinberge, der Rest sind Olivenhaine und Wald. Die Rebfläche verteilt sich auf fünf einzelne Lagen: Fonterutoli, Siepi, Badiola, Belvedere und Caggio. Diese liegen zwischen 230 und 500 Metern über dem Meeresspiegel, alle in den Hügeln und nicht unten im Schwemmland des Val d’Elsa. Beste Voraussetzungen für große Chianti-Weine also.

Wir haben Filippo einige Fragen zum Weingut und seiner Entwicklung gestellt:

KWK: Filippo, Fonterutoli ist sicher eine Ikone des Chianti. Welche Weine sind die wichtigsten bei euch?

Filippo: Oh, vielen Dank. Ja, ich glaube der eine oder andere Weinfreund kennt uns (lacht). Natürlich sind die beiden Chianti unsere Flaggschiffe, der Fonterutoli und der Castello. In ihnen bringen wir unsere Idee des Chianti und unseren Qualitätsanspruch sicher am besten zur Geltung. Sie spiegeln auch das Terroir von Fonterutoli perfekt wider.

KWK: Ihr habt ja auch mal Supertuscans gemacht?

Filippo: Ja, den Concerto. Aber die Geschichte der Super-Toskaner hat ihren Anfang in den 70er Jahren, als die Produzenten des Chianti Classico erstmals beschlossen, Weine außerhalb der einengenden Normen der Appellation zu produzieren, mit Sangiovese ergänzt durch andere Rebsorten, die damals noch nicht für DOC-Weine verwendet werden durften. Niemand dachte damals, dass es möglich sei, Weine von großer Bedeutung nur aus Sangiovese herzustellen. Also war man kreativ, gab den Weinen Phantasienamen, experimentierte ein wenig und versuchte, große Weine zu machen und siehe da, die Super-Toskaner wurden ein großer Erfolg. Aber sie machten es uns auch möglich, Visionen zu entwickeln und ein neues Qualitätsniveau zu erreichen.

KWK: Und löst der Gran Selezione jetzt die Supertuscans ab?

Filippo: Bei uns war das im Prinzip 1995 schon so. Ab da haben wir keinen Concerto mehr produziert. Wir wollten uns voll auf die Entwicklung unseres Top-Chianti, des Castello, konzentrieren. Aber die Entwicklung von Top-Weinen auch innerhalb der Regeln der Chianti-Appellation setzte eigentlich parallel zu den Supertuscans ein. Unser erster Schritt dahin war ja 1985 der Ser Lapo.

KWK: Ich erinnere mich, ein großartiger Wein, der aber irgendwie immer im Schatten des Concerto stand.

Filippo: Leider ja, die Supertuscans hatten damals immer mehr Aufmerksamkeit und Presse. Aber zurück zu 1995. Für uns war immer der Chianti das Herz von Fonterutoli, also muss unser Top-Wein auch ein Chianti sein. Es waren damals leider nur wenige Winzer, die diesen Weg gegangen sind. Jetzt, mit dem Gran Selezione, wird es für den Kunden sicher etwas transparenter und für die Winzer besser zu kommunizieren. Das ist eine große Chance für den Chianti, aber im Prinzip liegen die Wurzeln des Gran Selezione in den 90er Jahren.

KWK: Dann ist Fonterutoli sozusagen der Erfinder der Gran Selezione?

Filippo: (lacht) Naja, wir waren zumindest mit dabei. Es ist ja eigentlich eine logische Entwicklung, dass man als Chianti-Winzer einen Top-Chianti machen will und das dann auch mit einem entsprechenden Gütesiegel versieht. Lafite würde ja seinen 1er Cru auch nicht als französischen Tafelwein vermarkten.

KWK: Wir haben jetzt gerade den ‚einfachen‘ Chianti Classico 2013 im Glas. Was gibt es zu diesem Wein zu erzählen?

Filippo: Na, der Classico ist ein Wein, den man besser probiert als viel darüber zu reden … Aber 2013 ist ein hervorragender Jahrgang gewesen. Wir hatten einen strengen Winter, einen späten Frühling, sodass wir insgesamt etwas hinter der Zeit waren. Die Hitzewelle Mitte Juli und die gleichmäßige Entwicklung bis dahin hat einiges wiedergutgemacht. Aber vor allem der September hat uns Freude bereitet. Ein schöner warmer Monat, der es den Trauben erlaubte, zu voller Reife zu gelangen. Der Chianti Classico ist natürlich runder und etwas weicher als die Gran Selezione, eben ein Wein, den man mit seiner feinen Würze und den tollen Beerennoten einfach gut trinken kann. In der Toskana werden Weine ja zum Genuss gemacht (lacht).

KWK: Und die beiden Gran Selezione?

Filippo: 2010 war natürlich ein Ausnahmejahr. Das sieht man auch analytisch an dem hohen Phenolgehalt. Das ist ein Wein mit großem Lagerpotenzial. 2011 hatten wir ziemlich viel Wechsel von Regen und Sonne. Sorgen hat uns eine langanhaltende Hitzeperiode im Sommer gemacht. Da kamen zwei kräftige Niederschläge Ende August ganz recht. Auch als Winzer wünscht man sich mal Regen. Der ’11er Gran Selezione zeigt sich schon jetzt erstaunlich offen und was mir am meisten gefällt, ist sein tolles, sehr komplexes Bukett nach getrockneten Blumen.

Haben Sie nun auch Lust auf ein Glas Chianti bekommen? Dann schauen Sie doch mal in unsere Weintipps:

Referenz-Chianti

Der Classico des Castello di Fonterutoli ist vielleicht einer der ersten „modernen“ Chianti gewesen, die den neuen Stil zur Perfektion gebracht haben. Dunkler als der klassische Stil und trotzdem nicht der internationalen Mode huldigend. An seiner Frische merkt man die Herkunft aus den Hügeln der Toskana und dass er ein Herz aus Sangiovese hat. Neben der Chianti-Rebsorte gibt es in diesem Wein noch die alten Klassiker Malvasia Nera, Canaiolo und nur etwas Merlot. Der ’13er ist herrlich fruchtbetont, saftig, jugendlich, ein Potpourri von Waldfrüchten, gut eingebunden, griffig, frische Tannine. Der verträgt einiges an Speisenbegleitung, Bolognese, Bistecca, Salame oder toskanischen Käse.

2013 Fonterutoli Chianti Classico, Castello di Fonterutoli 0,75l statt 15,50 € nur 13,90 €

 

Gran Selezione – Die Super-Riserva?

Man sagt, Italien habe elf verschiedene Formen des Deminutiv, wie viele Formen des Superlativs muss die italienische Sprache dann erst haben...? Die Gran Selezione ist auf jeden Fall ein neuer, önologischer Superlativ, aber der Wein, der dahintersteht, ist eigentlich gar nicht so neu. Vor ungefähr 30 Jahren wollte man die traditionelle Klassifikation aufbrechen und schuf die Supertuscans, auf Fonterutoli hieß der Concerto. Langsam verschwanden die Riserva-Stufen und irgendwann gab es nur noch einen Fonterutoli Chianti Classico, Castello di Fonterutoli und einen Castello di Fonterutoli Chianti Classico, Castello di Fonterutoli. Alles klar? Vorbild sollte das Bordeaux sein, der Castello so etwas wie der Grand-Cru-Wein, aber das Chianti ist eben nicht das Bordelais und die Riserva-Abstufung machte nicht nur Sinn, sie war auch beliebt beim Kunden. Also wurde die durchaus notwendige Änderung wieder verändert. „Die Dinge müssen sich ändern, damit sie bleiben, wie sie sind“, sagte Lampedusa und der Chianti kommt jetzt wieder in seinem Triumvirat aus Classico, Classico Riserva und Classico Gran Selezione daher. Wobei man das im Moment so interpretieren kann: Die Riserva sollte trinkreif sein, wenn sie auf den Markt kommt, zugänglich und etwas charmanter, die Gran Selezione ist sozusagen der Keller- und Festtagswein. Eine Selektion kann man auch einmal zehn bis zwanzig Jahre im Keller liegen lassen. Ach ja, mit dem Jahrgang 2011 steht das Gran Selezione, das sich bisher verschämt auf das Rückenetikett drängen musste, auch endlich stolz vorne drauf. Hat sich der Wein auf jeden Fall verdient.

2010 Chianti Classico Gran Selezione, Castello di Fonterutoli 0,75l 35,90 € 94 Parker Punkte

2011 Chianti Classico Gran Selezione, Castello di Fonterutoli 0,75l statt 35,00 € nur 31,90 €

 

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